In jüngster Zeit waren mehrere Beiträge in den Medien zu lesen, die sich kritisch mit der Partnerschaft zwischen dem Deutschen Alpenverein (DAV) und Toyota auseinandersetzen.

DAV Mobilitätspartnerschaft mit ToyotaHintergrund der Beiträge ist ein Schreiben an die Sektionen, in dem auf die Möglichkeit hingewiesen wird, mit Händlern vor Ort zu kooperieren. Das interne Papier war bereits am 14. September verschickt worden – nicht erst jüngst, wie die Presseberichte nahelegen.Anlass für das Schreiben waren u.a. Nachfragen aus Sektionen, die an einer Partnerschaft mit dem Automobilhersteller interessiert waren.

Bergsport und Mobilität

Die Kooperation mit Toyota besteht seit 2008. Sie wurde vom damaligen Präsidium nach einer sehr ausführlichen und intensiven Diskussion beschlossen und mehrmals in der Hauptversammlung vorgestellt. Die Kernfrage in den Diskussionen war damals, und sie ist es seitdem immer wieder: Kann ein Verband, der den Naturschutz in seiner Satzung als Zweck verankert hat, Partner eines Automobilunternehmens sein?

Der DAV ist sich bewusst, dass jede Autofahrt die Umwelt belastet. Ebenso weiß der DAV jedoch auch, dass rund 75 Prozent seiner Mitglieder überwiegend mit dem Auto zum Bergsport fahren und nur zehn Prozent auf das Auto generell verzichten.

Übrigens aus nachvollziehbaren Gründen: Viele Ausgangspunkte sind in vertretbarer Zeit und mit vertretbarem Aufwand fast nur mit dem Auto erreichbar. Das offenbart einen Spagat, den der DAV schon immer aushalten muss: Die Natur nutzen zum einen, sie zu schützen zum anderen.Hier gilt es, vernünftige und vertretbare Lösungen zu finden – zum Beispiel auf eine möglichst umweltfreundliche automobile Anreise hinzuweisen, wo andere Anreiseformen nur schwierig zu realisieren sind.

Dies umfasst die Empfehlung von Fahrgemeinschaften ebenso wie den Hinweis, dass Autos mit neuester, energiesparender Antriebstechnologie die Umweltbelastung deutlich reduzieren.

Der Partner Toyota

Toyota ist vor diesem Hintergrund nach Einschätzung des DAV ein glaubwürdiger Partner, für den umweltfreundliche Technologien nicht nur ein „grünes Mäntelchen“, sondern ernsthaftes Anliegen sind. Toyota stattet bereits seit mehr als zehn Jahren Fahrzeuge mit Hybrid-Technologie aus, der Prius wurde vom Verkehrsclub Deutschland mehrmals zum umweltfreundlichsten Familienauto gewählt. Seit kurzem ist mit dem Auris ein weiteres Hybrid-Modell von Toyota auf dem Markt.

Mit der Bahn in die Berge

Wo die Anreise zum Bergsport mit anderen Verkehrsmitteln möglich ist, wirbt der DAV nachdrücklich für Alternativen. Seit 2009 sind die Deutsche Bahn und der Deutsche Alpenverein deshalb Partner. Unter dem Motto „Mit der Bahn in die Berge“ sind bereits viele Initiativen realisiert worden – zum Beispiel Wandertipps im DAV Magazin Panorama oder eine große Wanderaktion im Herbst 2010.

Die Kooperation wurde jüngst mit dem zweiten Platz beim TouPlus Bayern 2010 ausgezeichnet, einem Preis für StadtUmland-Kooperationen, der vom Bayerischen Wirtschaftsministerium vergeben wird.

Sponsoren und Partner des DAV – gemeinsame Ziele realisieren

Das Leitbild des DAV gibt für Partnerschaften einen klaren Rahmen vor: „Sponsoringund Zusammenarbeitsverträge mit Wirtschaftsunternehmen werden angestrebt, soweit sie mit den Grundwerten des DAV vereinbar sind.Sie sollen zur Finanzierung der Leistungen des DAV beitragen und sein Image fördern.“ Aktuell arbeitet der DAV mit vier Hauptsponsoren sowie mehreren Nebensponsoren zusammen. Mit jedem Partner wird ein Kooperationsvertrag geschlossen, in dessen Präambel die gemeinsamen Ziele festgelegt werden.

So steht z.B. die Zusammenarbeit mit der Versicherungskammer Bayern unter dem Motto „Sicherheit in den Bergen“; mit den Mitteln der Versicherungskammer werden unter anderem Wegesanierungen sowie das Alpinwetter unterstützt; Globetrotter fördert Projekte im Kinder- und Jugendbereich, Vaude stattet die Lehrteams mit Ausrüstung aus und Toyota ist der Partner für das Thema umweltfreundliche Mobilität.

So konnten z.B. mit Unterstützung von Toyota ein Sonderheft „Klimawandel“ produziert werden, dass dem Magazin Panorama beilag. Anliegen der Partner und des DAV ist es, gemeinsame, sinnvolle Projekten auf den Weg zu bringen.

Der DAV achtet darauf, bei der Finanzierung seiner Leistungen und Aufgaben nicht von Sponsorengeldern abhängig zu werden; die eingeworbenen Mittel dienen vielmehr dazu, zusätzliche Projekte zu verwirklichen.