Markus Bock

Der
Laie staunt, der Fachmann wundert sich.

Gestern gelang Markus Bock die
8te Begehung der Action Directe (9a) in der Fränkischen Schweiz.
Fast könnte man den Eindruck haben, als ob ein Begeher den anderen
zu Höchstleistungen motiviert und das letzte Quentchen an Biss
freisetzt. Begonnen hat alles mit der plötzlichen Wiederholung
durch den Briten Richard Simpson am 13.10.2005.  Dann – nur zwei
Tage später gelang dem Japaner Dai Koyamada das gleiche
Kunststück und nun eben auch Markus, der endlich als erster
„waschechter Franke“ diese Route bezwingen konnte.

Markus
stand in den vergangenen Jahren schon häufiger kurz vor dem
Duchstieg der Action Directe, aber stets fehlte noch das letzte
Stückchen zum Erfolg. Nun hat er sich wohl endgültig an die
absolute Spitze der Fränkischen Kletterer gesetzt – gleichsam im
Bouldern als auch im Klettern mit Seil.

Mittlerweile
gelang übrigens Rich Simpson auch die erste Wiederholung von
Markus Bocks Erstbegehung „Unplugged“ (9a). Allerdings wird nach dieser
sehr schnellen Begehung schon gemunkelt, dass „Unplugged“
möglicherweise abgewertet wird. Wir werden sehen.

Jedenfalls
scheint es, dass bald die Berichterstattung über Begehungen der
Action Directe ein Ende haben wird. „The show must go on“ und also
werden noch schwierigere Routen die Stelle der Action Directe
einnehmen müssen, die aber auch allgemein als solche anerkannt
sind…

Hier noch ein paar Details direkt von Markus:

Seit wann hast Du Dich an der Action Directe versucht?
2002
hab ich mal häufiger im Herbst an der Action probiert. Als die
Versuche erfolgsversprechend wurden und nah an den Ausstieg gingen,
machte mir Wetter strich durch die Rechnung.

Du
warst also schon vor drei Jahren knapp vor dem Durchstieg. Warum hast
Du Dich erst dieses Jahr wieder mit der Route beschäftigt?

Es
lag nicht an Rich und Dai. Es lag vielmehr daran, dass mich zwischen
2002 und 2005 einfach meine eigenen Projekte mehr interessiert haben,
wie z.B. „Unplugged“ (11) oder „Heiliger Gral“ (11)  – so heisst
die neue Tour am Kollosseum. Mir war es einfach mehr wert
Erstbegehungen zu machen.

Und wie kam es dann dazu, heuer doch wieder an die Action zu gehen?
Ich
hatte all meine mir wichtigen Erstbegehungen gemacht, schwere Touren im
Ausland geklettert wie z.B. „Bah Bah Black Sheep“ 8c+ in Ceuse und nach
einer 2 wöchigen Kletterpause nach der Erstbegehung von „Heiliger
Gral“ den Kopf frei für die Action.

Was natürlich im
nachhinein super war, ist dass sowohl Rich als auch Dai und ich die
Tour gemacht haben und nicht einer auf der Strecke geblieben ist.

UND:
Es
hat Spass gemacht mit den beiden gemeinsam zu probieren. Da war kein
Konkurrenzdruck zu spüren, jeder hat sich ehrlich über des
anderen Begehung gefreut und gerade was Rich betrifft: Für ihn war
es selbstverständlich, mich auch nach seiner Begehung an der
Action zu sichern und mich zu motivieren die Tour auch zu klettern.
Vielen Dank nochmal dafür!!! Auch an Fabi und Mona, die von Ihrer
Kletterzeit hier und da ein Stück abgaben, um mich dort zu
sichern. Besten Dank auch an die beiden!

Fazit:
Mir war
schon wichtig die Action Directe zu klettern, ist ja ein Klassiker und
die erste 11 weltweit gewesen. Noch dazu steht sie vor der
Haustür. ABER: Jede annähernd schwere Erstbegehung ist mir
einfach mehr wert – die hat für mich einen höheren
Stellenwert.

Siehe auch:
Kurzinterview mit Dai Koyamada nach der Begehung von Action Directe
Der Japaner Dai Koyamada sichert sich die 7te Begehung von Action Directe
Der Brite Richard Simpson wiederholt Action Directe
Interview mit Rich Simpson
www.moonclimbing.com
www.FreakClimbing.com