Berge – Menschen – Abenteuer
„Klettern, Japan, Szenetreff“

 

Vom
23. bis 28. August 2005 steht St. Anton am Arlberg wieder eine Woche
lang im Zeichen des Berg- und Abenteuerfilms. 30 Filme zu den Themen
„Berge – Menschen – Abenteuer“ werden auf der großen Leinwand des
Arlberg-well.com zu sehen sein. Ein Drittel davon werden Premieren
sein. Schwerpunkte sind dem Klettern, Japan, und Hannes Schneider
gewidmet. Eröffnet wird das Festival mit dem englischen Autor und
Spitzenalpinisten Stephen Venables. Stars der Kletter- und
Alpinismus-Szene wie Alexander und Thomas Huber, Mauro „Bubu“ Bole,
Bernd Zangerl werden genauso nach St. Anton kommen wie Erik Schinegger,
einst als Erika Schinegger Weltmeisterin im Abfahrtslauf, oder Helma
Schimke, eine Pionierin des Frauenbergsteigens, und andere
Persönlichkeiten aus der Bergsport und Bergfilmszene.

Kletterkurse und Kalligrafie-Seminare mit einem Zen-Meister bilden das Rahmenprogramm zum Festival.
Klettern
ist inzwischen zum Trendsport geworden und qualitätsvolle Filme
über das Klettern haben in den letzten Jahren an Raum gewonnen. In
St. Anton werden dazu gleich mehrere Premieren zu sehen sein. Bernd
Zangerl aus Flirsch zählt im Bouldern zu den Besten der Welt und
war mit seinen Freunden in Südafrika in den dortigen „Rocklands“
unterwegs. Daraus ist ein Film entstanden, der beim Filmfest genauso
zum ersten Mal gezeigt wird wie ein Film über den japanischen
Kletterer Dai Koyamada. Noch vor der Ausstrahlung im Bayerischen
Rundfunk am 4. September in der Langfassung wird beim Filmfest ein
Porträt der beiden deutschen Weltklassealpinisten Alexander und
Thomas Huber zu sehen sein, u.a. mit Bildern vom Speedklettern der
beiden am El Capitan und von Alexanders Free-Solo-Begehung der
Direttissima an der Großen Zinne. In dem Film kommen in
ausführlichen und eindrucksvollen Interviews auch die Eltern des
Brüderpaars zu Wort. Im Reigen der nach St. Anton kommenden
Spitzenkönner der Kletterszene ist noch der aus Triest stammende
Mauro „Bubu“ Bole zu erwähnen, der auch als Spaßvogel in der
Kletterszene überaus beliebt ist.

Im
EU-Japan-Jahr 2005 widmet das Filmfest dem Land der aufgehenden Sonne
einen Schwerpunkt. Neben dem schon oben genannten Porträt
über Dai Koyamada wird Arnold Fancks umstrittenes Japan-Epos „Die
Tochter des Samurai“ zu sehen sein sowie ein Film über eine
japanische Expedition auf die Annapurna. Aus den Beständen der
Bundes Ski Akademie St. Christoph wird im Auftrag des Filmfestes eine
Collage erstellt, die Hannes Schneiders Wirken in Japan beleuchtet.
Eine Kalligraphien-Ausstellung und Kalligraphie-Seminare des in
München lebenden Zen-Meisters Kokugyo Kuwahara runden den
Japan-Schwerpunkt ab.

Der vor 50 Jahren verstorbene Hannes
Schneider hat von St. Anton aus den Skilauf revolutioniert und damit
den Arlberg und Tirol in der ganzen Welt bekannt gemacht. Ian Scully,
Amerikaner und Skilehrer mit Vorfahren aus St. Anton zeigt beim
Filmfest den ersten Teil seiner groß angelegten Dokumentation,
die den Weg der am Arlberg gelehrten Skitechnik in die Welt
nachzeichnet und im Besonderen aufzeigt, wie maßgeblich Schneider
und seine Mitstreiter die Entwicklung des Skilaufs in Nordamerika
beeinflusst haben.

Ein weiterer Höhepunkt beim Filmfest
verspricht der Auftritt von Erik Schinegger zu werden, der nach der
Premiere des über ihn gemachten Films „Erik(a)“ ein weiteres Mal
nach Tirol kommt, um für ein Gespräch über den Film und
seinen komplex verlaufenden Lebensweg von der Skiweltmeisterin im
Abfahrtslauf im Jahr 1966 über die Geschlechtsumwandlung zu dem
zum zweiten Mal verheirateten Vater und Großvater und
erfolgreichen Unternehmer zur Verfügung zu stehen.

Die
Nähe von extremem Abenteuer, intensiver Lebenslust und Tod
führt der aufwändige und eindrucksvolle Film über
Patrick Berhaults Versuch, in einem Zug alle 4000er der Alpen zu
besteigen, vor Augen, ein Versuch, der mit Berhaults tragischem
Todessturz nach zwei Dritteln der Tour sein Ende fand. Der
französische Regisseur des Films, Gilles Chappaz, wird zur
Vorführung nach St. Anton kommen.

