Anna Stöhr in La Rose et le Vampire (c) Rainer Eder Interview Mammut Pro Team Athletin Anna Stöhr:

Wie war die Zeit mit Antoine? Was hat dich an ihm am meisten fasziniert?
Die Zeit mit ihm war echt lustig. Antoine ist durch und durch ein begeisterter Kletterer, das hat mir gefallen. Fasziniert hat mich, dass er Künstler ist und dies voll und ganz lebt.

Wie hast du die Kletterei in „La Rose“ empfunden? Hat sie dir gefallen?
Die Kletterei in „La Rose“ ist sehr kraftvoll, was eigentlich meinem Kletterstil entspricht. Schade ist, dass künstliche Griffe vorhanden sind bzw. „nachgeholfen“ wurde. Allerdings sollte man das im zeitlichen Kontext sehen; damals war dies in Buoux einfach gängige Praxis.

Wie lange hast du gebraucht? Was ist dir am schwersten gefallen?
Insgesamt habe ich vier Tage am Stück daran gearbeitet. Am dritten Tag konnte ich schon sehr gute Versuche machen, deshalb bin ich dann am Tag der Abreise in der Früh nochmal hin und konnte die Route dann klettern. Für mich gab es zwei harte Passagen: Am schwersten fiel mir der Zug über die Dachkante, da er sehr weit für mich ist. Außerdem war der Zug nach dem Kreuzzug schwer; da musste ich aufpassen, dass ich den Kreuzzuggriff, von dem man wegzieht, richtig einsortiere.

Wie würdest du die Kletterei in „La Rose“ charakterisieren? Auch im Vergleich zu den „aktuellen“ schweren Routen?
Kurz und knackig – das charakterisiert die Tour meiner Meinung nach am besten. Es kommt darauf an, mit welchem Gebiet man die Tour vergleicht. Mit Oliana in Spanien zum Beispiel wäre es schwer, da dort die Routen sehr lang sind. Mit Margalef oder ansatzweise dem Frankenjura könnte man es wahrscheinlich am besten vergleichen.

Was sagst du zur Bewertung? Wie würde die Route heute bewertet werden?
Ich denke die Bewertung passt so; ich persönlich würde die Route heute gleich bewerten.

Warum glaubst du, dass Buoux heute bei den Kletterern nicht mehr „in“ ist?
Vielleicht liegt es an der technischen Kletterei, die heute nicht mehr so gefragt ist. Ich habe es aber genossen, dass nicht 300 Zelte wie vor 30 Jahren – Antoine hat mir das erzählt hat – im Tal standen, sondern dass wir ganz allein sein konnten, also zu sechst und das nur wegen mir.