Am 29. April trafen sich rund 150 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verbänden in Garmisch-Partenkirchen, um über die Zukunft des Klimaschutzes in den Alpen zu debattieren.

Umweltministerin Ulrike Scharf spricht ihr Grußwort. (c) Marco Kost
Umweltministerin Ulrike Scharf spricht ihr Grußwort. (c) Marco Kost

Im Mittelpunkt des DAV-Klimaschutzsymposiums standen die Themen Tourismus, Bergsport, Mobilität und Umweltbildung. Veranstalter war der Deutsche Alpenverein, der das Treffen im Rahmen seines vom Bayerischen Umweltministerium geförderten Projektes „Klimafreundlicher Bergsport“ organisiert hat.

Seid kreativ!

Einig waren sich die Expertinnen und Experten, dass der Klimawandel viele Probleme für die ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung in den Alpen mit sich bringt, und dass der menschengemachte Anteil am Klimawandel so weit wie möglich zu reduzieren ist. Der größte Hebel in dieser Hinsicht, auch da waren sich alle einig, sei die Mobilität – und damit die Frage, wie es gelingt, möglichst viele Menschen zu einer klimaschonenden Anreise in die Berge zu bewegen.

Im Hinblick auf den Tourismus wurde die Forderung nach einer Stärkung sanfter und nachhaltiger Formen deutlich. An die Adresse der Bergsportlerinnen und Bergsportler richtete das Symposium einen klaren Appell: Reagiert flexibel auf die neuen klimatischen Bedingungen! Ändert eure Pläne, wenn es die aktuellen Verhältnisse erfordern! Seid kreativ!

Für diesen Bewusstseinswandel, das war schließlich die vierte von allen Symposiums-Teilnehmerinnen und Teilnehmern getragene Erkenntnis, seien umfassende Bildungs- und Kommunikationsanstrengungen erforderlich. In seinem Schlusswort sagte Hanspeter Mair vom Deutschen Alpenverein: „Wir müssen alle Kommunikationskanäle nutzen, um alle Zielgruppen zu erreichen. Auch und gerade die jungen.“

Ausgewählte Zitate vom Symposium

Ulrike Scharf, Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz in Bayern:
„Die Alpen sind unter Druck. Und mit ihnen ihre Menschen und ihre Natur. In den Alpen sind die Temperaturen in den vergangenen 100 Jahren um knapp zwei Grad Celsius gestiegen. Das ist beinahe doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt. Die Folgen sind dramatisch: Von fünf bayerischen Gletschern werden wir bald nur noch einen haben. Durch heftige Regenfälle können Hänge instabil werden, und es kommt zu Rutschungen, Steinschlägen oder Felsstürzen. Wir müssen jetzt gemeinsam Strategien für den Alpenraum entwickeln. Der DAV ist dabei ein wichtiger Partner.“

DAV-Vizepräsident Roland Stierle:
„Der Klimawandel ist da. Das müssen wir akzeptieren, da müssen wir uns anpassen – als Verband und als Bergsportgemeinde. Es liegt aber auch in der Verantwortung von uns allen, den menschengemachten Anteil so gering wie möglich zu halten und den Kohlendioxid-Ausstoß zu minimieren. Im Berg-sportbereich ist Mobilität der größte Hebel.“

Augustin Kröll, Geschäftsführer Bergbahnen Kleinwalsertal und Oberstdorf:
„Allen relevanten Akteuren ist inzwischen bewusst, dass der Klimawandel alle betrifft und der menschengemachte Anteil steigt. Und allen ist auch klar, dass sie ihren Anteil zum Klimaschutz leisten müssen.“

Hanspeter Mair, Geschäftsbereichsleiter Hütten, Naturschutz, Raumordnung beim DAV:
„Es ist uns gelungen, wichtige Akteure aus Wissenschaft, Verbänden, Wirtschaft und Politik zu vernetzen. Gemeinsam haben wir gute Lösungsansätze entwickelt.“

Dr. Georg Bayerle, Moderator, Redakteur und Autor beim Bayerischen Rundfunk:
„Es ist erstaunlich zu sehen, wie viel sich die Vertreterinnen und Vertreter aus den unterschiedlichen Bereichen beim Symposium zu sagen hatten. Und so sind auch gute Ideen für eine angepasste und flexible Entwicklung des Tourismus in den Alpen entstanden. Die müssen jetzt umgesetzt werden. Eine entsprechende Aufbruchstimmung ist jedenfalls deutlich zu spüren.“

Maximilian Witting, DAV-Projektleiter „Klimafreundlicher Bergsport“: „Wir wollten eine sehr heterogene Besetzung des Symposiums, und das ist auch sehr gut gelungen. Das war für alle sehr inspirierend, es sind viele gute Ideen entstanden.“

www.alpenverein.de