Weitere Filme runden das
Programm des Filmfestes St. Anton ab, dessen Anspruch seit jeher ist,
das Genre des Bergfilms in seiner ganzen Breite vorzustellen, und zwar
lokale Produktionen, Expeditionsfilme, alpingeschichtlich und
soziologisch interessante Programme sowie Szene-Klassiker.

Erstmals
in diesem Jahr gibt es mit Kletterkursen und Kalligrafie-Seminaren ein
Rahmenprogramm zum Filmfest St. Anton. Zudem laden attraktive
Pauschalangebote dazu ein, die letzte Augustwoche oder das letzte
August-Wochenende beim Filmfest am Arlberg zu verbringen. Informationen
dazu finden sich auf Homepage des Filmfestes St. Anton unter
www.filmfest-stanton.at oder sie sind über den Tourismusverband
St. Anton am Arlberg zu bekommen (Tel: +43 (0) 5446 22690, Fax: +43 (0)
5446 2532, Email: info@stantonamarlberg.com). Mit dem Event-Ticket, das
über die Homepage des Filmfestes aufgerufen und ausgedruckt werden
kann, bieten die Österreichischen Bundesbahnen eine
äußerst günstige Möglichkeit an, zum Filmfest nach
St. Anton zu kommen.

Das Filmfest St. Anton wird von St. Antons
Mooserwirt, vom Tourismusverband St. Anton am Arlberg, der Gemeinde St.
Anton, dem Kulturreferat des Landes Tirol sowie von Cine Tirol als
Hauptsponsoren unterstützt.

PROGRAMM

DIENSTAG, 23. AUGUST

20.00 ERÖFFNUNG

20.15 Uhr
The Misfit and the Matterhorn
Dokumentation 2002, Ein Film mit Stephen Venables, Regie: Mick Conefrey, 49 min. – englisch
In
der Dokumentation „The Misfit and the Matterhorn“ folgt der englische
Bergsteiger Stephen Venables den Schritten seines Landsmannes Edward
Whymper, der 1865 in einem dramatischen Wettrennen sieben Männer
auf das Matterhorn führte, dem damals letzten unbestiegenen Gipfel
in den Alpen. „Aber wie ein unnachgiebiger Feind nahm das Matterhorn
schreckliche Rache“, beklagte Whymper, nachdem beim Abstieg vier der
sieben Erstbesteiger über die Nordwand zu Tode gestürzt
waren. Venables ist einer der bekanntesten britischen Alpinisten, der
als erster Brite den Gipfel des Mount Everest ohne zusätzlichen
Sauerstoff erreichte und dabei eine neue Route über die
Kangshung-Wand erschloss. Er ist aber auch als Fotograf und Autor
bekannt, zwei seiner Bücher wurden ins Deutsche übersetzt.
Venables wird beim Filmfest zu Gast sein und von seinen Abenteuern
berichten.

21.15 Uhr
zeroG – Climbing in Japan
Dokumentation 2005, Ein Film von Hannes Huch, 12 min. – deutsch
Dai
Koyamada zählt zu den weltweit besten Kletterern. Doch was sagen
Schwierigkeitsgrade im Klettern über einen Menschen und seine
Herkunft aus? Der deutsche Fotograf und Filmemacher Hannes Huch folgte
dem Ruf seiner japanischen Freunde und dokumentiert in seinem nun
vierten Film – neben dem atemberaubendem Kletterstil Koyamadas – das,
was die Faszination des Landes der aufgehenden Sonne für ihn
persönlich ausmacht: Tradition versus Zukunft, Zenkunst neben
Mangatrash, Japan als Land mit exotischem Reiz. Get lost in translation!

21.30 Uhr
Steps across the Border
Dokumentation 2005, Ein Film mit Kilian Fischhuber und Much Mayr, Kamera und Schnitt: Hannes Mair, 15 min. – deutsch
Zwei
Spielarten des Klettersports: Die Jagd nach maximaler Schwierigkeit und
die Suche nach mentaler Herausforderung und Abenteuer. Kilian
Fischhuber kommt aus der jungen Generation, die die Grenze im
Schwierigkeitsklettern noch weiter nach oben verschiebt. Im Mai
kletterte Kilian erstmals „Underground“ in Massone. Dynamik und
Athletik bestimmen seine Bewegungen. Much Mayr wurde mit
„ground-up“-Wiederholungen der 1.000 Meter-Freikletterlinien „El Nino“
und „Golden Gate“ am El Cap im Yosemite und durch seine solo onsight
Begehung der „Cassin“ 6c+ an der westlichen Zinne bekannt. Der Stil
bestimmt die Intensität des Abenteuers. Die Kamera begleitet ihn
hier in der anspruchsvollen, nur spärlich mit Normalhaken
gesicherten Marmolada-Tour „Steps across the border“ und versucht
Kühnheit und Schwierigkeit der Route, sowie die Ausgesetztheit
einer großen Wand, einzufangen.

