Ein neues Kapitel in der Geschichte der Bergrettung wurde mit dem Kongress "Rettung von den höchsten Bergen der Welt: Fernrettung aus Europa oder Ausbildung vor Ort" aufgeschlagen.

IMS 2010: Raubt Höhenbergrettung dem Alpinismus seine Ausstrahlung?  Beim IMS in Brixen trafen sich am Freitag den 5. November Topbergsteiger mit Experten des Rettungswesen und der Notfallmedizin. Sie diskutierten über die Möglichkeit von Rettungsaktionen in höchsten Höhen.Der hochkarätige Kongresstag, der vom Institut für alpine Notfallmedizin der EURAC Bozen unter der Leitung von Prof. Brugger organisiert wurde, kann wahrscheinlich zu den wichtigsten internationalen Kongressen über Höhenbergrettung in den letzten 20 Jahren gezählt werden.

Bruno Jelk, Präsident der Kommission für Bodenrettung der IKAR und einer der besten Bergretter weltweit, bestätigte dass Bergrettung in über 7000 Metern Höhe mit der heutigen Technik möglich ist. Kooperationen mit Experten aus der Schweiz, Deutschland und Italien machen es möglich, Rettungen von lokalen Stationen im Himalaya durchzuführen.

Diese wenig erfolgreiche Fernrettung kann jedoch nach und nach zurückgefahren werden, sobald die lokale Ausbildung der ortskundigen Sherpas sowie die Weitergabe der Erfahrung aus 40 Jahren Alpenrettung an die lokalen Rettungspiloten weitergegeben werden kann.

Diese Erfahrung soll die Basis für zukünftige Höhenrettungen durch lokale retten in Nepal bilden. Die Teilnehmer, darunter Bergsteiger Simone Moro, Gerold Biner, Ramòn Chiocconi und Nazir Sabir, berichteten von eigenen schwierigen Rettungsaktionen.

Problematisch sehen die Bergretter dabei die Zunahme der Rettung von unerfahrenen Bergtouristen. „Wir nehmen dem Alpinismus seine Ausstrahlung“, bemerkte Reinhold Messner in der abschließenden Diskussion über die selbstverständliche Inanspruchnahme von Helikoptereinsätzen, die den Hochgebirgsalpinismus in Nepal in Zukunft entscheidend beeinflussen könnte.