Das Banff Mountain Film Festival ist das renommierteste Outdoorfilm-Festival der Welt, auf dem einmal im Jahr in dem kanadischen Städtchen Banff die sogenannten "Outdoor-Oscars" vergeben werden. Danach geht eine Auswahl der besten Filme auf Welt-Tournee und kommt jährlich im Frühjahr nach Deutschland. Insgesamt stehen rund 80 Termine in Deutschland, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden auf dem Programm.

14c (c) George Knowles
14c (c) George Knowles

Sieben Filme, 120 Minuten Natur & Abenteuer präsentiert von Primaloft und Vaude: Seit 1976 treffen sich im kanadischen Banff die weltweit besten Filmemacher, Abenteurer und Alpinisten, um auf dem mehrtägigen Banff Festival Filme zu schauen, diese zu diskutieren und natürlich auszuzeichnen. Die besten Dokumentationen gehen im Anschluss auf World Tour und sind ab Februar auch in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden zu sehen.

Fotostrecke: Banff Mountain Film Festival Tour 2015

 

Mit der Premiere am 20.2.2015 in München startet die diesjährige Tour ihre Reise durch Deutschland – mit im Gepäck 7 erzählerische und bildgewaltige Abenteuer- und Naturfilme, darunter zum Beispiel die Öko-Dokumentation Damnation, die ganz offen die Zerstörung von Natur und Canyons für profitbringende Staudämme anprangert oder THE RIDGE von und mit dem Bike-Künstler Danny MacAskill, der fast spielend Bergpfade mit dem Rad bewältigt, die andere zu Fuß nicht wagen.

Trailer: 2014/15 Banff Mountain Film Festival World Tour

Alle Filme in der Übersicht:

Damnation
Umweltdokumentation, USA 2014, 52 Minuten

Wie kann man die Kraft des Wassers im Einklang mit der Natur nutzen? Vor hundert Jahren schien es vernünftig, in den USA Dämme zu bauen. Sie lieferten günstigen Strom für ein Land, dessen Wirtschaft am Boden lag, sie regulierten den Wasserstand und reduzierten Flutkatastrophen. Doch zu welchem Preis? Canyons wurden geflutet und ganze Ökosysteme zerstört. Die Dämme veränderten die Landschaft – doch viele von ihnen sind schon seit Jahren außer Betrieb.

Eine Reihe von Aktivisten prangert nun die Nutzlosigkeit dieser Betonblockaden an, stößt aber vielerorts nur auf taube Ohren. Und dass, obwohl hundert Jahre lange genug sein sollten, um die Entscheidungen der Vergangenheit zu überdenken.

14. C
Klettern, USA 2014, 9 Minuten

Kai Lightner war sechs Jahre alt, als er seine Leidenschaft fürs Klettern entdeckte. Bei Wettkämpfen hat er bereits etliche Preise abgeräumt, doch jetzt zieht es ihn immer öfter nach draußen, meistens in die Red River Gorge (Kentucky), wo er auch 2011 seine erste Outdoor-Route geklettert hat. Mit seiner Mutter hat Kai einen Deal: Er darf klettern soviel er will, solange die Schule nicht darunter leidet, doch das ist für den Musterschüler kein Problem.

Um ihn zu unterstützen, springt seine Mutter sogar über ihren eigenen Schatten. Wandern, Klettern und Campen waren für sie früher keine Option. Heute lässt sie sich auf das Outdoor-Abenteuer ein. Zumindest für ein Wochenende.

Danny MacAkill: The Ridge
Mountainbike, Schottland 2014, 7 Minuten

Vor knapp fünf Jahren ist Trial-Biker Danny MacAskill mit einem YouTube-Video über Nacht berühmt geworden. Damals balancierte er in Edinburgh über Zäune und sprang mit seinem Rad von einem urbanen Hindernis zum nächsten. In den letzten Jahren hat er seine Trickpalette um einige Stunts erweitert.

Mit diesen neuen Fähigkeiten kehrt der Schotte jetzt in seine Heimat zurück – nicht nach Edinburgh, sondern auf die Isle of Skye. Dort möchte er mit dem Mountainbike den berühmt-berüchtigten Cuillin-Grat entlangfahren. Mountainbiken vor der grandiosen Kulisse der schottischen Highlands.

The Stonemasters
Klettern, USA 2014, 30 Minuten

Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist das Yosemite Valley die heimliche Heimat der amerikanischen Kletterer. Das „Camp 4“ war in den Siebzigerjahren „the place to be“, wo dank gewisser Substanzen nicht nur das Klettern für Höhenflüge sorgte.

Die Kletterer rund um Jim Bridwell zu denen u.a. John Long, Lynn Hill, Ron Kauk und die Free-Solo-Legende John Bachar gehörten, waren bekannt als die Stonemasters (oder „stoned masters“?) und wegen ihres lässigen Lifestyles nicht gerade beliebt bei den Parkaufsehern. Nichtsdestotrotz eröffneten sie zahlreiche neue Routen, entdeckten den Reiz des Free-Solo-Kletterns und sorgten dafür, dass das Klettern als ernsthafter Sport wahrgenommen wurde.

Sculpeted in Time: The Wise Man
Portrait, USA 2014, 5 Minuten

Eddie Hunter ist vermutlich der älteste Skifahrer im ganzen Ban! National Park. Er wurde 1923 geboren, in dem Jahr, als das erste kanadische Skigebiet am Mt. Norquay eröffnet wurde und ist dem Schnee seiner Heimat seitdem immer treu geblieben. Noch heute stürmt er regelmäßig mit seiner Tochter und seinem Enkelsohn die Piste.

Schwer zu sagen, wer dann auf wen stolzer ist: der Opa auf den Enkel oder umgekehrt. Denn beim Skifahren sieht man Eddie sein Alter nicht mehr an. „Ich hatte einige schwarze und einige weiße Jahre – insgesamt achtundachtzig „, sagt er schlicht, „so viele wie das Klavier Tasten hat.“

Touch
Gleitschirmakrobatik, Frankreich, Griechenland 2014, 5 Minuten

So gern er auch abhebt, Gleitschirmakrobat Jean-Baptiste Chandelier verliert nicht gern den Boden unter den Füßen. Am liebsten umkreist er mit seinem Schirm die verschiedensten Hindernisse – aber aus nächster Nähe. Und da alles Gute von oben kommt, muss man es ihm wohl verzeihen, wenn er einer Hotelanlage in Griechenland einen ungebetenen Besuch abstattet oder als blinder Passagier auf einen fahrenden Bus aufspringt …

Vasu Sojitra – Out on a Limb
Skifahren mit Handicap, USA 2014, 7 Minuten

Skifahren, das schafft Vasu Sojitra mit links – und das obwohl sein rechtes Bein bereits im Alter von neun Monaten wegen einer Blutinfektion amputiert werden musste. Seitdem lebt er mit einem Handicap, das viele von uns schon im Alltag an ihre Grenzen bringen würde.

Doch das hindert den leidenschaftlichen Skifahrer nicht daran, seinen Sport auszuüben. Sogar im steilsten Terrain weigert er sich, wegen seiner Behinderung zurückzustecken und schlägt sich mit Einfallsreichtum und eisernem Willen bis zum Gipfel durch – und genießt danach die verdiente Abfahrt im dichtesten Tiefschnee.

Alle Infos zu Tickets, Terminen und Filmen unter: www.banff-tour.de