Darauf haben wir schon lange warten müssen: 13 Jahre nach dem letzten Lead-Weltmeistertitel - Markus Bock bei der Jugend-WM in Moskau 1996 - gibt es wieder einen Lead-Weltmeister aus Deutschland.

Sebastian Halenke wird Jugend-Weltmeister bei der Jugend-WM in Valence

Bei den Jugend-Weltmeisterschaften in Valence am vergangenen Wochenende holte sich Sebastian Halenke (Schwäbisch Gmünd) mit einer souveränen Vorstellung gleich in seinem ersten internationalen Jahr bei der Jugend B die Krone der Wettkampfkletterer!

Fotostrecke: Jugend Weltmeisterschaft 2009 in Valence

Fotos: © Christoph Gabrysch

Der Mann mit dem markanten Iro konnte dabei als einziger in seiner Altersklasse alle Routen von der Qualifikation bis zum Finale top klettern. Mit Sammy Adolph (München-Oberland) auf dem dritten Platz konnte ein weiterer DAV-Starter aufs Treppchen klettern und sorgte so für ein fast komplett schwarz-rot-goldenes Podium.

Für den Rest der DAV Truppe lief es durchwachsen: einige Starter, die sich viel vorgenommen hatten und die man auf der Rechnung für das Podium hatte, verpassten selbiges denkbar knapp oder erwischten ausgerechnet im Finale ihren schwächsten Versuch: Bei der Jugend B kletterte neben den beiden Treppchen-Kandidaten Halenke & Adolph David Firnenburg (Alpinclub Hannover) noch auf einen 16. Platz.

Bei den B-Mädels verpasste die stark kletternde Luisa Deubzer (München-Oberland) hauchdünn das Podium – nur das schlechtere Halbfinalergebnis ließ sie Vierte werden. Weltmeisterin wurde hier die Österreicherin Katharina Posch. Pech hatte auch Deubzers Mannschaftskollegin Lilli Färber (Erlangen): Ihr rutschte im Halbfinale unerwartet der Fuß, so dass sie mit dem 11. Platz ebenso wie ihre Kollegin Ronja Kellner (Freising, 13. Platz) knapp das Finale verpasste. Auch Färber wäre der Form nach eigentlich eine Kandidatin für das Podium gewesen.

Die weibliche A-Jugend lief komplett ohne deutsche Beteiligung ab  – hier holte sich die Schweizerin Katherine Choong ihren ersten großen Titel. Harte Konkurrenz gab es für die DAV-Starter bei der männlichen A-Jugend: Mit dem Tschechen Adam Ondra, der kurz zuvor erst den Senioren-Weltcup in Imst gewonnen hatte, startete der Über-Favorit, an dessen Sieg kaum einer zweifelte. Umso stärker die Leistung des Erlangener Alexander Megos, der wie Ondra alle Routen bis zum Halbfinale sicher toppen konnte und damit locker ins Finale einzog.

Hier war dann allerdings unerwartet früh an einer Sloper-Boulderstelle Schluss – mit Platz 8 konnte der starke Franke nicht wirklich zufrieden sein – zumal er als Führender in der European Youth Series-Wertung ins Rennen gegangen war. So konnte in der Tat niemand dem überragenden Ondra das Wasser reichen – er toppte als einziger das Finale und holte sich einen weiteren Jugend-Weltmeistertitel. Die weiteren A-Jungs des DAV schafften es leider nicht ins Finale: Robin Gray (Bad Tölz) landete auf dem 19. Platz, der amtierende Deutsche Meister Jan Hojer (Frankfurt) auf einem für ihn absolut frustrierenden 30. Platz – auch er war als Podiumskandidat ins Rennen gegangen und hatte sich sicherlich viel mehr ausgerechnet.

Viel erhofft hatten sich auch die Junioren des DAV: Vor allem Thomas „Shorty“ Tauporn (Schwäb.-Gmünd) war nach zwei Weltcup-Finaleinzügen in Folge topfit und hatte bis zum Finale auch nie Probleme in den Routen – mit den weiteren üblichen Verdächtigen schaffte er es problemlos in die Runde der letzten acht. Hier lief es für ihn locker bis zu einem Tickmark-Überbleibsel aus der Vorrunde, dem er zum Opfer fiel: Die Markierung lotste ihn ins grifftechnische Nichts und ließ ihn aus einem unhaltbaren Untergriff abtropfen.  

Aber auch etliche seiner Final-Kollegen fielen der Stelle zum Opfer, so dass am Ende für ihn noch der undankbare 4. Platz blieb – auch Shorty hatte sich sicherlich noch mehr ausgerechnet. Den Titel holte sich ebenfalls zum wiederholten Male der Österreicher Jakob Schubert. Der zweite deutsche Junior Marcel Dippon (Oberer Neckar) war noch sichtlich geschwächt von einer gerade erst überstandenen Pfeiffer`schen Drüsenfieber-Erkrankung ins Rennen gegangen und landete auf dem 27. Platz.