Am
1.11.05 dem eher schlechteren dieser Herbsttage konnte Christian
Bindhammer in Pinswang/Österreich seine Erstbegehung Big Hammer 9a
abhaken. Die mutige Einstufung 9a bei einer Erstbegehung lässt
Chri aber dennoch fallen.

Die Linie hat ihren Ursprung in der
Route Roter Riss/8a  an deren Ende eine Einzelstelle über
einen Bauch mit Untergriffen (etwa 8b/b+) führt. Dann nach einem
mehr oder weniger guten Rastpunkt an Slopern (die erst mit einer
gewissen Anzahl an Versuchen zu einem echten Ruhepunkt werden) kommt
die eigentliche Schlüsselpassage von 9 Zügen, die nach einer
sehr komplexen Lösung verlangt und sich mit einer 8a/a+ Boulder
Bewertung einstufen lässt.

Die
insgesamt 25 Meter lange Tour hält alles bereit was das Herz
begehrt. Loch-, Leisten- und Zangenkraft, Körperspannung und vor
allem extreme Schulterkraft wird für die Schlüsselpassage
gefordert.

Christian dazu: „Ich habe bisher noch in keiner
Einzelpassage einer Route solche unterschiedlichen Anforderungen an die
Kraft und einen solch komplexen Bewegungsablauf erlebt. Optisch sieht
die Route gar nicht so schwer aus, aber der Fels ist eigentlich
ausschließlich nach unten geschichtet und die Stelle ist steiler
als es scheint.“ Dementsprechend aufwendig war die Vorbereitung auf die
Tour.<br />
Christian probierte ca. 11 Tage an der Tour von denen er
an die 7 für die Ausarbeitung der Methode werkelte.
Einzelzüge waren isoliert schon Anfangs möglich, auch auf
verschieden Varianten.

Aber die verzwickte Anordnung der
Griffe verlangt für den Durchstieg der kompletten Passage nach
einer häufigen Positions- Änderung der Füße um so
überhaupt Druck auf die Seit- und Zangengriffe zu bringen.

Ab
dem 8. Tag setzte Christian dann ernsthafte Versuche und nach und nach
ging es einen kleinen Tick höher, ehe am 10 Tag der „Fast-
Durchstieg“ folgte. Erst am letzten Zug der Passage ging es nach unten.
Noch einmal 2 Ruhetage und Christian gelang endlich die Erstbegehung
der „Big Hammer“

Zwischendurch gelang Christian mit
„Pandaemonium“, Schwierigkeitsgrad 8c am gleichen Fels noch eine
weitere Erstbegehung, die es in sich hat.

Nachtrag 02.12.2005
Statement von Christian Bindhammer


Hey Christian „Pinky“-„Naturbursch“ Winkelmair,

da
bist du leider insgesamt nicht ganz richtig informiert. Das mit Sika
umrandete Fingerloch in „Big Hammer“ ist leider bei einem Versuch
ausgebrochen (übrigens mit namhaftem Zeugen als Sicherer).
Daraufhin hieß es, möglichst exakt den Griff
nachzumodellieren. Die gleiche „Sauerei“ hat man übrigens in
„Action Directe“ oder „Realization“, die ja als komplett natürlich
gelten… leider hält der Fels in diesen Graden nicht immer soviel
Kraft aus, das sind ja nur noch mini Käntchen.


Bei
„Pandeamonium“ hingegen hat mir Christoph erklärt, dass ihm vor
Jahren ein Griff an der besagten Stelle mit „Nichts“ ausgebrochen ist,
diesen aber nicht mehr repariert hat und seitdem die Route nicht mehr
probiert hat. Also Sika mit „Zustimmung des Erstbegehers“ an dieser
Stelle. Ein paar Leisten sind dann noch mit Zement verstärkt, aber
nicht auf der Greiffläche. Dies dient lediglich zur Befestigung,
da ich es nicht so schön finde, dass potentielle Wiederholer mit
einem Griff aus der Wand fliegen und sich dann auch noch dabei
verletzen. Also von zurechtschnitzen keine Spur. So sieht das in
Wahrheit aus.


Wenn
Du trotzdem Probleme mit den beiden Routen hast, so ist es super, wenn
Du Stefan, Christoph und Alex einschaltest, so lässt sich das
sicher für Dich am Besten in gemeinsamer Runde klären. Sich
zu treffen, hatte ich ja schon immer vorgeschlagen.


Vielen
Dank für Deine nette Mail(siehe nachfolgend!), find ich total
super, dass Du dich endlich so meldest, ist doch viel schöner als
das anonyme Zeugs.


