Kletterhallenverband setzt neue Sicherheitsstandards

Zu dieser Konsequenz ist das KLEVER -Lehrteam zusammen mit dem KLEVER Vorstand nach einer Analyse der Unfallstatistik 2013 gekommen. An der Erfassung haben 32 von insgesamt 38 angeschlossenen Hallen mitgewirkt und unter anderem die Anzahl der Unfälle, die Ursachen und die Art der Verletzungen gemeldet.

Autotubes und Halbautomaten machen den Klettersport noch sicherer Demnach haben im Jahr 2013 rund 1,23 Millionen Personen die Kletterhallen des KLEVER besucht. Dabei ereigneten sich 236 gemeldete Unfälle, bei denen es zu 160 leichten, 73 schweren und 3 sehr schweren Verletzungen kam. Zu einem Unfall mit tödlichem Ausgang kam es im Erfassungszeitraum nicht.

Im Vergleich mit anderen Sportarten ist Klettern weniger riskant. So kam es in den KLEVER-Kletterhallen zu 0,076 Unfällen auf 1000 Kletterstunden, während der Wert etwa im Profi-Fußball bei 9,4 Unfällen pro 1000 Spielstunden lag.

Bei 7 Unfällen wurde die kletternde Person mit einem Autotube oder Halbautomat gesichert. Allerdings wurde in 18 Fällen ein manuelles Sicherungsgerät wie zum Beispiel ein Tube benutzt. „Das zeigt, dass Geräte mit einer Brems- oder Blockierunterstützung im Vergleich zu manuellen Sicherungsgeräten das Unfallrisiko senken“, sagt Jost Hüttenhain, 1. Vorsitzender des KLEVER.

Video: Mammut Climbing Gear: Smart Belay (Deutsch)

So sicher wie möglich

„Wir wollen das Maximum an Sicherheit in unseren Kletterhallen. Deshalb empfehlen wir in Einseillängen-Routen jedem das Sichern mit Autotube oder Halbautomat. Außerdem setzen unsere Trainer ab dem 1. Januar ausschließlich diese Geräte in Kursen ein, in deren Anschluss wir KLEVER-Card als Nachweis der qualifizierten Ausbildung ausgeben.“

Autotubes und Halbautomaten sind Sicherungsgeräte, die das Seil bei einem Sturz durch einen Klemmmechanismus entweder komplett blockieren (Halbautomaten wie Petzl Gri-Gri, Edelrid Eddy) oder die Bremswirkung automatisch verstärken (Autotube wie Climbing Technology Click-Up, Mammut Smart, Edelrid Mega-Jul).

Im Gegensatz dazu erzielen manuelle Sicherungsgeräte die Bremswirkung nur durch die Reibung des Seils am Material. Das erhöht das Sicherheitsrisiko bei einer Fehlbedienung wie etwa einer falschen Haltung der Bremshand.

Zwar müssen auch Autotubes und Halbautomaten korrekt bedient werden, sie sind jedoch weniger fehleranfällig und bieten deshalb mehr Sicherheitsreserven.

Über KLEVER e.V.

Der Kletterhallenverband KLEVER e.V. ist die Interessenvertretung von derzeit 33 rechtsform-unabhängigen Kletterhallenbetreibern. Desweiteren besteht eine Partnerschaft mit dem CH-Kletterhallenverband IG-Kletteranlagen.