Pause

22.15 Uhr
Hinterrhein – Umbruch im Bergdorf
Dokumentation 2004, Ein Film von Lisa Röösli, 82 min. – schweizerdeutsch mit Untertiteln
Hinterrhein,
1.600 Meter über dem Meer. Ein Bergdorf auf halber Strecke
zwischen Zürich und Mailand, direkt an der Autobahn gelegen. Post,
Käserei und Schule sind längst verschwunden. Die
Fahrpläne der Postautos richten sich nach den Bedürfnissen
der Touristen und nicht nach denjenigen der Einheimischen. Wie viele
andere Bergdörfer auch, kämpft der 80-Seelen-Ort gegen
Überalterung und schimpfen die Bauern über die verloren
gegangene Wertschätzung ihrer Arbeit und über die
Bio-Kontrolleure aus der Hauptstadt. 60 Jahre sind es her, seit hier
der Kameramann Hermann Dietrich die Arbeit der Frauen und Männer
gefilmt hat. Seither hat sich in Hinterrhein vieles verändert.
Manches ist aber auch gleich geblieben. Der Film folgt den Spuren von
Kontinuität und Wandel.

23.45 Uhr
Klettern über der Adria
Dokumentation 2004, Ein Film von Martin Biock, 30 min. – deutsch
Martin
Biock nimmt die Zuschauer mit auf eine kleine Erkundungsreise durch
Istrien – mit bergsportlichem Einschlag. Dabei folgt er etwa den Spuren
von Emilio Comici, dem 1935 die erste Durchsteigung der berühmten
Nordwand der Großen Zinne gelang und der wenige Jahre zuvor in
Istrien an viel kleineren Felsnadeln trainiert hatte. Im istrischen
Karst finden sich attraktive Routen für Sportkletterer und eine
rege Kletterszene. Darüber hinaus zeigt der Film auch
vielfältige Eindrücke von Land und Leuten.

MITTWOCH, 24. AUGUST

16.00 Uhr
Kinderfilm: Chihiros Reise ins Zauberland
Animationsfilm 2001, Regie: Hayao Miyazaki, 125 min. – deutsch
Die
zehn Jahre alte Chihiro ist gar nicht begeistert, mit ihren Eltern von
Tokio in einen kleinen Vorort umzuziehen und dabei alle Freunde hinter
sich zu lassen. Auf dem Weg zu ihrem neuen Zuhause verirrt sich die
Familie und stößt dabei auf einen geheimnisvollen Tunnel.
Von Neugierde gepackt, wagen sich die drei durch den dunklen Gang. Sie
wissen nicht, dass sich auf der anderen Seite des Tunnels die
Zauberwelt Aburaya befindet – eine Welt, die noch nie zuvor ein Mensch
gesehen hat. Der spannende Abenteuerfilm voller faszinierender
Überraschungen gewann bei den Filmfestspielen Berlin den Goldenen
Bären und wurde neben vielen weiteren Preisen und Auszeichnungen
auch mit einem Oscar prämiert. Ein Film für die ganze Familie
und zugleich eine moderne Parabel über das heutige Japan und die
Werte der westlichen Welt.

20.00 Uhr
Erik(a)
Dokumentation 2005, Regie: Kurt Mayer, Musik: Olga Neuwirth, 86 min. – deutsch
1966
geriet die Skination Österreich in Begeisterung, als das
18-jährige Bauernmädchen Erika Schinegger im fernen Chile den
Weltmeistertitel in der Abfahrt holte. Was damals nur Schinegger
irgendwie ahnte, erwies sich kurz darauf als Tatsache und schockte die
Sportwelt: Das Naturtalent aus einem kleinen Dorf in Kärnten war
in Wirklichkeit ein junger Mann. Es dauerte nicht lange und die
Sportfunktionäre stellten ihn kalt. Heute spricht Erik Schinegger
offen und unsentimental von seinen Erlebnissen. Der Film zeichnet ein
komplexes, nicht unumstrittenes Bild dieses
außergewöhnlichen Menschen, der sein Schicksal auf seine
Weise in die Hand genommen und bewältigt hat. Zu Wort kommt dabei
auch St. Antons Skiass Karl Schranz. Erik Schinegger wird beim Filmfest
als Gast dabei sein und von seinen Erlebnissen persönlich
berichten.

Pause

22.00 Uhr
Der Sturz ins Leere
Dokumentation 2003, Regie: Kevin Macdonald, 106 min. – deutsch
Joe
Simpson und sein Freund Simon Yates starten im Mai 1985 die
gefährliche Erstbegehung der Westwand des 6.356 Meter hohen Siula
Grande in den peruanischen Anden. Erschöpft, aber euphorisch
erreichen die beiden britischen Bergsteiger am dritten Tag den Gipfel.
Der Abstieg scheint problemlos, bis Joe stürzt. Sein Kniegelenk
ist zerschmettert – in den Anden ein Todesurteil. Simon startet eine
außergewöhnliche Ein-Mann-Rettungsaktion und seilt seinen
Partner unter extremen Bedingungen ab. Schneegestöber machen Sicht
und Kommunikation unmöglich. Die zweite Katastrophe folgt. Joe
stürzt beim Abseilen über eine verborgene Klippe und bleibt
hilflos in der Luft hängen. Sein Gewicht zieht Simon langsam den
Abhang hinunter. Ohne zu wissen, in welcher Lage sich Joe befindet,
muss er eine folgenschwere Entscheidung treffen, um selbst zu
überleben. Er bricht ein Bergsteiger-Tabu und schneidet das Seil
durch…

