Mit dem aktuellen Aktkalender Palatinum Arts 2006
wird diese Projekt zunächst einmal ein Ende finden. Palatinum Arts
2007 wird es wohl nicht mehr geben. Grund genug ein kleines „Making
off“ und ein paar weitere Details zu diesem
außergewöhnlichen Projekt zu präsentieren…

Making off palatinum arts – Ein Rückblick auf 4 Jahre Pfälzer Aktboulder-Fotografie
Zum
mittlerweile vierten Mal produzierten Alex Wenner und Kai Richelsen
unter ihrem Label palatinum.info ihren palatinum arts Kalender an
Sandstein und Granit.

Zur ersten Ausgabe 2003 schrieb das Klettern-Magazin 11/02:
„«In meinen Filmen gibt es keine nackten Ärsche, und schon gar nicht meinen eigenen.»
Weniger
prüde, aber auch weniger breitbeinig als der hier zitierte John
Wayne präsentieren sich die von Alex Wenner fotografierten
NackteurInnen der Boulderszene im Aktkalender „Palatinum
Arts“. Damit alpine Sittenwächter die Moralkeule im Chalkbag
lassen, sei gesagt, dass alle Fotomodelle das Problem der offenen
Tür erfolgreich angehen“.

Warum ? Schon Peter Paul
Rubens brachte seine Vision nackter Frauenkörper im 16.Jahrhundert
malerisch zum Ausdruck, dicke Frauen waren es im Allgemeinen,
ästhetisch oder unästhetisch, das liegt im Auge des
Betrachters. Im Mittelalter umfasste der Begriff Erotik oft
Liebesschmerz, Eifersucht, Verzweiflung und Obszönität. Daran
hat sich bis heute nichts geändert. Geändert hat sich die
Erotik in der Werbung. Sex wird selten tabulos genutzt, selbst
Supermarkt-produkte die mit Nacktheit und mit Sex-Appeal nichts zu tun
haben, dem Endverbraucher schmackhafter zu machen. Sex sells !!!

Meine
Vision: Was tun, wenn die meisten Boulderblöcke im Lande
ausgesprochen hässlich daherkommen. Meist grünlich bemoost,
manchmal armselig klein und feucht liegen sie unharmonisch eingebettet
in einer dichtbewaldeten Mittelgebirgslandschaft, die der Alpinist und
Kletterer aus Angst vor Gicht, Hautblässe, Wanzen oder Zeckenbisse
meiden will. Die Linien sind es meistens, die den Aufwand lohnen.
Perfektionierte Bewegungen, ein ausgeprägtes kinästhetisches
Bewusstsein, ein  Maximum an Muskelkontraktion und Ästhetik
verlangen dem Boulderer alles ab.

Fotografie ist Ausdruck
höchster Subjektivität, die Liebe zum Detail und ein
Entdecken des Bekannten. Schwarzweiss macht das Bild, mystischer oder
futuristischer wirds, wenn Sepia oder ein zarter Blauton, der die
überhitzten Gemüter, angewärmt durch zuviel nackte Haut
wieder abkühlt, mit ins Spiel kommen. Palatinum arts versteht sich
als eine Symbiose teils hässlicher Blöcke, schöner
nackter Körper und präziser Moves, eine Auseinandersetzung
zwischen Mensch & Fels, auf das absolute Minimum reduziert. Es ist
ein Grenzgang und oftmals schmaler Grat zwischen schmudeliger
Pornografie und ansprechender Erotik, aber doch gesteuert durch
Brennweite, Belichtung und Gestaltung des Objekts. Das klingt fast
schon esoterisch und ein bisschen nach Kunst.

Kunst beschreibt
ein Lexikon als „Entwicklung der Erlebnissfähigkeit eines
Menschen durch wirksame Gestaltung eines gegebenen Materials. Kunst
schafft in sich abgeschlossene, allgemeingültige, aber nicht immer
allgemeinverständliche  Werke“. Na prima, passt doch,
das passt auch für palatinum arts.

