Robert Jasper auf Feuerland: Unbestiegene Gipfel am Ende der Welt

Ziel war es mit Führungskräften und Managern aus Baden-Württemberg die Durchquerung Feuerlands per Seegelbot zu schaffen und dabei Gipfelbesteigungen mit Ski zu versuchen, bei denen es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um Erstbesteigungen handelte.

Fotostrecke: Robert Jasper auf Feuerland

Ende September verließen Robert Jasper, Jörn Heller und ihr Team mit Thomas Nieberle, Michael Ganter, Wilfrid Henselmann, Klaus Hildenbrand und Hans-Jörg Schelb auf der Santa Maria Australis, einer 20 Meter Segeljacht unter dem Deutschen Skipper Wolf Kloos, den sicheren Hafen von Punta Arenas (Chile).

Ein Abenteuer der ganz besonderen Art wartete am "Ende der Welt" auf die Expeditionsteilnehmer. Segelnd ging es über die berühmt berüchtigte Magellanstraße in Richtung Kap Hoorn. Unerforschte, noch nie von einem Menschen betretenen Berge ragen hier reihenweise aus dem eiskalten, sturmumtosten Inselmeer Feuerlands und boten Ziel für Gipfelbesteigungen der ganz besonderen Art.

Diese Berge sind nur über das Meer schwer zu erreichen und will man sie besteigen, muss man sehr viel Geduld und Wetterglück mitbringen, da es in diesem Fleck der Welt praktisch kein schönes Wetter gibt. Ein bis zwei Schönwettertage im Monat gelten hier als Wunder, und der Mensch ist den Naturgewalten völlig ausgesetzt. Die meisten Berge tragen auch noch keine Namen und sind nicht genau vermessen, also interessantes "Neuland" für Bergsteiger mit Entdeckergeist.

Auf dem ca. 500 km langen Segeltörn wurden in den Fjorden: Fiordo Martinez, Vetisquero und Pia insgesamt 9 Gipfel mit bis zu 1500 Metern Höhe mittels Tourenski und Steigeisen bestiegen. Abenteuerlich ging es durch kalten Regenwald, über steile Mooshänge auf eisblaue Gletscher und Dank zweier sehr erfahrenen Bergprofis Jasper und Heller die aus ihrem enormen Erfahrungschatz schöpften.

Ihnen gelang in den vergangenen Jahren mit den Erstbegehungen am Monte Sarmiento "Odisea de Magallanes" und der "Shark's Fin Ridge" am Monte Giordano zwei extreme Klettereien die für den Piolet d´Or (Oscar des Alpinismus) vornominiert wurden, wurde das Tagesprogramm den Wetterverhältnissen immer optimal angepasst. Bizarre Schneegipfel entlohnten für die Anstrengung und die anschließende Skiabfahrt zurück hinab zum blauen Meer war dann ein absolutes Highlight.

Das Wetterglück hielt an und es herrschte für diese Region wenig Sturm. Mit bestem Rückenwind wurde nach zweiwöchigem Segelturn durch die Wildniß wieder die Zivilisation, Puerto Williams (Chile) das Südlichsten Städtchen der Welt, erreicht.

Fakten zur Expedition:

Gebiet: Kordillera Darwin, Feuerland / Chile.

Fiordo Martinez :
Cerro Condor 870m und Cerro Aguila 930m (Cerro Aguila P915m laut Karte)
Pyramide Negra 1122m (P 1105m) Koordinaten: Süd 54° 28,073-, West 070° 36,343-

Bahia King:
Aguija Anna 790m Süd 54° 26,065 ¸West 071° 16,399

Fiordo Vetisquero:
Timbales Mountains Traverse (P 927m- P865m traverse)
Cerro Nicole 1050m Süd 54° 48,882 West 070° 17,567
Cerro Astrid 1084m Süd 54° 49,753 West 070° 17,154
Cerro Nicola 950m Süd 54° 49,939 West 070° 17,729
Cerro Novara 939m (P 928m) Süd 54° 49,753 West 070° 17,154

Fiordo Pia: Brazo Pia Este
Cerro Andrea 1400m (Glaciar Sinus -P 1455m.) Süd 54° 48,916 West 069° 28,473

Charakter:

  • Expedition Segeln & Ski & Bergsteigen
  • Skitouren / Bergtouren mittlerer Schwierigkeit mit bis zu 50° steilen Firnanstiegen im Gipfelbereich und 900/1500 Meter Aufstieg/ Anfahrt.
  • Es handelt sich um eine anspruchsvolle alpinistische Unternehmung am "Ende der Welt".
  • Ganz besonderes Augenmerk muss auf die Organisation und Erfahrung und die extremen Wetterverhältnisse, die "Ausgesetztheit des Unternehmens" gelegt werden. Insbesondere wird eine grosse Umsicht verlangt, da eine professionelle Bergrettung in der Darwin Kordillera nicht vorhanden ist.
  • Weiter werden sehr hohe alpinistische Anforderungen gestellt: Alpine Erfahrung, Orientierung, Lawinengefahr, Wetterkunde (Orkanstürme bis über 100 km/Windgeschwindigkeit) etc.

Team:
Robert Jasper, Jörn Heller, Thomas Nieberle, Michael Ganter, Wilfrid Henselmann, Klaus Hildenbrand, Hans-Jörg Schelb