Vergangene
Woche erschien im renomierten Münchner Malik Verlag das Buch „On
the Rocks – Leben an den Fingerspitzen
„, das Stefan Glowacz zusammen
mit Ulrich Klenner geschrieben hat. Im Vorfeld erhielt ich vom Verlag
ein Rezensionsexemplar und traf mich heute mit Stefan in einem
Münchner Cafe, um über sein Buch zu sprechen. Bei Milchkaffee
und Saft plauderten wir über das Schreiben, Expeditionen,
Erwartungen und Sponsoren.

MJ: Erst einmal herzlichen
Glückwunsch zu Deinem Buch. Hat mir sehr gut gefallen und war auch
schön zu lesen. Als Co-Autor wird Ulrich Klenner genannt – wie kam
es zu dieser Zusammenarbeit?

SG: Der Ulrich Klenner hat das Drehbuch geschrieben zu „Schrei aus
Stein“ und mir hat schon immer sein Schreibstil gefallen. Zudem hat er
eine gewisse Bergaffinität, was bei einem solchen Buch sehr von
Vorteil ist.

MJ: Und das Buch alleine zu schreiben?
SG: Mir war von Anfang an klar, dass ich das alleine nicht schaffen
kann. Es war eigentlich auch ganz anders geplant. Es sollte eigentlich
nur eine Sammlung der ganzen Expeditionsartikel sein, die ich über
die Jahre geschrieben habe, aber als wir konkret angefangen haben, ein
Konzept für das Buch auszuarbeiten, ist es mir sehr schnell klar
geworden, dass das nicht reicht. Ausserdem hatte ich auch noch
über ein paar andere Dinge zu erzählen, die mir wichtig
waren. Vor allem wollte ich unbedingt das Familienkapitel schreiben,
das mir sehr am Herzen lag. Die Zeit, in der meine Ehe kaputt ging war
wirklich die intensivste Zeit, die ich je erlebt habe und auch die
lehreichste Zeit.

MJ: Und daraus ist dann eine Biographie geworden.
SG: Ich sehe das Buch nicht als eine Biographie. Mit 40 schreibt man
noch keine Biographie. Ich sehe das eher als eine Zwischenbilanz.

MJ: Hattest Du das Buch denn schon länger geplant?
SG: Das Buch ist eigentlich schon geplant, seit ich aus der Antarktis
wiederkam – das war 1999. Da hat mich der Verlag drauf angesprochen,
doch dann kam diese Trennungsphase dazwischen, in der ich gar keinen
Kopf für so etwas hatte. Und dann hab ich schließlich gesagt
– ich muss es einfach machen. Das ist wie so ein guter Wein, der reifen
muss. So eine Idee muss einfach auch liegen können.

MJ: Wie kam es eigentlich
zu diesem Verlag? In dem sind ja schon Bücher von John Krakauer,
Hans Kammerlander, Lynn Hill und natürlich auch Reinhold Messner
erschienen. Hast Du die kontaktiert oder sind die auf Dich zugekommen?

SG: Ich hab den Verlag nicht gesucht, sondern die kamen auf mich zu.
Der Piper Verlag hat ja den Malik Verlag mit all den
Abenteuer-Büchern übernommen und die suchten 1999 einen
Nachfolger für den großartigen Erfolg des Buches von Hans
Kammerlander „Bergsüchtig“. Nach all den Jahren waren sie noch
immer interessiert an diesem Buch und nun hat es geklappt.
Natürlich gefällt mir die Nähe zu Piper und die 
Qualität der bis dato erschienenen Bücher. Ich bin da also in
einer guten Gesellschaft.

MJ: Wie sah denn nun die konkrete Zusammenarbeit mit dem Ulrich Klenner aus?
SG: Viele Berichte von den Expeditionen gab es ja bereits durch die
Veröffentlichungen in den unterschiedlichen Klettermagazinen.
Damit war schon ein gutes Drittel fertig. Das habe ich ihm schon mal
gegeben. Für diese Exkurse – also die Zwischenkapitel haben wir
uns immer getroffen, uns ein bestimmtes Thema vorgenommen und er hat
mich dazu interviewt, so wie Du das hier tust. Dann hat er das
zusammengeschrieben und mir dies als seinen Vorschlag gegeben. Er kann
eben genau auf Länge schreiben. Wenn Du nur eine bestimmte
Seitenzahl zur Verfügung hast, dann ist das enorm wichtig und das
kann der Ulrich wirklich gut.