Jetzt schreiben wir das
Jahr 2005, der 2006er Kalender kam frisch aus der Druckmaschine und
zeigt erneut ein in sich abgeschlossenes Sammelsurium einzigartiger
Aktfotografie in Europa dies- und jenseits des Boulderblocks.

Making-Off – Gedanken des Fotografen

  • Ok,
    zieh dich aus Mäuschen, die Kameraeinstellung stimmt, schön
    ist, dass es heute trüb am Himmel ist, das macht weniger
    Kontraste. Nein so nicht, komm, mach mal eine ästhetische
    Bewegung. Ja, so ist schon besser. Super.
  • Paparazzi auf der
    Burg: Shit, schau mal, die klotzen mit dem Fernglas vom Turm rüber
    zu uns. Mach schnell, sonst kommen die noch. Oh Gott, da kommt der Chef
    der Burg. Ich hau über den Hinterausgang ab, du ziehst dich
    einfach nur an, und machst so, als wärst du ganz normaler Touri.
    Wir treffen uns am Auto. – Anstrengung bitte, mehr Anstrengung, die
    Muskeln auf deinem Rücken gefallen mir noch nicht. Mach 10
    Liegestütze, ok jetzt passts.
  • Ups, die Lady  ist ja
    nackt, Scharmröte treibts dem Burschen ins Gesicht. Nackt bouldern
    im Zentrum beliebter Bouldergebiete ist sowohl für das Model als
    auch für den Fotograf nicht einfach.

Palatinum arts 2006 – Das Interview

Alex Wenner, der Fotograf von palatinum arts sprach mit einem seiner Models, Annelie, über das Projekt.

Du bist eine Frau der Berge. Was sagt dein Vater (anmerkung d.Redaktion: Alpinist und Eiger-Nordwandbegeher) zu palatinum arts?

Er
sagte mit einem Lächeln im Auge: „Früher hät´s das
nicht gegeben,  wenn dass jetzt zum Sport der Alpen wird, darf ich
auf meinen Wanderungen die Herztropfen nicht vergessen. Nö, aber
jetzt mal im Ernst, keiner will, dass jetzt jeder Kletterer oder
Wanderer im Gebirge nackt daher kommt, gibts denn keineTabus mehr?“
Auch mein Freund fand es anfangs nicht sonderlich toll, dass ich im
Kalender bin, aber als meine Oma ihn begeistert sogar ins Schlafzimmer
hing, hat auch er gefallen daran gefunden.  Ästhetisch und
erotisch findet er die Aufnahmen mittlerweile ?

Du hattest spontan zugesagt, als ich fragte, ob ich dich fotografieren darf, warum?

Nun,
ich kenne euren Kalender seit der ersten Ausgabe und die Aufnahmen von
deinen Jungs und Mädels an den unterschiedlichen Blöcken
hatten mir von Anfang an gefallen, sie sind auch nicht pornografisch,
man sieht ja eigentlich nix schlimmes auf den Bildern, dass
anstössig wäre. Viele Frauen lassen sich in Studios
fotografieren. Mir gefallen die Bilder in der Natur  wesentlich
besser – sie sind einfach was besonderes. Ansonsten ist auch die
Aufmachung von palatinum arts sehr edel.

Annelie frägt AlexW:
Was war deine idee damals, wie bist du zu der vision nacktbouldern gekommen?

Nach
15 jahren alpinen Klettern  und Sportklettern begann ich
ausschliesslich zu bouldern. Ich empfinde diese Art des Kletterns im
gesamten die anspruchsvollste Weise sich am Fels zu bewegen. Die
Bewegungen sind sehr kraftvoll, ästhetisch und man entwickelt mit
der zeit ein ganz intensives Gefühl für die Materie Fels.
Für mich ist es Klettern in Perfektion. Palatinum arts sehe ich
als einen Dialog zwischen Mensch & Fels, als Symbiose einer
schönen Bewegung und eines schönen Körpers, auf das
Wesentliche reduziert. Der Kalender ist ein Medium, meine Aufnahmen
einem grösseren Kreis zugänglich zu machen.

