Junge, ich kann mich noch sehr gut an dieses intensive Strahlen in Deinen Augen erinnern, in Bruchsal am Sprungplatz, trafen wir uns das erste Mal. Deine ungebrochene Lebensfreude und Deine Ideen brachten mich zum Springen. Wir hatten einiges vor. Ich, der Kletterer, Du der Springer. Gemeinsam wollten wir Berge und Felsen Besteigen und Springen.

Wieso auch nicht, Du bist einer der besten Base-Springer in Europa, hast viel Erfahrung, mehr als 200 Base-Sprünge an den Bergen der Alpen, in Italien, in Norwegen, Thailand, die meisten davon mit Exit´s, wie man sie von Turmspringern kennt, mit Schrauben, Saltos oder mit Ski und einmal bist Du mit dem Fahrrad über die Felskante in Norwegen hinaus gefahren, alle technisch perfekt und bei vollem Bewusstsein.

Es war Dir wichtig, das Deine sehr gut geplanten und teils extremen Sprünge sich von dem Begriff „normal“ abgrenzten. Mit dem Begriff „verrückt“, so wie viele Laien Deine Aktionen beurteilten, auch beim Freeride, konntest du nichts anfangen, verrückt war keiner Deiner Sprünge, auch keine Deiner Abfahrten, lediglich Ausdruck einer anderen Sichtweise, das Leben zu geniessen. Die Sprünge, die wir gemeinsam erlebten, sind für mich unvergesslich. Auch die palatinum Produktion, der Spass am Schnittrechner und die Erlebnisse beim Klettern in der Pfalz, auf dem Gipfel vom Klosterfels, waren wunderbar.

Beim Klettern hattest du Potential, nur leider wenig Zeit, wegen dem Springen. Beim Slacklinen vor ein paar Wochen hatten wir wieder ein gemeinsames Hobby für uns entdeckt. In Teneriffa hattest du am vergangenen Montag einen schlechten Tag.

Dein Lieblingszitat ist von Leonardo da Vinci. „Wenn Du einmal das Wunder des Fliegens erlebt hast, wirst Du für immer mit dem Blick gen Himmel über die Erde wandeln; denn dort warst Du und dorthin wirst Du immer zurückkehren wollen.“

Obi, wir werden Dich und Dein Strahlen vermissen und trauern um Dich, zusammen mit Deiner Freundin und Deiner Familie.
Alex Wenner

Axel Dörken schickte mir noch das nachfolgende Gedicht mit den Zeilen:
Als Nachruf, eigentlich für jeden Menschen, der geht, habe ich mir ein Gedicht abgespeichert. Es hat mir sehr geholfen. Allerdings schreibe ich dazu, dass eine andere Sichtweise der Dinge in Sachen „Glauben“ von Vorteil sein kann.

Tod bedeutet gar nichts.

Ich bin nur in ein anderes Zimmer gegangen,
und was wir füreinander waren, das sind wir noch immer.

Nennt mich mit meinem vertrauten Namen,
sprecht mit mir in derselben Leichtigkeit,
wir Ihr es immer getan habt.
Verändert Euren Tonfall nicht,
tragt nicht die Schwere und Trauer mit Euch herum.

Lacht über die kleinen Dinge,
über die wir immer miteinander gelacht haben.
Freut Euch, lächelt, denkt an mich, betet für mich,
lasst meinem Namen die Bedeutung im Hause,
die er immer gehabt hat.
Lasst ihn ausgesprochen werden ohne Rührung,
ohne trüben Schatten mit ihm verhaftet.

Warum sollte ich denn aus dem Sinn sein
– nur weil Ihr mich nicht mehr sehen könnt.

Der Tod ist nicht das Ende unserer Liebe.
Die Liebe baut uns die Brücke
von der Erde in den Himmel vom Diesseits ins Jenseits.

Mehr Informationen zu Stefan findet ihr auf seiner Website.

 

Oberländer

Stefan Oberländer †