MJ: Warst Du mit dem Ergebnis immer zufrieden?
SG: Teilweise habe ich seine Sachen genommen und komplett
umgeschrieben. Also z.B. das Kapitel über des „Kaisers neue
Kleider“ – das konnte nur ich schreiben, oder die Familiengeschichte
oder Wettkampf und Konkurrenz. Ich wollte unbedingt, dass das meine
Sprache ist, damit ich dahinter stehen kann. Dann hab ich ihm das
Ergebnis wieder zurückgegeben, damit er es noch einmal stilistisch
feilen konnte und dann ist das so durchgegangen.

MJ: Mir sind unterschiedliche Schreibstile aufgefallen. Ist das beabsichtigt?
SG: Ja. Die Sprache und die Ausdrucksweise sollte sich schon
unterscheiden. So ist das Familienkapitel ganz anders geschrieben
worden, als die Expeditionskapitel. Ich wollte auch, dass sich das
nicht Gebetsmühlenartig runterliest, sondern dass auch sprachlich
für Abwechslung innerhalb des Buches gesorgt ist.

MJ: Mir sind auch viele
Zitate aus unterschiedlichsten Literaturquellen aufgefallen – sogar
eines aus der „Dreigroschenoper“ von Brecht. Wer hat die denn
einfließen lassen?

SG: Da muss ich ehrlich gestehen, dass diese Sachen vom Ulrich stammen.
Da bin ich literarisch gesehen nicht so bewandert, dass ich so etwas
machen würde.

MJ: Es werden auch immer
wieder Szenen aus Filmen beschrieben, so z.B. Charlie Chaplin im
„Goldrausch“ oder „König der Löwen“. Von wem stammt das dann?


SG: Die Filmsachen stammen von mir.

MJ: Ich musste nur bei
einer Sache schmunzeln, weil sich da meines Erachtens ein Fehler
eingeschlichen hat. Du schreibst dort „Wie über Henry Fonda in
»High Noon« kreisten auch über unseren Köpfen
unzählige Geier.“ In „High Noon“ ist aber Gary Cooper der Held –
Henry Fonda taucht dagegen u.a. in „Spiel mir das Lied vom Tod“ auf.


SG: Schau! Der erste Fehler! Aber der kommt von mir. Weisst Du – wenn
man von einer Sache extrem überzeugt ist, dann schaut man das gar
nicht mehr nach. Und das war hier der Fall. Gut dass ich nicht Ronald
Reagan geschrieben habe.

MJ: Wenn wir schon von
Fehlern sprechen – einer ist mir noch aufgefallen. Wenn ich recht
informiert bin, heisst die Erstbegehung vom Kurt Alber am Trango Tower
nicht „Internal Flame“, sondern „Eternal Flame“…


SG: Wie hiess noch das Lied?

MJ: Von den Bangles? Ich dachte „Eternal Flame“
SG: Hm – das ist gut zu wissen. Ich war mir wirklich sicher, dass die Route „Internal Flame“ heisst.

MJ: Wurde das Buch
eigentlich – mal abgesehen vom Lektorat – noch einmal von jemandem
gegengelesen, der was mit Klettern zu tun hat?

SG: Einen ganz großen Einfluss auf die Kapitel hatte Uwe
Hofstädter. Er war der einzige Kletterer dem ich die Kapitel zum
Lesen gab und der mir sehr viel geholfen hatte. Bei dem
Konkurrenzkapitel hat auch der Tom Dauer sehr konstruktive Kritik
angebracht. Aber aus der Kletterszene heraus war es vor allem Uwe dem
ich viel bei diesem Werk zu verdanken habe.

MJ: Was mir im Text fehlt
ist ein bischen Deine reine Sportkletterzeit, als Du durch die Gegend
gezogen bist und auch der Bildband „Rocks around the world“ mit Uli
Wiesmeier entstand. Was ist mit Deinen Reisen nach Australien, Japan,
England, den USA, Frankreich? Diese Zeit wurde komplett ausgeblendet.
Hast Du da nichts erlebt? War alles so uninteressant und nicht der Rede
wert?