Deine
guten Ratschläge für alle Allgäuer sind besonders nett
gemeint. Ich hab mich schon nach einem Leibwächter, (extra aus dem
Rotlichtmileau, der ist ganz scharf auf Pink) umgeschaut und mein Auto
auf Panzerglas umgerüstet, da ich ja doch recht oft noch in
Österreich sein werde 😉


@“See You in heaven“   – Na so alt bin ich dann auch noch nicht 😉

Außerdem
komm ich laut Deinen Kommentaren doch sowieso in die Kletterer
Hölle – wobei, da sollen die Überhänge ja besser sein 😉


Grüsse nach Tirol,
Christian

@ climbingpati (dani rupprich)
Noch
mal kurz zur 8c am der Weißwand: Gerne könnt ihr euren Namen
verwenden, hatte ich ja schon im letzten Kommentar vorgeschlagen. Der
Name war nie provokant von mir geändert worden, sondern ich wusste
def. nicht, dass schon ein Name besteht. Hatte nicht die Absicht
jemanden „fies“ zu behandeln oder gar zu kränken, was
offensichtlich so aufgefasst worden ist.


Anscheinend wurde der Name „Missing Link“ von Euch zwischenzeitlich sogar am Fels angeschrieben, wie ich gehört habe.

Ihr scheint da wirklich sehr nachtragend zu sein.

Es
war damals eine 2 Tages Aktion als Gast aus dem Frankenjura und gut
warm an dem Wochenende und fand die Route im Vergleich zu anderen
Touren zumindest an dem Tag eben 8c. Ich bin immer offen für
weitere Meinungen zum Schwierigkeitsgrad, da es ja nur ein Vorschlag
zur Bewertung ist. Erste Bewertungen sind nie das „Amen in der Kirche“.


Aber ich finde es wichtig, die Route erst geklettert zu haben um sich auch wirklich dazu äußern zu können!!

Mit
Sponsoren hat das im Übrigen gar nichts zu tun, oder hast Du
jemals von dieser Route einen Bericht oder gar Fotos gesehen? Manchmal
kann ich mich wirklich nur wundern, welche Ansichten so mancher hat.


Wenn man will, kann man sich über „Gott und die Welt“ aufregen, das tut einem aber meist selbst nicht so gut.

Grüße,
Christian

Nachtrag 02.12.2005
Statement von Harald Röker

Normalerweise
halte ich mich aus solchen Diskussionen komplett heraus, aber hier wird
versucht, mit Unwahrheiten und Andeutungen den Ruf eines Menschen zu
schädigen und nationale Zwietracht zu säen. Ich finde solch
extrem „lokales Denken“ sehr bedenklich und außerdem sollte, was
wahr ist, auch wahr bleiben.


A)
„Big
Hammer“ war und ist eine absolut natürliche Linie ohne
künstliche Griffe. Bei einem Versuch von Christian, bei dem ich
übrigens selbst gesichert habe, ist ihm der versinterte Rand eines
Loches ausgebrochen. Diesen Rand hat Christian mit Sika wieder
nachmodelliert. Wenn ich ihn bei Versuchen davor und danach in der
Route gesehen habe, ist das Loch dabei mit Sicherheit nicht besser
geworden.
Übrigens haben
wir den „Einbohrer“ dieser Route getroffen, der sich sehr gefreut hat,
dass sich endlich jemand der Route angenommen hat und Christian
später auch zur Begehung gratuliert hat.


B)
„Pandaemonium“
war ein altes Projekt von Christoph Finkel. An einer Stelle ist ihm
wohl vor etlichen Jahren ein Griff ausgebrochen. Hier hat Christian
eine (ich wiederhole: 1) Leiste aus Sika angebracht.
Da
der Fels in dieser Route leider nicht von allerbester Qualität
ist, hat Christian einige Griffe mit Zement befestigt, damit diese
Route möglichst lange von potenziellen Wiederholern auch in dem
Zustand angetroffen wird, in dem sie geklettert wurde. Dabei wurden die
Griffe/Tritte selbst nicht verbessert oder manipuliert, die
Greiffläche selbst ist der ursprüngliche Griff. Dies
entspricht durchaus der gängigen Praxis für sogenannte
„natürliche“ Routen in sämtlichen Ländern der Erde. In
diesen Schwierigkeitsgraden hält Fels meist einfach nicht mehr die
Kraft aus, die der Kletterer an die Wand bringt. Kommende Generationen
werden in solchen Routen immer das selbe Problem (Felsstabilität)
haben, daher macht man mit dieser Vorgehensweise auch nichts für
künftige, eventuell noch stärkere Kletterer kaputt.


