Die Sektion Rheinland-Köln e.V. im Deutschen Alpenverein
gewährleistete mit 100 ehrenamtlichen Helfern den reibungslosen
Ablauf einer besonderen Veranstaltung: Der AlpinTag ist weiter
gewachsen und hatte bei seiner dritten Auflage viel zu bieten. Weit
über 2.000 begeisterte Besucher fanden am 30.10.2004 den Weg ins
Forum nach Leverkusen.

Höhepunkt vor über 1000 Zuschauern
Den Abschluss des Tagesprogramms gestalteten Thomas und Alexander Huber
mit einem Vortrag über gemeinsame '20 steile Jahre'. Ihre
Multidiavision füllte den großen Saal des Forum bis auf den
letzten Platz, zahlreiche Besucher mussten auf den Treppen Platz
nehmen. Ausführlich und humorvoll kommentiert erlaubte das
bayerische Brüderpaar in knapp zwei Stunden einen tiefen Einblick
in ihre Alpinkarriere: Von der frühen Kontaktaufnahme mit der
Bergwelt insbesondere durch den Vater über eine gemeinsame
Erstbegehung im Jugendalter bis hin zu ihren unterschiedlichen
alpinistischen Schwerpunkten und bekannten Taten zwischen Alpen,
Nordamerika und Himalaya.

Wetter verhindert Erstbegehung
Das jüngste Vorhaben der Hubers, im Himalaya eine 800 Meter hohe
Granitwand mit einer neuen Route zu versehen, scheiterte aufgrund von
zwei Metern Neuschnee und einer Komplettvereisung der Wand. Die Reise
endete mit der Wiederholung einer bestehenden Route. Ihr Vortrag in
Leverkusen wurde zum Ende mit tosendem Beifall bedacht; eine
Wiederholung wird auf sich warten lassen: normalerweise tragen die
Hubers solo vor, der gemeinsame Auftritt beim AlpinTag war eine
Ausnahme.

Volle Hütte auf dem Alpintag
Olaf Perwitzschky vom Alpin-Magazin
Ralf Dujmovits, Hajo Netzer,
Kalle Kubatschka (1. Vorsitzender),
Alexander und Thomas Huber



15 Jahre Expeditionsbergsteigen
Ralf Dujmovits ist nach wie vor Deutschlands erfolgreichster
Expeditionsbergsteiger. Er stand auf zehn der 14 Achttausender,
darunter Everest und K2. Nach Leverkusen wurde Dujmovits von
Lebenspartnerin Gerlinde Kaltenbrunner begleitet, mit der er 2004 zwei
Achttausender bestieg. Sie ist eine der besten
Höhenbergsteigerinnen überhaupt, sechs Achttausender stehen
in ihrem Gipfelbuch. Kaltenbrunner ist stets ohne künstlichen
Sauerstoff unterwegs. Die Diashow 'Vom Mount Everest zum K2'
erzählte von Touren aus 15 Jahren Expeditionsbergsteigen – ein
Sammelsurium fesselnder Geschichten von Erfolgen und Misserfolgen in
der Todeszone der Bergwelt. Kaltenbrunner und Dujmovits sorgten
für knisternde Spannung im voll besetzten Saal.

Dachstein-Tauern
Berg- und Skiführer Herbert Raffalt steht für
Qualitätsfotografie. Sein neues Buch 'Zauber des Augenblicks'
stellt die Region Dachstein-Tauern vor, der der Schladminger tief
verbunden ist. Das wurde im Rahmen seines Vortrags deutlich: Der steile
Dachstein mit dem Gosaugletscher, das Tennengebirge, die Hohen Tauern,
die Bergwelt des Salzkammergutes und das Ennstal erlauben faszinierende
Blicke, denen sich das Publikum nicht entziehen konnte.



Die Huberbuam – mal mit Andreas Borchert (Organisation)
und Ralf Dujmovits mal mit Udo „Udini“ Neumann


Kölner Humor
Udo 'Udini' Neumann scharte in seinem Workshop 'Besser Klettern'
Interessierte und Ambitionierte um sich, die erfuhren, wo
Kletterpotenzial brach liegt und wie mit welchem Training eine
Leistungssteigerung zu erreichen ist. Dabei glänzte die rheinische
Frohnatur mit Sprachwitz und Schlagfertigkeit. Thomas und Alexander
Huber schauten für eine halbe Stunde vorbei und stellten sich den
Fragen der Teilnehmer – Neumann erteilte beiden die 'Lizenz zum
Klettern'.

Workshops: Bergfotografie und Höhenbergsteigen
Bereits am Vormittag verriet Jürgen Winkler in seinem Workshop
Geheimnisse der Bergfotografie, Bergführer Hajo Netzer dozierte
über das Höhenbergsteigen. Am Ende der Workshops
äußerten sich die Teilnehmer sehr zufrieden über die
Darbietungen.



We are the champions, my friend!
Alex und Thomas Huber beim Vortrag


Erbse
Comic-Guru Erbse zeichnete den ganzen Tag über Motive auf Helme,
T-Shirts, Schuhe und in Bücher. Wie auch schon beim zweiten
AlpinTag sorgte das dezente Gitarrenspiel aus seiner Ecke für eine
besonders angenehme Athmosphäre. Bei Erbse hat sich innerhalb des
letzten Jahres Einiges verändert: Er ist verheiratet, hat
Nachwuchs, Ideen für einen neuen Comic und, und, und …

Trekkingreise ins Himalaya gewonnen
Bei drei Besuchern des AlpinTages sorgte der Loskauf im Rahmen der
Tombola für den Tageshöhepunkt: Sie freuten sich zu guter
Letzt über ein Kletterwochenende mit professioneller Anleitung,
eine einwöchige Trekkingwoche in einem Wanderhotel und eine
16-tägige Trekkingtour im Himalaya, gestiftet vom DAV-Summit Club.
Insgesamt gingen Preise im Wert von 10.000 Euro über die
Bühne.

Filme im Rahmenprogramm
Gut besucht wurden auch die kostenlosen Bergfilmvorführungen,
darunter ein Portrait über Wolfgang Güllich, Alexander Hubers
'Bellavista', Robert Jaspers 'Expedition zum Bhagirathi' oder die
kostenpflichtigen Kinofilme 'Ring des Buddha' und 'Sturz ins Leere'.

Fazit
Der AlpinTag mit seinen zahlreichen Verkaufs- und
Informationsständen erzeugte zum Teil das Flair einer ISPO- oder
Outdoormesse: Bergsportausrüster und -fachgeschäfte stellen
aus, Regionen sich vor. Menschen hangelten sich von Stand zu Stand. Das
Interesse der Besucher an diesem Angebot ebbte den ganzen Tag über
nicht ab. Das Rahmenprogramm stieß von der Boulderwand bis zu den
Filmvorführungen oder Erbses Comicservice auf breiten Zuspruch. Im
Zentrum aber standen die Workshops und Vorträge, die allesamt
ausverkauft waren.

Der Kölner AlpinTag ist mit dieser Veranstaltung zu einer festen
Größe im Reigen der deutschen Bersport-Festivals geworden
und ist das größte Event seiner Art im Westen der Republik.
Alle Bergfreunde und Kletterer dürfen sich jetzt schon auf das
kommende Jahr freuen, wenn die DAV Sektion Rheinland-Köln e.V. zum
4. Kölner AlpinTag einladen wird.

Siehe auch:
www.mountains2b.com
www.dav-koeln.de