DONNERSTAG, 25. AUGUST

16.00 Uhr
Die Tochter des Samurai
Spielfilm 1937, Regie: Arnold Fanck, Kamera: Walter Riml u.a., 120 min. – deutsch
Nach
acht Jahren Studium in Europa kommt der junge Japaner Teruo nach Hause.
Auf der Überfahrt freundet er sich mit einer jungen Deutschen an.
In Tokio erwartet ihn schon die nach altem Brauch von seinen Eltern
ausgewählte Braut. Doch Teruo will sie zunächst nicht
heiraten. Ausgerechnet die fremde Deutsche weist ihm den Weg
zurück zu den Werten der Tradition seiner Heimat. Diese
deutsch-japanische Gemeinschaftsproduktion, eine Mischung aus Spielfilm
und Dokumentation, bietet einen äußerst seltenen Einblick in
das Japan der 1930er-Jahre zwischen Tradition und Moderne, zwischen Ost
und West. Politisch ist der Film problematisch, entstand er doch in der
Zeit, als Nazi-Deutschland und das imperialistische Japan eine engere
Kooperation suchten. Das Projekt wurde deshalb großzügig
finanziert und Arnold Fanck übertragen. Die Tochter des Samurai
verbindet „völkisches und nationalsozialistisches Gedankengut mit
konkreten politischen Inhalten. Der Film zieht Parallelen zwischen dem
Tennôkult in Japan und dem nationalsozialistischen
Führerprinzip, er betont die ideologische Verbundenheit zweier
expansionistischer Systeme, deren Maxime eine ‚Volk ohne
Raum’-Doktrin bildet, und rechtfertigt mit der Unterwerfung der
Mandschurei nicht nur diese, sondern letztlich auch Hitlers analoge
Politik in Europa“, so die Japanologin Janine Hansen.

20.00 Uhr
Klettern am Limit – die Huberbuam
Dokumentation 2005, Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks, Regie: Malte Roeper, 44 min. – deutsch
Die
Profikletterer Thomas und Alexander Huber haben erreicht, wovon viele
junge Bergsteiger träumen: spektakuläre Klettererfolge rund
um den Globus, Sponsorverträge und Vortragstourneen vor
ausverkauften Hallen. Wer dabei glaubt, sie hätten ihr Hobby zum
Beruf gemacht, der irrt: Bergsteigen war nie ihr Hobby. Es war für
sie immer das Wichtigste.
Der Vater, selbst extremer Kletterer, war
das große Vorbild ihrer Jugend. Er kommt in dem Porträt
ebenso ausgiebig zu Wort wie die Mutter. Dass sich die Begeisterung der
Mutter über das gefährliche Leben ihrer Söhne in Grenzen
hält, wird verständlich anhand der atemberaubenden Aufnahmen,
die der Film zeigt: Alexanders Free-solo-Begehungen der Nordwand der
Großen Zinne und einer extrem schwierigen Route am
Schleierwasserfall in Tirol, Thomas' Expeditionserfolge in Indien und
in Pakistan und ihre spektakuläre Speed-Begehung der Zodiac-Route
am El Capitan im Yosemite Valley. Alexander und Thomas Huber werden den
Film persönlich präsentieren. Die Dokumentation ist in der
Langversion überhaupt zum ersten Mal zu sehen, erst nach dem
Filmfest, am 4. September, wird sie vom Bayerischen Rundfunk
ausgestrahlt.

21.00 Uhr
Sie wollen ihn nicht verstehen… Cerro Torre
Im Winter an der Maestri-Egger-Route
Dokumentation 2003, Ein Film von Christine Kopp, Christoph Frutiger, Thomas Ulrich, 48 min. – deutsch
Es
ist Winter und vier bekannte Schweizer Bergsteiger haben sich eine der
legendären Routen der Alpingeschichte zum Ziel gesetzt: die so
genannte „Maestri-Egger“ am Cerro Torre. Die Route wurde erstmals 1959
von Cesare Maestri und Toni Egger begangen, Egger kam damals beim
Abstieg ums Leben. Unterstützt wurden die Erstbesteiger von
Cesarino Fava, der mit ihnen bis zum „Sattel der Eroberung“ stieg.
Seither haben sich viele Bergsteiger an diesem Anstieg versucht – ohne
Erfolg. Bis heute gelang keine Wiederholung und die Erstbesteigung
wurde deshalb in der Fachwelt vielfach angezweifelt. David Fasel,
Michal Pitelka, Stephan Siegrist und Thomas Ulrich bleiben schon bei
der Anreise im Schnee stecken… Und begegnen dabei Casimiro
Ferrari, einem anderen legendären Cerro-Torre-Bergsteiger. Der
Cerro Torre weist die vier Bergsteiger zurück. Doch das mindert
nicht ihre Freude am gemeinsamen Unterwegssein und die Begeisterung
für die großartigen Landschaften Patagoniens.