SG: In der Gesamtheit hat das schon eine Rolle gespielt, weil mich das
Reisen natürlich sehr stark geprägt hat und das tut es auch
heute noch. Es sind jetzt aber nicht diese Geschichten, die man so
erzählen kann bei abgeschlossenen Expeditionen. Da wurde eben
jeden Tag etwas neues erlebt. Bei dem anderen bist Du als Kletterer
z.B. jeden Tag aufgestanden am Mount Arapilis und huntertmal an das
„Punks in the Gym“ hingegangen. Hm – vielleicht wäre es mal
interessant gewesen, wenn man das beschreibt.

MJ: Man fragt sich eben,
was Du zu dieser Zeit alles angestellt hast. Wie Du Deine Brötchen
damals verdient hast. Es steht auch nichts von Deinen Vorträgen
oder Managementseminaren im Buch.


SG: Wenn man ein Buch schreibt, dann hast Du im Kopf, was Dir in dem
Moment am wichtigsten war bzw. am wichtigsten ist. Dann hast Du nur
einen begrenzten Raum zur Verfügung und Du füllst diesen Raum
mit den Sachen, die Dir am wichtigsten erscheinen. Das ist aber das
erste Mal, dass ich höre, dass sich jemand dafür
interessiert. Das habe ich nicht gewusst und daher auch nicht
darüber geschrieben, weil ich es nicht als wichtig erachtete.
Vielleicht hab ich auch zu dieser Zeit zuviele Vorträge über
solche reinen Kletterreisen gehalten und finde das heute eben nicht
mehr so spannend. Die Wahrnehmung verändert sich natürlich
auch im Laufe der Zeit. Das Klettererleben ist eben über all die
Jahre für mich zur Normalität geworden – darin sehe ich
nichts Ungewöhnliches mehr.

MJ: Nun – die Wenigsten
führen so ein Leben, wie Du das führst und von daher stellt
man sich das schon interessant vor und möchte mehr darüber
erfahren.

SG: Das habe ich bislang so nicht gesehen.

MJ: Ich diesem
Zusammenhang stell ich mir auch die Frage: Für wen ist das Buch
denn geschrieben? Du kommst aus dem Kletterbereich, man kennt Dich in
dieser Szene und dennoch handeln ca. 2/3tel des Buches von
Expeditionen, in denen es hauptsächlich darum geht, wie man zum
Berg hin und später wieder weg kommt. Das eigentliche Klettern
nimmt in diesen Kapiteln einen verschwindend geringen Teil ein. Ist das
Buch also für Kletterer oder für Outdoorfans geschrieben
worden?


SG: Dadurch dass ich schon so lange mit der Materie zu tun habe,
langweilt mich wahrscheinlich so eine reine Beschreibung von einer
Klettertour. Das langweilt mich zu Tode. Entweder das ist so super
geschrieben, dass man viel zwischen den Zeilen lesen kann oder ich muss
das Buch zuklappen, wenn einer anfängt nur Züge zu
beschreiben. So etwas kann ich nicht mehr lesen – das ist mir zu banal.
Das ist mir einfach nicht so wichtig, weil es sich wiederholt, weil es
austauschbar ist. Es gibt nun mal nur eine begrenzte Anzahl an
Wörtern, die eine Kletterei beschreiben. So etwas hat man schon
hunderttausend mal gelesen und ich habe auch keinen Ansatz gefunden,
der nicht zu konstruiert wirkt, um jeweils die Klettereien in neue
Worte zu packen. Jetzt mit einem gewissen Abstand und mit Deiner
kritischen Sichtweise muss ich Dir Recht geben. Ich habe das mit dem
Klettern ja bei „Des Kaisers neue Kleider“ versucht reinzubringen, aber
ich wollte es eben vermeiden, dass es sich immer und immer wiederholt.

MJ: Gibt es nun bestimmte Zielgruppen?
SG: Ich habe das Buch nicht für eine bestimmte Zielgruppe
geschrieben und auch wirklich keine Verkaufszahlen im Kopf gehabt. Ich
hab einfach nur das geschrieben, was mir in diesem Moment wichtig
vorkam.

MJ: Inwieweit spielen denn
bei dem Buch kommerzielle Gesichtspunkte eine Rolle? Du liebst ja schon
seit jeher das „Namedropping“. Im Buch gibt es nicht ein einfaches GPS,
sondern ein Garmin GPS, es gibt nicht nur reine Trockennahrung, sondern
Simpert-Reiter Trockenahrung. Auch Marmot, GoreTex und natürlich
Red Chili tauchen im Buch auf. Ist das nicht ein bischen zuviel des
Guten?


