Die Realisierung an der Südwest Wand der Schartenspitze in der Hochschwabregion wurde für Mich Kemeter zur "Tortour".

Mich Kemeter gelingt die Erstbegehung von 'Tortour' (8c) (c) Frank Kretschmann
Mich Kemeter gelingt die Erstbegehung von 'Tortour' (8c) (c) Frank Kretschmann

Mich Kemeter berichtet:

Den Fokus für so viele Jahre zu halten, um das technische Plattengereibe, mit messerscharfen Boulderpassagen in senkrechtem wasserzerfressenen Fels, bis hin zu einem abweisenden Dach mit seichten Tropflöchern zu realisieren, war eine lohnende Erfahrung.

Die Motivation, meine Triebfeder:

Vor sechs Jahren entstand jener Gedanke, mich einer Tour zu widmen, in welcher ich nur mittels längerfristiger Vorbereitung im Stande sein werde, einen roten Punkt zu hinterlassen. Der „Alpinfuzzi“ Stefan Lieb bot mir diese Gelegenheit. Insgesamt benötigten wir neun Anläufe, um die Linie bis zum Gipfel einzurichten. Es war meine erste Bohrerfahrung: physisch hart und psychisch am Limit.

Fotostrecke: Mich Kemeter in „Tortour“ (8c)

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Der Respekt gegenüber dem Unbekannten:

Das bis anhin nur technisch bezwungene Dach, erschien mir mit meinem damaligen Sportkletterniveau schier unkletterbar. Viele Versuche scheiterten schon nach wenigen Zügen. Das scheinbar „Unmögliche“ zu realisieren, war genau die Herausforderung, welche mich reizte. Jeder dieser Züge begleitete mich gedanklich über Jahre. Unbedingt wollte ich ein Kletterlevel erreichen, um dieses Vorhaben mittels einer Eintagesbegehung abzuschließen.

Oft stand die Sonne hoch am Horizont, doch die Macht des Willens war stärker:

Waren es Mitte dieses Jahres, sechs Tage in zehn aufeinanderfolgenden Tagen, bis die langersehnte Freude beim finalen Zug aufkam und ich meinem „Glückssicherer“ Paul Kiefer am Gipfel mit einem Lächeln in die Augen blickte. Sein Ehrgeiz wie die Motivation, mich vollkommen zu unterstützten – zugleich bei Schneefall, Regen oder Dunkelheit – machte dieses Projekt unvergesslich und einzigartig.

Video: Mich Kemeter in „Tortour“ (8c)

Bewertungsvorschlag: 8c

  • 8 Seillängen
  • 280m
  • 6a+, 7a+/b, 7a+, 8b+, 8c, 7c, 6a+, 7b+
  • Erstbegehung: 2011- Sommer 2012 mit Stefan Lieb: von unten ohne vorheriges Erkunden
  • Erste Rotpunkt: 15. Juni 2017 mit Paul Kiefer
  • Equipment: 12 Expressen, Cams BD 0,5 & 0,75

michael-kemeter.com