Übrigens sind die befestigten Griffe von weitem in dem sehr bunten Gestein dort praktisch nicht auszumachen.

Ich
finde es sehr schade, dass hier ein oder zwei Kletterer versuchen,
nationalistisches Gedankengut in den Klettersport zu bringen! Es war so
und wird hoffentlich immer so sein, dass Kletterer
länderübergreifend ihre Leistung vollbringen durften und
dürfen. Wo wären wir, wenn John Bachar nicht Projekte im
Frankenjura hätte klettern dürfen, wenn Chris Sharma die
Begehung von „Realization“ (in der übrigens wie z. B. auch in
„Action Directe“ befestigte Griffe sind) verwehrt worden wäre,
oder wenn die ganzen klassischen Erstbegehungen in den Alpen oder im
Himalaya von kleinkarierten, national denkenden Menschen verhindert
worden wären.


Ich
möchte an dieser Stelle noch anmerken, dass alle Tiroler und
österreichischen Kletterer, die ich in meiner nun fast
30jährigen Kletterlaufbahn näher kennengelernt habe, super
nette Menschen waren, die ihre Freude am Klettern an natürlichen
und zum Teil auch künstlichen Griffen in der ganzen Welt hatten.
Dass
man zu „Kunstgriffen“ unterschiedliche Auffassungen haben kann, ist
legitim, aber dass jemand Hass gegen andere deswegen Predigt und dies
auch noch auf völlig unbeteiligte Menschen ausweitet (Christians
„Rottachbergfreunde“ wurde nahegelegt, auf Kletterausflüge nach
Tirol zu verzichten, da man hier ohnehin nicht willkommen wäre),
finde ich sehr bedenklich und gelinde gesagt sehr, sehr schade.


Harald Röker

Nachtrag 20.11.2005
Statement von Christian Bindhammer

@naturbursch zum Zweiten

Es
erscheint mir ja wirklich mittlerweile etwas verwirrend, was Du
schreibst. Wenn Du es mir wirklich als einen Fehler ankreidest, dass
ich mich nicht bei Dir gemeldet habe, nachdem ich die Route am
Weißfels geklettert habe, so kommt mir das als „minimal“
kleinlich vor. Ich war lediglich für ein Wochenende im Sommer vor
Ort, und kann doch nicht sämtliche Kletterer kennen. Nach wie vor
nennst Du nicht deinen Namen, nach wie vor kenne ich Dich nicht, wie
sollte ich, selbst jetzt nach Deinen provozierenden Kommentaren,
Kontakt zu Dir aufbauen können.


Es
wäre sicherlich ein leichtes für Dich gewesen, mit mir in
Kontakt zu treten, wenn Du  es gewollt hättest.
Beispielsweise haben mir zwei der Erschließer von Pinswang mit
einem Eintrag im Gästebuch meiner Website zu den Begehungen
gratuliert, was ich super nett fand. Auch hier habe ich die
Erschließer nicht gekannt. Es geht also auch anders.


Da
definitiv laut Deiner Kommentare hier der „Hund begraben liegt“, was
Deine Antisymphatie mir gegenüber angeht, so kann ich dazu nur
folgendes kurz sagen:


Mir
wurde die Route als offenes Projekt weitergegeben, was Du ja auch
bestätigst. Auch haben Projekt selten vor der ersten Begehung
einen Namen, dies erklärt, warum ich die Route also“ Big fat greek
winning“ (Fußball Europameisterschaftsfinale an diesem Tag)
nannte. Ich konnte ja schlecht ahnen, dass Du der Route schon vorab
einen Namen geben hast, denn dass ist ja nicht ganz die
alltägliche Vorgehensweise.


Diese
Tatsache gegen mich zu verwenden und mich in der Öffentlichkeit
als Projektraubritter darzustellen, ist wirklich sehr nett von Dir!
Respekt!


Auch
der Hary, dessen Führer wirklich gut recherchiert ist, hat den
Namen deshalb von mir guten Gewissens übernommen. Es gibt also
auch keinen Grund, sich hier aufzuregen.


Wenn
Dir also so viel daran liegt, die Route „Missing Link“(übrigens
gibt’s den Namen schon in Osp, 8b+)  zu nennen, setz ich
mich mit Hary in Verbindung, und die Route wird extra für Dich in
der nächsten Ausgabe umbenannt (Deinen Namen müsstest Du aber
dann schon mal preisgeben).


