Sir Edmund Hillary, einer der Erstbesteiger des Mount Everest, verstarb im Alter von 88 Jahren in einem Krankenhaus in Auckland, Neuseeland

Sir Edmund Percival Hillary (* 20. Juli 1919 in Auckland; + 11. Januar 2008 ebenda) war ein neuseeländischer Bergsteiger. Zusammen mit dem Sherpa-Bergsteiger Tenzing Norgay gelang ihm am 29. Mai 1953 die Erstbesteigung des Mount Everest, des höchsten Bergs der Erde.

Leben

Sir Edmund Hillary (2004)
Sir Edmund Hillary (2004)
Foto: Mariusz Kubik

Edmund Hillary wurde als zweites von drei Kindern geboren und ging in Auckland zur Schule, ab zwölf Jahren in die berühmte Auckland Grammar School. Als Kind lernte er das Bergsteigen in den Neuseeländischen Alpen. Er besuchte zwei Jahre lang die Universität von Auckland, bevor er wie sein Vater Imker wurde. Im Zweiten Weltkrieg war er Navigator bei der Royal New Zealand Air Force. 1948 bestieg er mit Harry Ayres den Mount Cook erstmals über den Südgrat.

Hillary war 1951 Teil einer erfolglosen neuseeländischen Everest-Expedition. Am 29. Mai 1953 gelang ihm jedoch zusammen mit Tenzing Norgay die nachgewiesene Erstbesteigung des 8850 Meter hohen Mount Everest als Mitglied einer britischen Expedition. Auf dem letzten Stück des Gipfelgrates überwand er als Seilerster eine hinderliche und gefährliche Steilstufe im Grat, die seither seinen Namen trägt, den Hillary Step: Er riskierte, sich rückwärts gegen den Felsen in der Spalte mit der ostseitigen Wächte hochzuspreizen, die sich schlimmstenfalls hätte lösen und ihn 3.000 Meter auf die tibetische Seite hinunter auf den Kangshung-Gletscher reißen können.

Tenzing und Hillary hielten auf dem Gipfel Ausschau nach Spuren einer eventuellen früheren Ersteigung durch die 29 Jahre zuvor, am 10. Juni 1924, in Gipfelnähe verschollene Seilschaft von George Mallory und Andrew Irvine, fanden jedoch keinerlei Spuren. Das bis heute andauernde Mysterium einer eventuellen früheren, tödlich geendeten Erstbesteigung kommentierte Edmund Hillary so, dass es nicht darauf ankomme, als erster oben zu sein, sondern auch lebendig wieder herunterzukommen.

Die Nachricht von der erfolgreichen Everest-Ersteigung durch die britische Expedition erreichte am Vorabend der Krönung von Elizabeth II. London; beim Rückmarsch bereits erhielt Hillary aus London den ersten Brief, adressiert an „Sir Edmund Hillary, KBE“ (Knight Commander of the Order of the British Empire), der gleichzeitig seine Erhebung in den Adelsstand des britischen Königreichs bedeutete. Über die Verkündung seines Erfolges durch die britische BBC sagt Hillary schmunzelnd: „Als ich das hörte, dachte ich 'Wir haben es wirklich geschafft. Wenn die BBC es meldet, muss es ja wohl stimmen.“

Auf derselben Rückreise brach bereits in der nepalesischen Öffentlichkeit ein Streit aus, wer von der Zweierseilschaft denn nun zuerst oben war; die Nepalesen forcierten das Primat ihres Landsmannes Tenzing Norgay, den man zu einer Unterschrift unter eine entsprechende Erklärung hatte bewegen können. Tenzing und Hillary aber sagten immer aus, sie seien gemeinsam auf den Gipfel gegangen, und blieben lebenslang befreundet.

Wenige Monate später wurde Hillary von Königin Elizabeth II. von Großbritannien zum Ritter (Sir) geschlagen, Norgay verlieh sie die George Medal. Hillary wurde Mitglied im renommierten Londoner Travellers Club. Bei weiteren Expeditionen in den 1950er- und 1960er-Jahren bestieg er zahlreiche weitere Himalaya-Gipfel. Als Teil einer Trans-Antarktis-Expedition erreichte er im Januar 1958 den Südpol kurz vor Vivian Fuchs und führte damit nach Roald Amundsen und Robert Falcon Scott die dritte Expedition zum Pol.