Gab es auch kritische Stimmen zu palatinum arts?

Natürlich
bleiben die nicht aus. Gerade der 2005er hat für Erregung im
Publikum und Provokation meinerseits gesorgt, als ich eine Frau mit
einer Kuh auf dem Titel abgebildet habe. Dieser Kalender hat
Schwerpunkt Alpen. Wir haben ihn im Zillertal, im Averstal in der
Schweiz oder im Allgäu produziert. Seit meiner Kindheit assoziiere
ich Alpen mit Kühen  und daher musste eine Kuh aufs
Titelbild. Ich denke, dem Tier war es egal, Schaden hat sie davon, und
da bin ich mir sicher, nicht davongetragen. Die meisten allerdings
haben sich sehr positiv dazu geäussert, was letztlich auch dazu
führte, dass wir den Kalender in ganz Europa, USA oder sogar nach
Neuseeland verkaufen. Interessanterweise sind die Schweizer, nein den
palatinum arts haben sie nicht erfunden, absolute Fans unseres projekts.

Wie gehts weiter?

Jetzt
schreiben wir das Jahr 2005, der 2006er Kalender kam frisch aus der
Druckmaschine und zeigt erneut eine in sich geschlossene Kollektion
einzigartiger Aktfotografie dies- und jenseits des Boulderblocks. Einen
weiteren palatinum arts 2007 wird es wohl nicht geben. Mittlerweile
kennen viele unseren Kalender, er hat sich in Kunst- und Kletterkreisen
etabliert. Das macht uns natürlich stolz, kostet aber auch viel
Zeit und Energie. Für mich wird es wieder Zeit, neue Wege zu
gehen. An Ideen mangelt es uns nicht. wie lange eine Umsetzung dauert,
weiss ich allerdings noch nicht. Ich lass mich überraschen?

Die Autoren:

Alex Wenner,
36, Dipl.Chemiker und einer der Macher von palatinum.info Mediendesign
klettert seit 21 Jahren und fotografiert schon mindestens genauso
lange. Seine Bilder wurden weltweit in allen führenden
Fachmagazinen, in Büchern und anderen Medien veröffentlicht.
Er selbst kletterte Routen und Erstbegehungen bis 10+ bzw Fb.8a+/b beim
Bouldern.2004 erschien die mittlerweile 2.Auflage seines bei Panico
verlegten Pfalzboulderführers, sowie die palatinum DVD in
Kooperation mit Kai Richelsen und Wojtek Gumula.

Der Autodidakt Kai Richelsen ist nebenberuflich Kameramann, Cutter und Produzent und hat als Mediendesigner u.a. das palatinum.info Webportal entwickelt.

Annelie H.
ist 39 Jahre alt, klettert seit 21 Jahren. Beim Klettern gelangen ihr
Touren bis in den oberen 9.Grad. Alter: 39 Jahre, Beruf: Dipl.
Sozialpädagogin
Interessen: Klettern, Skifahren, Exotische Reisen und Esoterik

Der Kalender:

Palatinum arts 2006
Photographed by alex wenner, designed by kai richelsen
13 SW Fotografien Duplexdruck Schwarz-mattgold
30x30cm Metallspiralbindung
Limited edition
Hier könnt ihr diesen noch bestellen


Siehe auch:

Der Aktboulderkalender palatinum Arts 2006 ist erhältlich
Der Aktboulderkalender palatinum Arts 2005 ist erhältlich
Der neue Palatinum Arts Kalender 2004 ist erschienen
Palatinum
Arts: Der erste europäische Aktboulder – Kalender


www.palatinum.info

Alexander Wenner


Kai Richelsen


Palatinum Arts 2006


Palatinum Arts 2005


Palatinum Arts 2004


Palatinum Arts 2003