Pause

22.30 Uhr
Über allem der Berg
Die Salzburger Bersteigerin Helma Schimke im Portrait
Dokumentation 2002, Regie: Annette Mäser, 25 min. – deutsch
Helma
Schimke (geb. 1926 in Salzburg) geht seit ihrem 10. Lebensjahr in die
Berge. In den 1950er- und 60er-Jahren war sie eine der weltweit besten
Bergsteigerinnen. Sie durchstieg als erste Frau die Westwand der
Aiguille Noire, meisterte den Peuterey-Grat, die Mauk-Westwand, die
Badile-Nordostwand und den Mont Blanc über die Brenvaflanke. Ihr
gelangen die damals schwierigsten Routen, ob im Kaiser, in den
Dolomiten, in den Hohen Tauern oder in den Westalpen. Als Bergsteigerin
war sie ihrer Zeit damit weit voraus. Verheiratet war sie mit dem
Richter Konrad Schimke, der 1961 in der Watzmann-Ostwand ums Leben kam.
Bis heute hat sie sich ihre Leidenschaft für die Berge bewahrt.
„Über allem der Berg“ ist ein sehr persönliches Portrait von
Helma Schimke, das die Salzburgerin Annette Mäser gestaltet hat.
Wir erwarten beide als Gäste beim Filmfest.

23.00 Uhr
Königreich und Karma
Dokumentation 2005, Ein Film von Alfons Walser, 28 min. – deutsch
Der
Film des gebürtigen Sankt Jakobers Alfons Walser zeigt das
einfache Leben der Familie Tamang, ihrer Verwandten und Bekannten in
einem nepalesischen Bergdorf auf rund 1.300 Meter Höhe. Der
arbeitsreiche Alltag und die Fertigstellung ihres im Bau befindlichen
Hauses stehen im Vordergrund dieser einfühlsamen Reportage. Alfons
Walser unterstützt die Familie Tamang seit einigen Jahren und ist
wesentlich am Bau des gemeinsamen Hauses beteiligt. Er sorgt auch
dafür, dass die drei Kinder eine Schulausbildung erhalten.

23.30 Uhr
Metéora
Dokumentation 1984, Ein Film von Martin Biock, 30 min. – deutsch
Inmitten
der thessalischen Ebene (Nordgriechenland) erhebt sich bei der kleinen
Stadt Kalambaka der „Felsenwald“ von Metéora. Fast hundert
grandiose Felstürme, ein Dorado für Kletterer und Wanderer.
Und eine Region, die kulturgeschichtlich von größter
Bedeutung ist. Schon vor 1.200 Jahren haben sich Eremiten in den
Felshöhlen „eingenistet“, sind die heute so berühmten
Metéora-Klöster auf den unzugänglichen Felsgipfeln
entstanden.
Der Filmemacher Martin Biock, der zugleich als einer der
bergsportlichen Erschließer Metéoras gilt, zeigt in seinem
Film die ganze Faszination dieser einzigartigen Natur- und
Kulturlandschaft. Klöster, Klettern, Kalambaka – und dazu eine
gute Portion griechischen Lebensgefühls.

FREITAG, 26. AUGUST
Abend des Tiroler Alpenvereins

20.00 Uhr
Rocklands
Dokumentation 2005, Ein Film mit Bernd Zangerl, Regie: Hein de Vos, 45 min. – englisch
Bouldern
ist neben hartem Sport auch ein Lebensgefühl. Justin, Scott,
Sandra, Mary, Fred und der Flirscher Bernd Zangerl sind gemeinsam in
Südafrika unterwegs – immer auf der Suche nach neuen,
interessanten Boulder-Problemen. Sie erzählen vom Klettern und vom
Reisen. Im Hintergrund die Rocklands, eine faszinierende Landschaft und
eine unglaubliche Ansammlung von Felsbrocken und Felswänden in den
bizarrsten Formen. Schon vor neun Jahren kam Fred Nicole hierher und
hat die meisten Routen erschlossen. Hein de Vos, Filmemacher aus
Kapstadt und selbst leidenschaftlicher Boulderer, hat keine Mühen
gescheut und beeindruckende Aufnahmen von den Kletterern
zustandegebracht. „Es ist wahrscheinlich das erste Boulder-Movie, das
mit einem solchen Aufwand produziert wurde“, sagt Bernd Zangerl. Und es
hat sich gelohnt: Der Film fängt die Faszination des Boulderns zum
ersten Mal als Film wirklich ein. Bernd Zangerl, der die härtesten
Boulder-Routen der Welt geklettert ist und zu den absoluten
Ausnahmeathleten der Szene gehört, wird beim Filmfest zu Gast sein
und von seiner Leidenschaft erzählen.

21.00 Uhr
Fingertripping
Dokumentation 2003, Regie: Cristian Furlan, 8 min. – ohne Kommentar
In
dieser kurzen Filmstudie ist Mauro „Bubu“ Bole auf zwei superschweren
Routen im slowenischen Ospo zu sehen. Ohne Kommentar und mit
beeindruckenden Bildern bekommt der Zuschauer in diesem Film bereits
einen Eindruck von den Qualifikationen dieses Ausnahmekönners, der
am Samstagabend Stargast beim Filmfest St. Anton sein wird.