Jetzt
noch mal kurz zum Fels: Du hast das Ganze doch erst in der
Öffentlichkeit breit getreten. Ich muss mich doch sehr wundern.
Zum Anderen werden die von Dir beschriebenen leichten Routen nie die
Popularität von anderen Felsen in diesem Grad erreichen, deshalb
wird der besagte Ort wegen dieser beiden zusätzlichen Neutouren
sicher nicht plötzlich von Scharen von Kletterern heimgesucht. Das
ist Dir doch genauso klar wie mir. Ich schließe jedoch aus Deinen
Ambitionen, dass der Felsen möglichst wenig besucht werden soll,
dass Du auch ein paar mal im Jahr still und heimlich dort am Klettern
bist ;-).


Wichtig
ist es einfach, sich mit den Leuten vor Ort gut verständigen zu
können. Wenn ich mir Deine Kommentare bisher so ansehe, scheint
das leider ganz und gar nicht Deine Stärke zu sein, und da wundert
es mich dann auch nicht, dass du schnell mal auf Konfrontationskurs mit
den Anwohnern in Pinswang gerätst.


Übrigens,
jeden den es interessiert: Mr. NoName Naturbursch hat auch schon
früher mal einen Kommentar veröffentlicht: Routendatenbank,
Rottachberg, Moccaaugen.


Es scheint mir, als ob Du wirklich ein Talent hast, alles und jeden anzugiften.

Hoffe, Du hast trotzdem ein paar Freunde.

Gruß,
Christian

Nachtrag 11.11.2005
Statement von Christian Bindhammer zu zwei Kommentaren

<span style=“font-style: italic;“>@ naturbursch:
Wer bist Du?

Leider sagt mir Dein Nickname nichts. Bei solch bissigen Kommentaren sollte man schon zu seinem Namen stehen.

Das
erscheinen des allerersten Allgäu Führers 1992, indem
fälschlicherweise Pinswang und die dazugehörige Wand
aufgeführt wurden, scheint leider immer noch etwas stark in den
Köpfen eingebrannt zu sein. Sicherlich wollte sich der
Führerautor nicht „mit Fremden Federn schmücken“.


Deshalb
nun aber die gesamten Erschliesser des Allgäus öffentlich
anzuprangern sehe ich als extrem unfair an. (Holz)Schnitzer gibt es im
Allgäu wirklich viele doch sicher nicht am Fels. Beispielsweise
hat sich der Rottachberg zu einem der beliebtesten Felsen entwickelt,
und wer die Felsstruktur kennt und einschätzen kann, respektiert
die engagierte Arbeit der Erschliesser als dass er sie kritisiert.


Ich
habe im Übrigen ein sehr entspanntes Pinswang vorgefunden, die
Leute sind nett und interessiert am Klettersport. Es gibt keine
Antipathie gegen Kletterer mehr. Warum hier noch immer ein
Kletterverbot herrscht, ist allen Beteiligten unklar.


Die
wenigen Kletterer, die sich überhaupt wegen der Schwierigkeit und
der geringen Anzahl an Routen an den Felsen wagen, sind
rücksichtsvoll und stören weder die Anwohner noch die Natur
im Geringsten.


Im
Vergleich dazu besuchen sicherlich an die 10 Wanderer pro Tag die
„Älteste Burgruine Österreichs“, die sich ja am
direkt am Wandfuß befindet, während die Frequenz von
Kletterern sehr niedrig ist und immer, wegen oben beschriebener Fakten,
so bleiben wird.


Ich
glaube, man sollte hier wirklich die Kirche im Dorf lassen und
endgültig das Kriegsbeil begraben. Von der damaligen Diskussion
habe ich nichts mitbekommen, hoffe aber dass nach 13 Jahren der Zorn
über die erste Ausgabe des Allgäu Führers verraucht ist,
und die örtlichen Kletterer, Österreichische sowie Deutsche
sich nun wieder die Hand geben können.


Da sollte man nicht gegeneinander Arbeiten und von Neid und Hass geprägt sein.

Probleme
gibt es nur, wenn man Sie sich selbst macht. Man lebt miteinander,
genauso, wie der Kletterer mit der Natur lebt und sie am Fels
genießt.


Vielleicht
trifft man sich mal um bei einem Bier das Ganze zu besprechen. So
kannst Du Dir auch ein wirkliches Bild von meiner Person machen, bevor
Du Deine Meinung über mich öffentlich kundtust.


In diesem Sinne. So long, see you in Austria.

Gruß,
Christian


@Michael Hemmerlein:
LOL Lustig…glaub, der Meinung sind nur die Hallenbetreiber 😉

 

Siehe auch:
www.christian-bindhammer.de

Sponsoren:
www.masterrange.de
www.sintroc.de
www.edelrid.de
www.madrockclimbing.com