„Hast Du ein paar neue Arme für mich?“ „Ja, aber die sind auch nicht neu!“ Nach acht Stunden klettern zeigten sich die kleinen und großen Kletterfans mit den roten Nikolausmützen zufrieden, aber auch ganz schön geschafft.

Bereits zum achten Mal trafen sich über 100 Kinder und Jugendliche mit ihren Betreuern zum traditionellen Nikolausboulder in den Kletterhallen des Jugendhilfezentrums Raphaelshaus in Dormagen. Eine bunt gemischte Schar von Anfängern und fortgeschrittenen Kletterfans war angereist aus anderen Jugendhilfeeinrichtungen in Bayern, der Pfalz, Siegburg und Essen, einer Bonner Schule und zwei Teams der Kletterhalle Wupperwände in Wuppertal.

Dabei sein ist alles – so lautete das Motto für die einen, während die anderen den ganzen Tag lang hart um ein Ziel fighteten: Möglichst viel Punkte zu erklettern und abends den Pokal zu halten. In der Kategorie der unter 14-jährigen leisteten die Wupperwändler ganze Arbeit, bei den über 14-jährigen landete das Raphaelshaus auf dem 1. und 2. Platz. In der Gruppenwertung gewann ein Team der Wupperwände vor der Janusz-Korczak Gruppe des Raphaelshauses und der SKG Tannenbusch aus Bonn.

„Wir sind zufrieden – es hat wieder viel Spaß gemacht“ – so lautet das Fazit von Daniel Mastalerz, Bereichsleiter der Erlebnispädagogik. Dem Kletterhighlight gingen intensive Vorbereitungen voraus. In stundenlanger Arbeit schraubten die Erlebnispädagogen rund um Mastalerz sämtliche Klettergriffe ab und 150 Griffe (Boulder) an neuen Stellen wieder an. Nur so boten sich für alle Wettkämpfer gleiche Bedingungen. Alle 94 unterschiedlich schweren Routen waren auch den Kids des Raphaelshauses unbekannt. Denn eines steht beim Bouldern an oberster Stelle: Fairplay. Und so traten nur zufriedene Nikoläuse nach der Siegerehrung ihre Heimreise an.  annette höpfner

Das Raphaelshaus Dormagen
… ist seit 1902 eine Jugendhilfeeinrichtung am Rande der Stadt Dormagen. Hinter den alten Mauern direkt an der B9 zwischen Neuss und Köln wurden fortwährend neue konzeptionelle Ideen verwirklicht – so dass das alte Erziehungsheim auch heute noch eine der modernsten Institutionen ist mit zahlreichen Angeboten für Kinder, Jugendliche und deren Familien. Über 200 Kinder und Jugendliche werden in verschiedensten Formen der stationären und teilstationären Jugendhilfe betreut.

Über 150 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen engagieren sich in allen Ebenen der Verantwortung, um pädagogische Antworten auf die Probleme junger Menschen zu finden. Bei all ihrem menschlichen und fachlichen Einsatz bleibt ihnen der Sinn des Namens „Raphael“ bewusst. „Raphael“ ist hebräisch und bedeutet „Gott heilt“. Mit seiner Hilfe und hoher Professionalität sollen Jungen und Mädchen Heilung, Heimat und Hilfe angeboten werden.

Die zahlreichen Pädagogikkonzepte, die sich in sehr differenzierten Gruppenangeboten, den vielfältigen Besonderheiten der Sonderschule für Erziehungshilfe, der Erlebnispädagogik, dem Heilpädagogischen Voltigieren und Reiten und der Zirkuspädagogik entwickelt haben, bieten den Kindern und Jugendlichen vielfältige Lösungsmöglichkeiten für die positive Bewältigung ihrer Zukunft in unserer Gesellschaft.