21.15 Uhr
Mount Poi – The big thing
Dokumentation 2004, Mit Stefan Glowacz und Kurt Albert, Regie: Jochen Schmoll, 27 min. – deutsch
Fernab
jeder Zivilisation ragt mitten im Samburuland in Kenia die 800 Meter
hohe Südostwand des größten Monolithen Afrikas in den
Himmel. Die Stirnseite des Mount Poi bricht senkrecht und
überhängend ab. Der Rest sieht aus wie ein Laib Brot: Kein
Grat, kein Pfeiler, keine Zacken und keine markanten Strukturen, die
der Kletterer sucht. Unter der heißen afrikanischen Sonne war es
für das Team um die Kletterstars Stefan Glowacz und Kurt Albert
überhaupt erst am späten Nachmittag möglich, ans
Klettern zu denken. Die von ihnen dabei angepeilte Route sollte
über einen Pfeiler gehen, der überhängend bis zum Gipfel
aufsteigt. Glowacz vergleicht ihn mit einem aufgestellten Apfelstrudel
aus Blätterteig. Die Oberfläche schuppig und verwittert.
Schwierige Bedingungen, unter denen die Erstbegehung zu scheitern
droht…

21.45 Uhr
Mönch – Glaube bis ins Tal!
Mit dem Snowboard durch die Nordwestwand des Mönch
Dokumentation
2005, Mit Martin Wolf, Harry Putz, Regie: Alex Kaiser, Idee &
Realisation: Alex Kaiser, Martin Wolf, 21 min. – deutsch
April 2003.
Zwei Extrem-Snowboarder brechen vom schweizerischen Grindelwald aus
auf, um die Erstbefahrung des Mönch mit dem Snowboard zu wagen.
Die Bedingungen scheinen perfekt. Martin Wolf und Harry Putz biwakieren
am Fuß der Ostwand in 3.400 m Höhe. Sie erreichen nach
kräfteraubendem Aufstieg am nächsten Tag den Gipfel des
zwischen Eiger und Jungfrau gelegenen Viertausenders in den Berner
Alpen. Im Hubschrauber über ihnen ist ein Kameramann, der ihre
Befahrung der 50 Grad steilen Nordwestflanke filmisch festhalten will.
Er drängt zur Eile, die Lichtverhältnisse sind bestens zum
Filmen. Das Abenteuer beginnt. Als die beiden auf die Wand zufahren,
wissen sie noch nicht, was sie erwartet und wie groß die
Herausforderung sein wird.

Pause

22.40 Uhr
The win-win situation
Animations-Sportfilm 2005, Ein Film von los gurkos productions, 4 min.
Die
drei jungen Filmemacher Oscar Germes Castro, Stefan Pröll und
Hannes Quantschnig aus Innsbruck wollen den Zuschauern für kurze
Zeit das Gefühl von Freiheit, Genuss und Entspannung geben. „The
win-win situation“ besteht überwiegend aus Bildserien. Die
österreichisch-mexikanische Koproduktion verbindet die Techniken
des Fotografierens, des Filmens und der moderner Musik. Unberührte
Winterlandschaften in den Stubaier Alpen und in den Kalkalpen werden
zur Kulisse für das filmkünstlerische Portrait einer
atemberaubenden Sportart.

22.50 Uhr
Little Dog Turpie
Animationsfilm 2004, Regie: Ben Mars, 5 min. – englisch
In
einem tiefen, dunklen Wald steht ganz verloren ein altes Haus. Der
Hausherr wird vom Bellen seines Hundes wach gehalten und
beschließt drastische Sanktionen… Ein kurzer Animationsfilm im
Holzschnitt-Stil der deutschen Expressionisten, gezeichnet vom Briten
Ben Mars nach einer alten Volksweisheit.

22.55 Uhr
The God
Animationsfilm 2003, Regie: Konstantin Bronzit, 4 min.
Es
ist nicht leicht eine Gottheit zu sein. Besonders, wenn man ein allzu
menschliches Problem am Hals hat. Der Russe Konstantin Bronzit
lässt in seinem vielbewunderten Animationsfilm eine sechsarmige
fernöstliche Götterstatue mit diesem Problem kämpfen.
Bronzit ist ein international anerkannter Trickfilmemacher, der schon
mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.

23.00 Uhr
Alone across Australia
Dokumentation 2003, Regie: Jon Muir, Ian Darling, 52 min. – englisch
Der
Australier Jon Muir war schon auf dem Gipfel des Everest und hat auf
Skiern den Nord- und den Südpol erreicht. Eine Durchquerung seines
Heimatlandes, auf 2.500 Kilometern von der Südküste bis zur
Nordküste Australiens, wird für ihn die noch
größere Herausforderung. Nach fünfzehn Jahren Planung
und drei gescheiterten Anläufen begibt sich Jon Muir mit seiner
Hündin Seraphine erneut auf den Weg, nur mit Kompass, Karten und
dem Nötigsten ausgerüstet und ohne moderne Hilfsmittel. Auf
seinem wochenlangen Trip durch das australische Outback muss er sich
täglich und mühsam Nahrung und Wasser beschaffen. Jon
stößt dabei an seine physischen und emotionalen Grenzen. Oft
ist er am Rande der Verzweiflung, doch sein instinktiver
Überlebenswille, sein tiefes Verständnis für das Land
und seine bemerkenswerte innere Stärke lassen ihn durchhalten.

