DAVMit dem Umweltgütesiegel wurden am Freitag, 09. November, in Fürth fünf Hütten des Deutschen Alpenvereins (DAV) ausgezeichnet. DAV-Präsident Prof. Dr. Heinz Röhle überreichte Urkunden und Plaketten im Rahmen der Hauptversammlung an die Sektionsvorsitzenden und Pächter der Mittenwalder Hütte, der Nürnberger Hütte, der Johannishütte, der Guben-Schweinfurter Hütte und des Straubinger Hauses.

Kriterien für das Umweltgütesiegel

Das Umweltgütesiegel wird seit 1996 vom Deutschen Alpenverein, dem Österreichischen Alpenverein und dem Alpenverein Südtirol an Hütten vergeben, die den Umweltgedanken besonders konsequent leben. Kriterien für die Verleihung sind unter anderem die Art der Energieversorgung sowie die Wasserver- und -entsorgung.

So sollen vorrangig erneuerbare Energieträger, wie Wasser, Sonne, Wind, Biomasse und Pflanzenöle zum Einsatz kommen, die Wärmedämmung verbessert und wassersparende Armaturen eingebaut werden. Von Bedeutung sind außerdem die konsequente Vermeidung von Abfall sowie die Einhaltung von Schlafsackpflicht, Rauchverbot und Hüttenruhe.

Vom Antrag zur Verleihung

Hüttenbesitzende Sektionen können bei den drei Alpenvereinen das Umweltgütesiegel beantragen. Dies tun in erster Linie Sektionen, die in den vergangenen Jahren ihre Hütten nach ökologischen Gesichtspunkten saniert oder umgebaut haben. Eine Jury, in der unter anderem das Bayerische Umweltministerium vertreten ist, besichtigt und prüft die Hütten und spricht anschließend eine Empfehlung an das Alpenvereinspräsidium aus. Verliehen wird das Umweltgütesiegel im Rahmen der Hauptversammlung des jeweiligen Alpenvereins.

Das Umweltgütesiegel 2007

Im Jahr 2007 wurde das Umweltgütesiegel für neun Hütten beantragt, fünf wurden ausgewählt:

Mittenwalder Hütte
1518 m, Karwendel, Sektion Mittenwald, Pächter: Edith Haberl und Michael Puntigam
Die Pächter der Mittenwalder Hütte legen großen Wert auf die Verwendung regionaler Produkte und nehmen an der Aktion „So schmecken die Berge“ teil. Die Ver- und Entsorgung der Hütte (Baujahr 1879) übernimmt eine Materialseilbahn. Seit 2005 ist die Unterkunft, die sich als Kletterhütte etabliert hat, an die Stromversorgung und die Abwasserentsorgung der Marktgemeinde Mittenwald angeschlossen.

Nürnberger Hütte
2297 m, Stubaier Alpen, Sektion Nürnberg, Pächter: Martina und Leonhard Siller
Die Nürnberger Hütte (Baujahr 1886) wird seit 1914 und damit seit vier Generationen von Familie Siller bewirtschaftet, die die Gäste mit Erzeugnissen aus ihrem landwirtschaftlichen Betrieb im Tal versorgt. Energie liefert ein Kleinwasserkraftwerk in Kombination mit einem Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk. Küchenherd und Kachelofen werden mit Stückholz und Briks befeuert. Die Nürnberger Hütte wird über einen Versorgungsweg und eine Materialseilbahn ver- und entsorgt.

Johannishütte
2121 m,Venedigergruppe, Sektion Oberland, Pächter: Margit und Leonhard Unterwurzacher
Die Johannishütte wurde 1857 errichtet und ist damit eine der ältesten alpinen Schutzhütten in den Ostalpen. In den Jahren 1999 und 2000 hat die Sektion Oberland die Unterkunft generalsaniert und erweitert. Die Johannishütte verfügt nun beispielsweise über eine vollbiologische Abwasserreinigungsanlage. Die Energieversorgung erfolgt unter anderem über eine Photovoltaik-Anlage, ein Gas-Blockheizkraftwerk und eine Gastherme. Außerdem ist die Hütte seit kurzem an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

Guben-Schweinfurter-Hütte
2034 m, Stubaier Alpen, Sektion Schweinfurt, Pächter: Susanne und Helmut Falkner
Die Guben-Schweinfurter Hütte (Baujahr 1912) wurde in den Jahren 2004 bis 2006 generalsaniert: Die Sektion Schweinfurt stellte die thermische Energieversorgung der Hütte auf die ausschließliche Verwendung von Biomasse um und installierte eine Pellets-Heizzentrale. Um Energie zu sparen, verbesserte man außerdem die Wärmedämmung und die Holzverschalung. Die elektrische Energie bezieht die Hütte über das öffentliche Netz. Im Zuge der Sanierung wurde außerdem ein neues Sicherheitskonzept umgesetzt.

Straubinger Haus
1600 m, Chiemgauer Alpen, Sektion Straubing, Pächter: Friedrich Warolly
Das Straubinger Haus (Baujahr 1926) wurde in den Jahren 1977 und 1978 erneuert und schließlich von 1996 bis 2006 generalsaniert. Umfangreiche Wärmedämmmaßnahmen haben den thermischen Energiebedarf des beliebten Mountainbikerziels auf ein Minimum reduziert, ein Hybridsystem mit Photovoltaikanlage, ein Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk und Stückholzkessel versorgt das Haus mit elektrischer und thermischer Energie. Zur Abwasserreinigung kommt eine vollbiologische Abwasserreinigungsanlage zum Einsatz. Der Schlamm wird mit Pumpenwagen auf dem Versorgungsweg abtransportiert.

Siehe auch:
www.alpenverein.de