Am 05.10.2006 gelang Markus Bock die Begehung eines alten Projekts von Andi Hofmann in der Fränkischen Schweiz, das er schwieriger einstuft, als die „Action Directe“ (9a), die Markus letztes Jahr klettern konnte.

Hier sein Bericht:

Gestern konnte ich ein altes Projekt von Andi Hofmann rechts von „Burn 4 u“ (8c) klettern, das ca. 1993 eingebohrt wurde. Ich habe die Route schon 2003 ein wenig ausgebouldert, dann noch mal den ganzen Herbst 2004, dieses Jahr ein wenig im Frühling und nun noch wenigstens 10 Tage nach meiner Rückkehr aus Ceüse.

Das ist definitiv die schwierigste Route, die ich jemals geklettert bin und zudem sicher eine der besten Linien in der Fränkischen. Es handelt sich perfekten schwarzen und grauen Fels. Ich glaube, dass die Tour schwieriger als die Action Directe sein könnte. Alles in allem habe ich für beide Routen ungefähr die gleiche Zeit benötigt, aber die Neutour ist viel kleingriffiger und meine bevorzugte Art der Kletterei.

Der Einstieg ist mit dem von „Burn 4 U“ identisch, also ungefähr 10 Züge als 7a-Route oder so. Direkt im Anschluß kommt der schwierigste Teil der Route: ein 6Zug 8B Bloc Boulder. Wirklich hart an schlechten 2Finger Löchern, weite Züge und schlechte Tritte wobei die Route ca. 35 Grad überhängt. Die Griffe ähneln ein wenig denen der Action Directe und es braucht ein wenig Zeit, bis sich die Finger an die Belastung gewöhnt haben.

Der letzte der 6 Züge ist der härteste. Hart, weil Du eine Ecke genau mit dem Daumen zum pinchen treffen musst. An der Stelle bin ich ungefähr zehnmal gefallen.

Nach dem 8B Boulder kommt direkt ohne Ruhepunkt eine technisch anspruchsvolle, sehr kleingriffige 8b Route mit 15 Zügen.

Es ist noch ein wenig früh, um einen Namen zu vergeben – ich hasse es sowieso schwierigen Routen einen Namen zu geben. Insbesondere wenn es sich um ein „Meisterstück“ wie dieses handelt, das mir sehr viel bedeutet.

Am Sonntag habe ich eine Verabredung mit Hannes Huch, um Fotos zu machen und zu filmen. Ich sende Dir ein paar Bilder kommende Woche und hoffe bis dahin auch einen passenden Namen gefunden zu haben.

Die Gefühle nach der Begehung waren denen nach der Action Directe sehr ähnlich. Es hat eine Weile gebraucht bis ich wirklich begriffen hatte „Ich habs geschafft“. Danach habe ich mich mich Iker Pou getroffen (er ist schon seit drei Wochen in der Fränkischen), um ein paar Bier zu trinken und zu feiern.

Ich bin sehr glücklich die Route geklettert zu haben.

Viele Grüße,
Markus

[Nachtrag vom 11.10.2006]
Nachdem der Spanier Iker Pou Gelegenheit hatte ausgiebig in der neuen Route zu bouldern, warf dieser „sehr harte 9a“ als Bewertung aus. Markus hat sich nun für 9a+ als Bewertungsvorschlag entschieden. Dadurch wird die Neutour auch zahlentechnisch zur härtesten Route der Fränkischen Schweiz und zu einer der schwierigsten Routen der Welt. Nun warten alle gebannt auf drei Dinge: Den endgültigen Namen, spektakuläre Fotos und die erste Wiederholung 😉

Siehe auch:
Markus Bock wiederholt „Biographie – Teil I“ (8c+)
Tickliste komplett: Markus Bock und fränkische Routen ab UIAA 10
Auch Markus Bock gelingt Wiederholung der Action Directe

 

Michl
Michael Ordnung
in
„Burn4U“ (8c | 1994)

Im Hintergrund
verläuft
die Neutour von Markus

Markus
Markus Bock

Andi
Andi Hofmann