SAMSTAG, 27. AUGUST

10.30 Uhr
Matinee: Die Hexe vom Arlberg
Komödie
mit Toni Marth, Hannes Schneider, Karl Schranz u.v.a., Gedreht 1953/54,
fertiggestellt 1999, Regie: Finn Antoft, 35 min. – deutsch
In St.
Anton am Arlberg, wo das Skifahren von jeher daheim ist, hat sich eine
Hexe (Toni Marth) in den Skischulbetrieb eingeschlichen. Mit Grandezza
und schrägem Humor weist sie den Nachwuchs in die hohe Kunst des
Schwingens, Springens und Gleitens ein. Aber: Am Arlberg herrscht auch
Ordnung. Da darf es keine Hexe geben. Und so beginnt die Jagd. Eine
Verfolgungsjagd im stäubenden Pulverschnee, komödiantisch und
akrobatisch, und man spürt, dass den Akteuren, darunter Hannes
Schneider und Karl Schranz, die Filmarbeit Spaß gemacht hat. Vom
dänischen Fotografen Finn Antoft im Winter 1953/54 am Arlberg
gedreht, blieb das Werk lange unvollendet. Erst der besonderen
Initiative seiner Frau und seiner Töchter ist es zu danken, dass
„Die Hexe“ vor einigen Jahren als Filmfest-Produktion uraufgeführt
werden konnte.

Abend des Tiroler Alpenvereins

20.00 Uhr
Vertical Miles
Dokumentation 2002, Mit Mauro Bubu Bole und Mauro Corona, Regie: Cristian Furlan, 24 min. – italienisch mit engl. Ut.
Mauro
Corona, Bildhauer, Bergsteiger und Poet, ist eine der Legenden in
Italiens vertikaler Welt. Mauro „Bubu“ Bole, zwanzig Jahre jünger,
zählt heute zu den stärksten Kletterern der Welt und ist auf
jedem Terrain zu Hause. In dem Film gehen Corona und Bubu gemeinsam auf
Tour. Das wichtigste dabei ist der Weg, nicht das Ziel. Und gerade
während des Reisens im Auto erzählen einander die zwei
Protagonisten ihre Vorstellungen vom Bergsteigen. Dabei prallen die
Ideen zweier Generationen aufeinander. Das liebenswerte
Schwätzchen zwischen Corona und Bubu wird für Regisseur
Cristian Furlan zum Präludium für die Darstellung einiger
Großtaten von Mauro Bole, wie z.B. die erste freie Begehung von
„Couzy“ an der Westlichen Zinne, die „Salathé“ am El Capitan
oder die Eröffnung von „Curz des Sur“ am Esfinge in Peru und
„Women and Chalk“ am Shipton Spire in Pakistan. Mit der Tour an den
Trango Towers klettert Bubu als erster Mensch den Schwierigkeitsgrad 8a
in über 5.000 Metern Höhe. Mauro Bole, der 1968 in Triest
geboren wurde, gehört zu denen, die die Schwierigkeitsgrade des
gerade noch kletterbaren Geländes im wahrsten Sinne des Wortes
nach oben verschoben haben. Seine sportlichen Leistungen werden in
Superlativen beschrieben. Mauro „Bubu“ Bole wird beim Filmfest zu Gast
sein.

21.00 Uhr
Sur Le Fil Des 4000
Dokumentation 2004, Mit Patrick Berhault, Regie: Gilles Chappaz, 50 min. – französisch mit engl. Ut.
Am
1. März 2004 brechen Patrick Berhault und Philippe Magnin zu einer
großartige Reise quer durch die Alpen auf. Sie wollen 82 Gipfel
überqueren, die mehr als 4.000 Meter über dem Meer liegen,
von Saint Christophe en Oisans bei Grenoble bis zur Bernina-Gruppe
über das Montblanc Massiv, das Wallis und das Berner Oberland.
Ständig den Launen des Wetters ausgesetzt, auf wunderschönen
Höhenwegen und immer neuen Routen durchstreifen die beiden
Bergprofis die Alpen. Der Film zeigt zwei von Leidenschaft
erfüllte Männer, für die die Liebe zum Berg und die
Freundschaft mehr zählt als alles andere. Zwei Monate
verläuft ihre Tour durch die Wildnis der Alpen problemlos. Doch am
59.Tag findet ihr Abenteuer ein plötzliches und tragisches Ende.
Auf einem schmalen Grat, der zum Dom (4.545 m), dem höchsten
Gipfel der Schweiz führt, bricht eine Wächte und reißt
Patrick Berhault mit in den Abgrund.

Pause

22.30 Uhr
Die Gorillas der Vulkanberge
Dokumentation 2004, Regie: Peter Weinert, 45 min. – deutsch
Im
6.000 Quadratkilometer großen Kahuzi-Biega-Nationalpark im Osten
der Demokratischen Republik Kongo leben die letzten Flachlandgorillas.
Hier begann Dian Fossey ihre Forschungen zu den „Gorillas im Nebel“.
Die Spezies ist bedroht durch die ständigen Kriege in der Region
und durch Wilderer. Carlos Schuler kam vor 20 Jahren in den Kongo und
machte den Schutz der Gorillas zu seiner Lebensaufgabe. Die Begegnung
mit Silberrücken wie dem 15-jährigen Mugawdka ist für
jeden Besucher faszinierend. Mishibere, mit 180 Kilogramm der
imposanteste Silberrückengorilla, gewöhnte sich an die
Begegnung mit Menschen, doch nun ist er verschwunden und seine
38-köpfige Familie ist ohne das Leittier in großer Gefahr.
Carlos Schuler begibt sich zwischen die Kriegsfronten und handelt aus,
dass weiter nach ihm gesucht werden darf. Er setzt dafür sein
Leben aufs Spiel – wie Dian Fossey, die 1985 unter ungeklärten
Umständen ums Leben kam. Nach Monaten kann die Suche
wiederaufgenommen werden – doch sie wird ein trauriges Ende finden.

