DAVDie Neufassung der Hütten- und Gebührenordnung und die Erarbeitung eines Kriterienkatalogs für den Neubau von Klettersteigen – das waren die beiden Schwerpunktthemen der Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins am Samstagvormittag. Am Nachmittag beraten die mehr als 500 Delegierten in der Fürther Stadthalle über die Mehrjahresplanung bis 2011.

Neufassung der Hütten- und Gebührenordnung

Auf allen etwa 600 Hütten des Deutschen Alpenvereins, des Österreichischen Alpenvereins und des Alpenvereins Südtirol gelten ab 1. Januar 2008 wieder einheitliche Übernachtungstarife. Das damit beschlossene Ende des „Tarifdschungels“ war eine der wichtigsten Entscheidungen der Hauptversammlung am Samstagvormittag. Außerdem beschlossen die Delegierten ein generelles Rauchverbot auf den Hütten der drei Alpenvereine.

Eine weitere Änderung der Hüttenordnung betrifft die Hüttenruhe: Sie gilt nun generell von 22 bis 6 Uhr. Im Einvernehmen mit der Sektion kann der Hüttenpächter aber auch einen späteren Zeitpunkt – bis maximal 24 Uhr – festlegen. Die Neufassung und Vereinheitlichung der Hütten- und Gebührenordnungen hatte eine gemeinsame Arbeitsgruppe der drei Alpenvereine erarbeitet.

Klettersteiggehen – DAV modifiziert sein Grundsatzprogramm

Der Deutsche Alpenverein greift künftig steuernd in den Neubau von Klettersteigen ein und sorgt dafür, dass dabei die Belange des Naturschutzes berücksichtigt werden. Denn die Delegierten beschlossen am Samstagvormittag, die strikte Ablehnung des Neubaus von Klettersteigen durch den DAV abzuschaffen. Stattdessen soll die Neuerrichtung oder die Beteiligung daran durch die Sektionen möglich werden. Eine Bedingung muss aber auf jeden Fall eingehalten werden: Der Steig muss nach dem „Kriterienkatalog für den Neubau von Klettersteigen“ errichtet werden.

In den vergangenen Jahren hat sich das Begehen von Klettersteigen zu einem neuen Trend entwickelt; in den Alpen entstehen viele neue Anlagen. Bislang war es dem DAV aber nicht möglich, sich beim Bau vom Klettersteigen zu engagieren, weil in einem Teil seines „Grundsatzprogramms“ festgelegt war, dass der Ausbau der Alpen als abgeschlossen zu betrachten sei und keine neuen Wege oder Steige erschlossen werden dürfen.

Mehrjahresplanung

Die Profilierung des DAV als Bergsportverband, die Erhaltung der Zukunftsfähigkeit seiner 332 Hütten sowie die Sicherung des alpinen Wegenetzes: Das werden – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hauptversammlung am Samstagnachmittag – die drei großen Ziele des DAV bis 2011 sein:

Für die weitere Entwicklung des Bergsports will der DAV in den kommenden vier Jahren rund 750.000 € zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen. Im Mittelpunkt soll die Erarbeitung von zielgruppenspezifischen Angeboten, beispielsweise für Senioren, Familien und Kinder, stehen. Denn: Bergsport steht im Trend und der DAV verbucht jedes Jahr deutlich steigende Mitgliederzahlen.

Um das Hüttennetz zu erhalten, müssen in den kommenden Jahren hohe Summen investiert werden. Grundlage dafür ist die Erarbeitung eines neuen Bauförder- und Bestandsmanagementkonzeptes. Daneben ist es auch Ziel des DAV, die Hütten nach modernen Grundsätzen zu führen und ein zeitgemäßes Hüttenmarketing umzusetzen. Der DAV und seine Sektionen investieren in die 332 Hütten über 20 Millionen Euro pro Jahr. Um diese Summen dauerhaft zur Verfügung stellen zu können, ist der DAV in den kommenden Jahren auf finanzielle Zuschüsse der öffentlichen Hand und von Sponsoren angewiesen.

Der DAV betreut gemeinsam mit seinem österreichischen Schwesterverband insgesamt 50.000 Kilometer Wege. Gerade die zunehmend extremen Wetterereignisse wie Starkregen und Lawinen ziehen die Wege stark in Mitleidenschaft und erhöhen den Arbeits- und Kostenaufwand für die Alpenvereine. Für den Unterhalt seines Wegenetzes gibt der DAV jährlich etwa 2 Millionen Euro aus. Diese Summe soll für die nächsten vier Jahre um weitere 450.000 Euro aufgestockt werden.

Siehe auch:
www.alpenverein.de