SG: Da muss ich zugeben – das ist halt meine Einstellung zum
Professionellen. Hinter den Firmen, die in diesem Buch genannt werden
stehe ich auch – für die bürge ich ja auch mit meinem Namen.
Darüber mag sich aufregen wer will. Schau Dir GoreTex an. Das ist
das Beste, was Du derzeit kriegen kannst. Die sind einer meiner
langjährigsten Partner und die verstehen auch, wie das Bergsteigen
funktioniert. Das ist nun mal das, was ich einer solchen Firma
zurückgeben kann. Ich nenn das Kind einfach beim Namen,
außerdem hört es sich doch noch blöder an, wenn ich
schreibe „unsere wasserdichten, winddichten Jacken“. Und wenn ich sage
mein Garmin-GPS-Gerät, dann ist es einfach so, daß ich von
diesem Produkt ganz einfach total begeistert war. Das gleiche gilt
für die Simpert-Reiter Trockennahrung. Die Leute sollen ruhig
wissen, welche Produkte wir verwendet haben. Das ist schon meine
Auffassung, was Professionalität angeht.

MJ: Dann fehlt mir aber zum Beispiel noch Red Bull…
SG: Red Bull wird nicht genannt, weil es schwer fällt dies in
einem realistischen Zusammenhang zu tun – dann wird es nämlich
platt.

MJ: Ich hab nämlich
wirklich darauf gewartet, dass Du noch Red Bull reinschreibst. Marmot
ist ja drin, aber Dein langjährigen Partner Jack Wolfskin oder
Timberland tauchen nicht auf.

SG: Natürlich habe ich nur die aktuellen Sponsoren genommen.

MJ: Wurden nach diesem Gesichtspunkt auch die Bilder ausgewählt?
SG: In begrenztem Maße schon. Aber die ganze Szene ist ja in
dieser Hinsicht total verklemmt. Erst schreien alle wegen Werbung rum
und dann sieht man diegleichen zwei Ausgaben später in einem
Klettermagazin mit einer Mütze, nacktem Oberkörper und einem
fetten Aufkleber auf der Stirn. Weisst Du – so geht das nicht. Entweder
richtig oder gar nicht. Es gibt da keinen Mittelweg. Wenn ich mit
einem Produkt glücklich bin, dann stehe ich auch dazu und zu der
Firma, die es mir ermöglicht die Dinge zu tun, die ich
gerne tun möchte. Da achte ich also in gewisser Weise schon auf
die Bildauswahl und da seid ihr Redakteure schon die Leidtragenden. Auf
der anderen Seite sitzen wir aber alle im gleichen Boot.

MJ: Klar – das ist ein Geben und Nehmen.
SG: Genau – ein Geben und Nehmen. Ich wollte schon immer einer Firma,
die mich unterstützt auch etwas zurückgeben. Im Zweifel muss
ich das auch, aber damit hatte ich noch nie Probleme. Ich glaube das
ist in dem Buch auch so gelungen, dass es nicht platt wirkt. An den
passenden Stellen erwähne ich die Produkte, weil es eben so war,
aber ich mache nicht extra einen Absatz, damit ich eine Firma auch
nennen kann. Dann taucht eben Red Bull auf einem Helm im Bild auf,
bevor ich eine konstruierte und unglaubwürdige Trinkszene im Text
beschreibe.

MJ: Du hast im Text einige
Personen namentlich genannt, denen Du wohl komplett vertraust. Hast Du
keine Angst, dass einer Dir das krumm nimmt, weil er (oder sie) in
dieser Liste nicht auftaucht?


SG: Nein – die Liste wurde ganz bewusst mit diesen Leuten erstellt und
die passt so. Bei den genannten Personen bin ich mir sicher, dass die
nicht nur bei bestimmten Episoden dabei waren, sondern dass das welche
sind, die mich auch den Rest meines Lebens begleiten werden und zu
denen der Kontakt nicht abreissen wird – ganz losgelöst von einer
körperlichen Leistungsfähigkeit. Danach wähle ich nicht
primär meine Partner aus – es muss vor allem Spass mit den Leuten
machen.