23.15 Uhr
The South Face
Dokumentation 2003, Regie: Susumu Nakamura, 48 min. – japanisch mit englischen Untertiteln
Dreizehn
der vierzehn Achttausender haben Mitglieder des Meiji University Alpine
Club bereits bestiegen. Im Frühjahr 2003 sollte der letzte Gipfel
folgen, die Annapurna, und zwar über die mächtige
Südwand. Mit dabei Susumu Nakamura, einer der herausragenden
japanischen Bergfilmer. Er war es, der 1988 die ersten
Live-Fernsehbilder vom Gipfel des Mount Everest gesendet hat. Neben
zahlreichen Himalaya-Gipfeln erreichte er auch den Nord- und den
Südpol und brachte von überall faszinierende Filmaufnahmen
mit. Diesmal begleitet er acht junge japanische Kletterer unter
Führung von Kazuhiro Takahashi mit seiner Kamera durch die
faszinierende, vom Briten Sir Chris Bonington 1970 erstmals bestiegene
Südwand, die bis heute zu den gefürchtetsten 8.000er-Routen
zählt.

SONNTAG, 28. AUGUST

20.00 Uhr
Hannes Schneider in Japan
Eine Filmcollage von Harri Krumböck, 15 min.
Die
Entwicklung des Skilaufs in Japan ist eng mit Österreich
verbunden. Schon sehr früh kamen Skilehrer nach Japan, vor allem,
um militärischen Skiunterricht zu geben. Mit dem vierwöchigen
Aufenthalt von Hannes Schneider im Jahr 1930 setzte sich die
Alberg-Technik in Japan durch. Auf Einladung des Kronprinzen Chichibu
machte sich Schneider auf eine abenteuerliche Reise über Berlin
und Moskau mit der Transsibirischen Eisenbahn bis nach China und weiter
nach Japan. Hier wurde er mit frenetischem Jubel empfangen. 20
Vorträge, 6 Skikurse und drei Radiovorträge hatte Schneider
zu halten, und überall gab es große Empfänge für
ihn. Sein Name ist in Japan seither unvergessen, und so manches Denkmal
erinnert dort noch heute an den Vater auch des modernen japanischen
Skilaufs.

20.30 Uhr
Preisverleihung mit dem Duo FLUTAR
Vergabe
des St. Anton Spezialpreises 2005 und des Publikumspreises 2005 mit der
Verlosung von Sachpreisen für die Teilnehmer an der
Publikumswertung.

Umrahmt wird der Abschlussabend von den zwei
Vorarlberger Musikern, Martin Vallaster (Flöte) und Gerhard Ganahl
(Gitarre), die sich auf eine faszinierende Entdeckungsreise der
japanischen Musik begeben haben. Beim Filmfest präsentiert das Duo
FLUTAR einige der gefundenen Werke traditioneller meditativer, auch
virtuoser, teils avantgardistisch gezeichneter bis hin zu westlich
orientierter Musik aus Japan.

21.00 Uhr
Legacy: Austria’s Alpine Ambassadors – Hannes Schneider and His Disciples
Teil I: 1890 – 1940
Teil II: 1940 – 1955
Dokumentation 2005, Ein Film von Ian Scully, Jeder Teil je 60 min. – englisch
Viele
österreichische Skilehrer und Rennfahrer emigrierten nach Amerika,
sowohl vor als auch nach dem Zweiten Weltkrieg, manche aus politischen,
andere aus wirtschaftlichen Gründen. Einmal in Amerika angelangt,
übten sie großen Einfluss auf den gerade im Entstehen
begriffenen amerikanischen Skisport aus. Unter ihnen war auch Hannes
Schneider, der von den Nationalsozialisten aus Österreich
vertrieben wurde. Ian Scully, Skilehrer und Filmemacher mit St. Antoner
Vorfahren, zeichnet in dieser beim Filmfest zum ersten Mal zu sehenden
Endfassung des ersten Teils seiner zweiteiligen Dokumentation, die
Entwicklung des modernen Skilaufs nach und verfolgt ihre Spuren von den
Anfängen am Arlberg bis in die berühmtesten amerikanischen
Skigebiete wie Mount Cranmore in New Hampshire, Sugar Bowl und Squaw
Valley in California oder Aspen und Vail in Colorado. Der
Dokumentarfilm lässt viele der alten Pioniere zur Wort kommen und
zeigt selten zu sehendes und sehr beeindruckendes Filmmaterial aus
alten Tagen.
 

Siehe auch:
www.filmfest-stanton.at