Karl-Heinz Kubatschka, Vorsitzender des Kölner Alpenvereins, stellte beim Einführungsvortrag fest, dass seit 1998 kein Kompromiss erreicht werden konnte, der es dem Deutschen Alpenverein (DAV) ermöglicht hätte, wieder die Verantwortung im Klettergarten Nordeifel zu übernehmen.

Dr. Ingo WolfIm Rurtal zwischen Untermaubach und Heimbach gibt es ca. 250 Buntsandsteinfelsen (LÖBF 1998). 158 Felsen (63%) werden weder betreten noch beklettert -dort kann sich die Natur völlig ungestört entwickeln. An 92 Felsen sind Kletterrouten vorhanden, von denen 72 gesperrt sind.Derzeit darf nur an 20 Felsen (8 %) geklettert werden. Durch die Felssperrungen und der damit verbundenen Reduzierung der Anzahl und Diversität der Kletterrouten ist das Überleben der Natursportart Klettern ernsthaft gefährdet.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) ist weiterhin dazu bereit, die Verantwortung im Klettergarten Nordeifel zu übernehmen. Sollte es gelingen, wieder mehr Felsen für die Kletterer frei zubekommen, dann kommen für den DAV nur naturverträgliche Lösungen in Betracht. Lösungsvorschläge durch Zonierungen mit temporären Sperrungen und Lenkungsmaßnahmen, da wo es zum Schutz sensibler Bereiche nötig ist, liegen vor und stehen zur Diskussion.

Dass solche Konzepte funktionieren, wird im Frankenjura, im Donautal, der Pfalz und anderswo in Deutschland laufend bewiesen. "Selbst in Nationalparks wie in Berchtesgaden oder der Sächsische Schweiz ist Klettern bis in die Kernzonen hinein erlaubt! Man fragt sich, warum dies nicht auch in der Eifel möglich ist …"

Als Beispiel wurde die wiederholte und erfolgreiche Brut eines Uhu-Pärchens im Bochumer Bruch bei Wülfrath angeführt. Dort hat sich der Uhu angesiedelt und wiederholt gebrütet trotz ganzjährigem Kletterbetrieb, bei nur 100 bis 150 Metern Entfernung zwischen Brutfelsen und Kletterfelsen. "Dort wird ein konstruktives Miteinander von Naturschutz und Klettersport bereits gelebt".

Innen-und Sportminister Dr. Ingo Wolf: Natursport als Beitrag um Mensch und Natur in Einklang zu bringen. Der Minister machte deutlich, dass man nur im direkten Kontakt mit der Natur den richtigen Umgang mit ihr erlernen und erfahren kann, was schützenswert ist. Dies gilt insbesondere für die Jugend. Als positives Beispiel nannte er das Wandern im National Park Eifel – das lang und kontrovers diskutierte Wegekonzept hilft nun Mensch und Natur zusammen zu bringen.

Ziel müsse es sein, das Klettern möglichst wohnartnah zu ermöglich. Dazu habe die Landesregierung die Rahmenvereinbarung "Klettern und Naturschutz" zusammen mit dem DAV und der IG-Klettern auf den Weg gebracht. Er bedauert sehr, dass "Ökofundamentalismus die Beteiligung der Naturschutzverbände an der Rahmenvereinbarung verhindert hat".
 
Es müsse nun ein Konzept gefunden werden, wie die Rahmenvereinbarung zusammen mit den zuständigen Behörden des Landkreises Düren umgesetzt werden kann.

Tamara Schlemmer, die Vizepräsidentin des DAV, berichtet über den unproblematischen Umgang mit Klettern und Naturschutz in der Fränkischen Schweiz, ihrer Heimat: Dort hat sich ein umkompliziertes und konstruktives Miteinander von Naturschutz und Klettersport etabliert, das allen nützt.

Der DAV als bundesweit anerkannter Naturschutzverband schaffe es seit Jahren, "den Spagat zwischen Natursport und Naturschutz zu vollziehen".