Ob Bouldern, Klettern am Berg oder in der Halle - der Sport in der Vertikalen ist extrem anstrengend. Das sorgt nicht nur für gereizte Muskeln, sondern fordert auch Haut und Gelenke aufs Äußerste.

Leukotape color (c) Beiersdorf
Leukotape color (c) Beiersdorf

Besonders an empfindlichen Stellen wie den Fingern und Händen sorgen bereits kleinere Beeinträchtigungen für einen großen Verlust an Halt. Mit dem richtigen Tape kann dieser Effekt zumindest ein wenig abgefedert werden.

Tape gibt den nötigen Halt

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Methoden des Tapens: Prophylaktisches und Therapeutisches Tapen.

Therapeutisches Tapen dient dazu, dem Bewegungsapparat mehr Halt zu verleihen, indem das Tape einige Aufgaben der Muskeln und Bänder übernimmt. Um diesen zusätzlichen Rückhalt gewährleisten zu können, ist es wichtig, dass das Fett- und Bindegewebe beim therapeutischen Tapen eine Ausweichmöglichkeit hat. Hierzu wird dünnes Tape verwandt, das nicht zu fest um Finger oder Gelenke geschnürt werden darf. Schließlich soll das Tape die Blutzirkulation nicht einschränken. Vor allem bei Kapselverletzungen und Entzündungen hilft Tape um die Fingerendgelenke kurzfristig.

Liegt eine schwerere Kapselverletzung vor, welche die Mobilität eines Fingers stark einschränkt, so hilft das sogenannte Buddy Tapen, bei dem man den verletzten an einen gesunden Finger fest tapet. Auch aus dem Kampfsport ist diese Methode bekannt – all dies ist natürlich kein Ersatz für den Arztbesuch, der auf Kapselverletzungen folgen sollte.

Außerdem ist es möglich, durch stützendes Tape Hand- und Fußgelenke therapeutisch zu unterstützen. Besonders bei einer entsprechenden Verletzungsgeschichte bringt dies einen zusätzlichen (psychologischen) Rückhalt.

Das prophylaktische Tapen von Hand und Fingern dient dagegen vor allem als Vorbeugung gegen die Abschürfung, die beim Klettern im Gebirge oder in Rissen in der Halle kaum zu vermeiden sind. Ist die Hand erst einmal wund, ist das Halten oft nur noch unter starken Schmerzen möglich, was wiederum eine Gefahr für den Kletterer darstellt.

Außerdem entlastet prophylaktisches Tape bei unerfahrenen Kletterern stark beanspruchte Bereiche: Handrücken, Fingermittelgelenke und Fingerknöchel gehören zu den am häufigsten betroffenen Stellen. Jedoch ist beim prohylaktischen Tapen Vorsicht geboten. Der starke Schutz bewahrt den Körper auch davor, sich an die neuen Herausforderungen anzupassen und Hornhaut zu bilden oder Gelenke und Kapseln zu stärken. Eine gelegentliche Abschürfung und stark beanspruchte Hände machen den Körper stärker und härter, wohingegen dauerhafte Schonung Fortschritte vermindert.

Am Berg hat prophylaktisches Tapen natürlich seine Berechtigung, schließlich geht es hier auch um Sicherheit. Beim Training und vor allem im Indoor Bereich sollte aber weitestgehend darauf verzichtet werden.

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Kinesio-Tape für Finger und Hände

Nicht nur unter Kletterern hat Kinesio-Tape als Rückhalt etabliert. Das vom japanischen Chiropraktiker Kenzo Kase entwickelte Tape ist atmungsaktiv, hautfreundlich und extrem flexibel. Das Kinesio-Tape kann sich mühelos zusammenziehen und ausdehnen, ohne Belastbarkeit einzubüßen. Sogar von schmerzlindernder Wirkung ist oft die Rede.

Besonders an den Fingern tritt die Flexibilität vom Kinesio-Tape voll zur Wirkung und ermöglicht einen optimalen Griff, auch wenn die Finger angeschlagen sind.