Klettern und Wohltätigkeit: Roger Schaeli (34) hat die letzten Wochen am südlichen Zipfel von Afrika verbracht. Dort ist er nicht nur geklettert, sondern hat auch Gutes getan.

Roger Schaeli in Emmentaler (7a)Klettern

Eigentlich stand für den Sörenberger das Klettergebiet Milner auf dem Wunschzettel. Als das aber nicht klappte, fand er beim Campingplatz Pakhuis in den berühmten Rocklands eine tolle Alternative. Mit seinen Partnern Patrick Felder (Ruswil, 31) und Christoph Hainz (Südtirol, 50) bekam er vom Besitzer des Campingplatzes "Pakhuis" die Erlaubnis, an den eindrücklichen Wänden einen neuen, von Salewa finanzierten, Klettergarten mit 24 Sportkletterrouten einzurichten. Es entstanden Routen in den Schwierigkeitsgraden 5a-8a.

Rogers Highlight heisst "Wave Up" (8a): "Die Route führt die ersten 20 Meter trickreich an den wellenförmigen Aufschwüngen entlang auf ein breites Band. Wie ein Wunder ist da in der glatten überhängenden Wand ein Zwei-Finger-Loch. Zwei sehr dynamischen Züge führen unter das Abschlussdach, das in anstrengender Rissklemmtechnik spektakulär überwunden werden muss", beschreibt er die Tour. "Die Route ist zum Teil selber abzusichern und fordert jeden erdenklichen Kletterstil. Dies macht die Route zu einer meiner anspruchsvollsten und komplettesten wie komplexesten Routen, die ich sportklettertechnisch je gelöst habe", betont er.

 
In der letzten Woche waren Roger, Patrick und Christoph mit dem Fotografen Frank Kretschmann nur noch in Montagu, einem der grössten Klettergebiete Südafrikas, unterwegs. Dort kletterten sie die sehr schöne Mehrseillängen-Route " Another Day in Paradise".

"Klettern in Afrika hat Spass gemacht. Kletterethik wird in Südafrika, ähnlich wie in den USA, gross geschrieben. Auf Bohrhaken wird, wenn möglich, verzichtet. Und die Südafrikaner sind – für mich überraschend – gut organisiert. Es war toll, als Europäer dort erste Kontakte zur sehr starken Klettercommunity zu knüpfen", resümiert Roger.
 
Wohltätigkeit

Mit dem Verkauf seiner Flaschen hat Roger im Vorfeld seiner Afrika-Reise etwa 5000 Franken gesammelt. Mit dem Betrag ging er zusammen mit Nik Ammann (Management), seinem Kletterpartner Patrick Felder und mit den Verantwortlichen vom Hilfsprojekt "Little Lambs" einkaufen. "Little Lambs" unterstützt Kinder und junge Frauen mit Unterkünften, Essen und medizinischer Hilfe.

"Es war sehr eindrücklich, die Arbeit von Annie Phocas, Andrea English und ihrem Team zu sehen. Wir sind mit ihnen Decken, Kleider, Essen und Hygieneartikel einkaufen gegangen und sie haben uns im Township herumgeführt. Mein Beitrag war zwar nur ein Tropfen auf den heissen Stein, aber für die Kinder da macht die Arbeit von "Little Lambs" wirklich einen Unterschied. Vielleicht kann ich mein Engagement dort ja noch weiter verfolgen", hofft Roger.