Knapp 2 Monate vor der "Heim-Europameisterschaft" im österreichischen Imst gelang es in allen "Rock Master"-Bewerben, in denen ÖWK-Athleten an den Start gingen, jeweils eine oder mehrere Finalplatzierungen zu erreichen.

Rock Master Arco 2010: Anna Stöhr (AUT) gewinnt Boulderbewerb

Im Vorstiegsbewerb der Herren holte Jakob Schubert den starken zweiten Platz und bei den Damen waren mit Katharina Posch, Angela Eiter und Christine Schranz gleich drei Österreicherinnen in den Top 5. In der Disziplin Bouldern sorgte Anna Stöhr für einen Österreichischen Sieg!

Fotostrecke: Rock Master 2010

Fotos: © Heiko Wilhelm

Der "Rock Master" in Arco der immer wieder als "Hahnenkammrennen" des Klettersports bezeichnet wird, fand heuer vom 16. bis 18. Juli als Pre-Event für die IFSC Kletterweltmeisterschaft 2011 statt, die im Juli nächsten Jahres im italienischen Arco ausgetragen wird.Bei extrem schwierigen Bedingungen aufgrund der großen Hitze (Temperaturen von bis zu 38 Grad) überzeugten die Athleten des Österreichischen Wettkletterverbandes auf ganzer Linie.
Vorstieg Damen: Jugendweltmeisterin Katharina Posch setzte mit Platz 2 Ausrufezeichen!

Jugendweltmeisterin Katharina Posch, die letzte Woche beim Weltcup in Chamonix mit Platz 15 ein starkes Weltcupdebüt feierte, versetzte die zahlreichen Zuschauer beim Rock Master in Staunen. Bereits in der Qualifikation sicherte sie sich mit Platz 1 souverän den Einzug ins Halbfinale.Im Halbfinale bestätigte die junge Imsterin dann ihre Leistung und zog auf Platz vier ins Finale der besten acht Damen ein. Ihre Teamkolleginnen Angela Eiter (Platz 3 im Halbfinale) und Christine Schranz (Platz 7 im Halbfinale) kletterten ebenfalls mit starken Leistungen in das Damenfinale, welches Samstagabend um 21.30 über die Bühne ging.

Im abschließenden Finale überzeugten alle drei Österreicherinnen. Christine Schranz schob sich mit einer Höhe von 40+ noch an der Französin DUFRAISSE und der Slowenin MARKOVIC vorbei auf Platz 5. Katharina Posch kletterte unbekümmert Griff für Griff in Richtung Podium und konnte schlussendlich mit der zweitweitesten Höhe im Finale (42,5 +) ihren ersten Podestplatz feiern.Angela Eiter, langjähriges Vorbild von Katharina Posch, kletterte die Finalroute nur einen Zug weniger weit als ihre junge Teamkollegin und sicherte sich den ausgezeichneten dritten Platz. Lediglich die Siegerin Jain KIM aus Korea vermochte einen Doppelsieg der ÖWK-Damen im Vorstiegsbewerb zu verhindern.

Katharina Posch zum Rock Master: "Ich kann es noch gar nicht glauben. Ein Traum ist wahr geworden. In Chamonix wollte ich unbedingt ins Finale. Da hab ich mir aber selber zu viel Druck auferlegt. Beim Rock Master hab ich einfach versucht locker zu klettern. Das ich nun mit Angy (Anm. Angela Eiter) gemeinsam am Podium stehen darf ist einfach wunderschön!"

Vorstieg Herren: Starker zweiter Platz für Jakob Schubert

So enttäuschend das Finale des Vorstiegsweltcups letzte Woche in Chamonix (achter Gesamtrang nach Führung im Halbfinale) für Jakob Schubert ausging, so überragend setzte Schubert beim Rock Master in Arco seine Halbfinalleistung auch im Finale der besten Acht um.Der 19-jährige Innsbrucker, der zurzeit die Grundausbildung im Rahmen seines Grundwehrdienstes beim Jägerbataillon 24 in Lienz absolviert, überzeugte im italienischen Klettermekka auf ganzer Linie. Als führender nach der Qualifikation zog er mit der Halbfinalhöhe von 51 auf Platz drei liegend hinter dem Spanier JULIAN PUIGBLANQUE und dem Tschechen ONDRA ins Finale ein.

Im Finale zeigte Schubert seine derzeitige Extraklasse. Gleich zu Beginn der Finalroute, bei der fünften Schlinge, war der erste ganz schwierige Zug eingebaut. Die ersten vier Finalteilnehmer scheiterten allesamt an dieser Stelle. Lediglich der Japaner SACHI vermochte vor Schubert diese Schlüsselstelle zu meistern und kam auf eine Höhe von 38.Als nächster war dann Jakob Schubert an der Reihe. Schubert meisterte die anspruchsvolle Schlüsselstelle souverän und kletterte Zug um Zug in Richtung Top. Bei der zweiten Schlüsselstelle, bei der der Japaner SACHI und der Halbfinalzweite Adam Ondra scheiterten, gelang es Schubert weiter zu klettern, bevor auch er sich bei einer Höhe von 47+ schlussendlich der schweren Route geschlagen geben musste.

Lediglich der derzeit wohl stärkste Vorstiegskletterer der Welt, der Spanier Ramon JULIAN PUIGBLANQUE kletterte im Finale noch höher (56-) und holte sich den begehrten Titel "Rock Master 2010" . Mit David Lama auf Platz 9 kletterte ein weiterer Österreicher in die Top Ten.

Jakob Schubert zum Rock Master:
"Der zweite Platz taugt mir voll. In Chamonix bin ich unter Wert geschlagen worden. Danach war ich ein wenig angefressen und wollte unbedingt zeigen, dass ich mehr drauf habe. Das ist mir in Arco gelungen – die Form stimmt und das Selbstvertrauen auch!"

Bouldern Damen: Anna Stöhr mit "Last-Minute-Sieg"

Anna Stöhr sorgte mit dem Sieg im Boulderbewerb der Damen, der heute Sonntagnachmittag stattfand, für die Krönung der Mannschaftsleistung. Die Gesamtweltcupzweite im Bouldern, die heuer bereits die Weltcups in Eindhoven und Moskau für sich entscheiden konnte, holt sich somit viel Selbstvertrauen vor dem Weltcupfinale in München, bei dem sie sich mit Chloe GRAFTIEUX (BEL) und Akyo NOGUCHI (JPN) einen spannenden Kampf um den Bouldergesamtweltcup liefern wird.

Anna Stöhr zog mit starken Leistungen in der Qualifikation (3. Platz) und im Halbfinale (2. Platz) ins Finale der besten sechs Damen ein. Im abschließenden Finale sah es nach den ersten zwei von vier Finalbouldern danach aus, als ob Stöhr nicht in den Kampf um die Podestplätze eingreifen kann.Stöhr zeigte jedoch Nervenstärke, löste die beiden letzten Finalboulder jeweils im ersten Versuch und sicherte sich hauchdünn, aufgrund eines Versuches weniger, vor der Ukrainerin Olga SHALAGINA den Sieg. Platz drei sicherte sich die Japanerin Akiyo NOGUCHI.

Aufsteigende Form bewies auch Sabine Bacher, die sich mit Platz 10 ihr bestes Saisonergebnis sicherte.

Anna Stöhr zum Rock Master:

"Ein Sieg beim Rock Master ist immer schön. Dass sich der Sieg noch ausgeht, hab ich mir nach den ersten zwei Finalbouldern fast selbst nicht mehr gedacht. Besonders taugt mir, dass wir mannschaftlich so stark waren. Echt lässig!"