MJ: Bist Du eigentlich
abschließend mit dem Buch alles in allem zufrieden oder
würdest Du jetzt schon Sachen anders schreiben oder sogar etwas
anderes schreiben?

SG: Ich würde es genauso wieder schreiben, denn ich bin
hundertprozentig vom Buch überzeugt. Natürlich – das was Du
angemerkt hast – das sind Argumente bei denen ich sagen muss „Du hast
vollkommen Recht“. Es gibt vielleicht ein paar Episoden in meinem
Leben, die ich nicht als so wichtig betrachtet habe, aber die es
vielleicht wert gewesen wären doch aufzuschreiben, aber im Grunde
genommen würde ich das Buch wieder so schreiben. Ich stehe auch zu
der ganzen Kritik, die ich darin geäußert habe. Ich denke
die wurde jeweils auch mit ausreichend Respekt der kritisierten Person
gegenüber vorgetragen.

MJ: Du hast Dich ja immer
wieder auch bei anderen Leuten kritisch zu Wort gemeldet. Ich kann mich
da an Geschichten mit dem Toni Lamprecht in Kochel erinnern oder mit
dem Peter Baumeister beim El Gigante.


SG: Beim Peter wurde ich nach meiner Meinung gefragt und da habe ich
den Stil eine Route von oben einzubohren kritisiert, weil dies für
mich der Mord an der Kreativität ist. Ich finde es eben wichtig,
dass manche Dinge zu gegebener Zeit in der Öffentlichkeit
diskutiert werden – das ist in der Politik nicht anders. Erst dadurch
kann sich das Klettern auch entsprechend weiter entwickeln. Man muss
sich bei wichtigen Themen gegenseitig auf die Finger hauen. Der
Wolfgang hat das bei mir seinerzeit getan und wenn heute wieder einer
zu mir kommt und sagt „Stefan – das ist von Dir falsch dargestellt
worden.“ dann müsste ich das auch reflektieren und darauf
entsprechend reagieren. Es ist sehr wichtig, dass wir auch so offen
miteinander umgehen und uns gegenseitig auch kontrollieren, denn das
ist die einzige Möglichkeit die sportliche Fairness auch aufrecht
zu erhalten. Darum ist es auch so wichtig, dass gewisse Dinge auch
öffentlich angesprochen werden, wenn sie eine gewisse Tragweite
haben.

MJ: Letzte Frage: Wird es einen zweiten Teil geben?
SG: Wie Du siehst gibt es immer Stoff über den man schreiben kann.
(lacht) Ich muss ehrlich sagen – jetzt ist es erst mal rum ums Eck. Ich
habe jetzt nicht das Bedürfnis direkt ein anderes Buch
nachzuschiessen – es war wirklich eine schwere Geburt. Ich hatte das
ganze Buch in Patagonien dabei und musste es eigentlich dort schreiben,
weil ich so in Verzug war. Ich saß Tag und Nacht an diesem Buch
und hab mich über das schlechte Wetter dort unten gefreut.
Für mich war das ideal. Dort unten musste ich ganze Kapitel mit
der Hand umschreiben und hab dabei festgestellt, dass das wirklich
besser ist, als das gleiche am Computer zu machen. Man denkt einfach
länger über die Formulierungen nach und über das, was
man eigentlich sagen möchte. Es war eine unglaublich harte Arbeit
und außerdem muss ich ein Bedürfnis dazu haben. Rein
kommerziell gesehen habe ich da keine Ambitionen, wie der Reinhold
Messner da ein Buch nach dem anderen herauszubringen.

MJ: Also ist da nichts mehr in Aussicht?
SG: Was ich mir noch gut vorstellen könnte, wäre ein Bildband
aus dem Buch zu machen. Leider waren wir auf zwei Farbtafeln begrenzt
und somit auch die Anzahl der Bilder, aber es gibt so viele tolle
Aufnahmen, dass man diese sehr gut in einen Bildband zusammen packen
könnte. Das ganze eingerahmt von ein paar wenigen,
erläuternden Texten – das wäre noch ein schönes Projekt.
Schreiben werde ich wohl erst in 40 Jahren wieder was.

MJ: Danke, dass Du Dir die Zeit für dieses Gespräch genommen hast.

[editiert am 21.03.2005]

Siehe auch:
On the Rocks – Die Zwischenbilanz von Stefan Glowacz
www.glowacz.de