Der Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags hat am 19. April eine Petition gegen den geplanten massiven Ausbau der künstlichen Beschneiung am Sudelfeld abgelehnt. Sieben Umweltverbände, darunter der DAV, hatten sich mit dieser Petition zum Schutz der hiesigen Berglandschaft an den Bayerischen Landtag gewandt.

Schneekanonen DAV-Vizepräsident Ludwig Wucherpfennig zeigte sich nach der Entscheidung sehr verärgert: "Auf diese Weise verlieren die bayerischen Alpen den Anschluss an andere alpine Regionen, in denen innovative und nachhaltige Formen von Tourismus deutlich besser vorwärts gebracht werden!"

Anlass für das Fachgespräch im Wirtschaftsausschuss waren zwei Dringlichkeitsanträge von der SPD und den Grünen, die sich gegen die Subventionierung von Beschneiungsanlagen im Allgemeinen und am Sudelfeld im Besonderen richten. In diesem Rahmen hatten die Umweltverbände Gelegenheit, ihre Petition zu erläutern. Sowohl die Anträge von den Grünen und der SPD als auch die Petition der Umweltverbände wurden mit den Stimmen von CSU, FDP und Freien Wählern abgelehnt.

Für den DAV trug Vizepräsident Ludwig Wucherpfennig die Argumente gegen den geplanten Ausbau der Beschneidung am Sudelfeld im Wirtschaftsausschuss vor. "Der Tourismus in Bayern muss sich den geänderten Rahmenbedingungen durch den Klimawandel anpassen und entsprechend weiterentwickeln." Das Aufstellen von Schneekanonen in niedrig gelegenen Gebieten wie dem Sudelfeld sei das Gegenteil.

"Eine finanzielle Förderung durch den Freistaat darf es daher auf keinen Fall geben", so Wucherpfennig. Stattdessen müsse man die Gemeinden im bayerischen Alpenraum bei einer Neuorientierung der Tourismusangebote unterstützen. Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz, kritisierte „die geplante Energieverschwendung und die Zerstörung einer wertvollen Alm-Kulturlandschaft“.

Das Projekt am Sudelfeld

Neben der Modernisierung und dem Neubau von Liftanlagen sowie entsprechenden Pistenveränderungen ist am Sudelfeld eine massive Erweiterung des Beschneiungssystems geplant. Vorgesehen ist dazu die Errichtung eines 15.000 Quadratmeter großen Speichersees und die Erweiterung der bestehenden Beschneiung von 20 auf insgesamt 71 Hektar.

Die Planungen betreffen zwei Landschaftsschutzgebiete, in denen solche Eingriffe aus guten Gründen nicht erlaubt sind. Die Projektkosten werden auf 45 Millionen Euro geschätzt. Die Skigebietsbetreiber hoffen auf 15 Millionen Euro staatliche Unterstützung.