Einige der bekanntesten Bergsteiger der Welt sind sich einig: "Der Berg muss wild bleiben." Dies war der Grundtenor der großen Diskussionsrunde Quo CLIMBis, die am Sonntag 06. Mai 2012 auf Schloss Sigmundskron stattgefunden hat.

(vlnr) Armanno Salvaterra, Roger Schäli, Markus Gaiser (Präsident IMS), Luisa Jovane, Heinz Mariacher, Hanspeter Eisendle, Reinhold Messner, Roberto De Martin (Präsident TrentoFilmfestival), Luigui Spagnolli (Bürgermeister Bozen), Hervè Barmasse, Sandro Filippini, Denis Urubko Auf Einladung des Messner Mountain Museum, des International Mountain Summit und des TrentoFilmfestivals diskutierten Bergsteiger, Journalisten und Fachleute über die Zukunft des Alpinismus.

Der Hausherr Reinhold Messner leitete die Diskussionsrunde, an der namhaften Bergsteiger und Kletterer wie Hervè Barmasse, Heinz Mariacher, Hanspeter Eisendle, Albert Precht, Denis Urubko und Roger Schäli teilnahmen. Als Gastgeber dieses Treffens wollte er die Diskussion nicht als Auseinandersetzung über alpine Techniken oder den egoistische Willen der Bergsteigerelite, um Ihren Abenteuerraum zu schützen, verstanden wissen.

Die sehr angeregte Diskussion beschäftigte sich mit Fragen wie: Was ist echter Alpinismus? Wer entscheidet darüber ob jemand zur Elite der Alpinisten gehört? Wie kann man den alpinen Raum retten und wer hat die Verantwortung?

Die Erschließung der Berge muss gestoppt werden, darin waren sich alle Podiumsteilnehmer einig.  

Der Berg ist seit jeher ein Raum für Abenteuer, Risiko und den Versuch, das Unmöglichen zu schaffen. Der Berg erlaubt es uns, sich mit sich selbst und den eigenen Grenzen auseinanderzusetzen und einmalige Erfahrungen zu sammeln. Aber für wie lange wird das noch möglich sein?

Im letzten Jahrhundert kam es zu einem Wettlauf bei der Erschließung der Bergwelt für den Tourismus und den Zuwachs der Nächtigungen. Dafür war es nötig, den Berg durch entsprechende Infrastrukturen für alle zugänglich und sicher zu gestalten. Dies hatte Umweltverschmutzung und die Zerstörung der Wildnis zur Folge.

Die Erreichbarkeit der Wildnis ist ein Indikator für Fortschritt und Zivilisation, aber wie sich immer öfter zeigt, wird es in Zukunft für diese Entwicklung weniger Grenzen geben. In der Diskussion wurde das Beispiel Everest angeführt, der bereits als Opfer des Tourismus betrachten werden kann. Hier wird es langfristig zu irreparablen Schäden im hochalpinen Raum kommen.  

Laut Reinhold Messner, gibt es keinen richtigen oder falschen Alpinismus. "Das ist eine Wertefrage die alle angeht. Die Ideen müssen von den Protagonisten am Berg kommen, beispielsweise den Alpenvereinen und Alpinisten."  Eine wichtige Rolle in der Vermittlung der wahren Werte im Umgang mit den Bergen kommt vor allen den Medien zu. Hier müssen Journalisten laut Messner Mitverantwortung übernehmen.

Jacopo Merizzi, Direktor des Onlineportals Valdimello.it, meinte, dass "der Ort Berg weiterhin wild und für alle ein Ort der Freiheit bleiben muss". Dem stimmten auch Reinhold Messner und Hanspter Eisendle zu, "denn wenn die Wildnis wild bleibt, dann wird die Natur entscheiden, wer zur Elite gehört. Die Angst wird die anderen vertreiben. Nur so kann die Zukunft des Alpinismus und der Berge garantiert werden."

"Der Mensch braucht das Unmögliche um sich lebendig zu fühlen" unterstrich Hervè Barmasse.

An die 150 Gäste und Journalisten nahmen an dem Treffen auf Schloss Sigmundskron teil, welches  zu einer fixen Nabelschau zum Zustand des Alpinismus werden soll. Der Diskussion gingen ein  Rundgang durch das Messner Mountain Museum und ein gemeinsames Mittagessen voraus.