Bergsteiger helfen schnell, effizient und unbürokratisch

Am
8. Oktober 2005 erschüttert ein Erdbeben der Stärke 7,5 auf
der Richterskala die südlichen Ausläufer des pakistanischen
Himalaya. Das Epizentrum liegt etwa 100 Kilometer nördlich der
Hauptstadt Islamabad. Seine Folgen sind verheerend: Über 70.000
Menschen kommen ums Leben. Mindestens ebenso viele tragen schwere
Verletzungen davon. Drei Millionen Menschen sind obdachlos geworden.
Der hereinbrechende Winter macht die Hilfsaktionen in den betroffenen
Gebieten zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

Knapp eine Woche nach
dem Erdbeben sind Jens Sommerfeldt und Christian Walter vom Alpinclub
Sachsen e.V. vor Ort. Die beiden Bergwachthelfer konzentrieren ihre
Arbeit auf das Tal von Sakargah, einem der vielen, kaum
zugänglichen Seitentäler des Industals. Sie versorgen Kinder,
Frauen und Männer, koordinieren die Verteilung von
Hilfsgütern, organisieren den Abtransport von Schwerverletzten.
Sie leisten erste, schnelle und effektive Notfallhilfe: dort, wo die
großen Organisationen kaum hinkommen. Dort, wo neben
medizinischem Wissen bergsteigerische Fähigkeiten gefordert sind.
Dort, wo die Menschen am schlimmsten leiden.

Drei Wochen bleiben
Sommerfeldt und Walter in Pakistan. Inzwischen wurden sie von
Rettungssanitäter Thomas Mecklenburg und Arzt Rutker Stellke
abgelöst. Die beiden setzen die akute Versorgung fort: Sie
kümmern sich vor allem um Kinder, von denen viele schlimmste, seit
Wochen unbehandelte Verletzungen haben.

Die
kontinuierliche Hilfsarbeit ist dringend nötig. Nach Angaben des
UN-Koordinators für humanitäre Hilfe Jan Egeland nimmt die
Lage im pakistanischen Erdbebengebiet schlimmere Ausmaße an als
die nach der Tsunami-Katastrophe in Südasien. „Wir haben noch nie
solch einen logistischen Alptraum erlebt“, sagte Egeland. „Wir dachten,
der Tsunami war das schlimmste, was passieren konnte. Das hier ist
schlimmer.“ Die internationale Gemeinschaft müsse eine „zweite
Berliner Luftbrücke“ einrichten.

Das Problem: Noch
fließen die internationalen Spendengelder extrem spärlich.
Inzwischen sind die zur Verfügung stehenden Mittel so knapp, dass
dringend benötigte Hubschrauberflüge kaum noch finanziert
werden können. Am 26. Oktober 2005 hatten sich 60
UN-Mitgliedsländer in Genf auf die Bereitstellung von 580
Millionen Dollar geeinigt. Von den zugesagten Geldern wurden bis heute
gerade einmal 20 Prozent zur Verfügung gestellt. Während dem
Internationalen Roten Kreuz 1,2 Milliarden Dollar für die Folgen
des Wirbelsturms Katrina und 500 Millionen Dollar für die
Tsunami-Katastrophe gespendet wurden, waren es für Pakistan bisher
knappe 2 Millionen Dollar. Das Erdbeben im Himalaya droht ein
vergessenes Desaster zu werden.

Für seine weitere Arbeit
vor Ort ist auch der Alpinclub Sachsen e.V. auf Spenden angewiesen.
Diese werden zunächst für die medizinische Notfallhilfe
eingesetzt. Mittelfristig sollen sie für den Wiederaufbau von
Straßen und Brücken, Schulen und weiterer wichtiger
Infrastruktur verwendet werden. Die Spenden fließen laut Markus
Walter vom Alpinclub Sachsen e.V. zu 100 Prozent nach Pakistan.

Spendenkonto
Alpinclub Sachsen e.V.
Dresdner Bank
BLZ 850 80 000
Konto 030 866 28 02

Aktuelle Informationen gibt es unter www.alpinclub.com und www.k2climb.net.