Es ist 22 Uhr und der Magnesiastaub der vergangenen 8 Stunden setzt sich langsam. Die eben noch nagelneuen Griffe sehen aus wie nach einem halben Jahr im Einsatz.

Teilnehmerrekord beim "23 Boulder" 2009 in Leipzig

Das war wohl definitiv die beste Einweihung, die sich eine neue Boulderhalle wünschen kann. *207* Teilnehmer holten sich ihren Laufzettel . Vom Anfänger – „Was ist denn ein Sitzstart?" – bis zu Begehern von „Riot Act 8b+". Welcher Sport schafft es schon, diesen Leistungsspagat in einem Wettkampf zu verbinden? Schach. Äh, Bewegungsschach. Also, genau genommen, Bouldern. In unserem Fall der „23 Boulder"-Jedermannwettkampf.

Fotostrecke: Teilnehmerrekord beim „23 Boulder“ 2009 in Leipzig

„23 Boulder", soll heißen: 23 Boulder, geschraubt von Nr.1, „geh ich mit Turnschuhen", bis Nr.23 – superkrass, geht gar nicht, eigentlich nicht möglich. Die Teilnehmer aus Dresden sahen das mit dem superkrass etwas entspannter und lockten selbst unserer Nr.23 vier Begehungen ab. Damit machten sie das Finale unter sich aus. Auch die Dresdner Frauen kletterten wie vom anderen Stern, so dass dem Rest ein spannendes Finale zum Zuschauen blieb.

Allerdings war unser Mann am Rechner bzw. der Rechner selbst auf die Auswertung von Indexberechnungen nicht eingestellt und stürzte nach einer Stunde Eingabe erstmal ab. Berechtigterweise hat diese Zeitverzögerung und vor allem das anschließende Ergebnis für etwas Verwunderung gesorgt. Grund dafür war der starke Einfluss der High Jump -Ergebnisse auf die Gesamtpunktzahl. Die Sprunghöhe ist in Bezug zur Körpergröße in die Wertung eingegangen. Wurde vergessen zu springen oder wurde vergessen, die erreichte Höhe einzutragen, konnte man schon mal 30 Plätze runterrutschen. Für das nächste Mal haben wir uns vorgenommen, die Ergebnisliste auf Grundlage der Heisenbergschen Unschärferelation zu erstellen, um die Sache transparenter zu machen.

Die Kinderwertung machte der No Limit Kader (Geckos spontan) unter sich aus, wobei Susan Neubert diesmal die Nase vor Malte Komm hatte. Leipziger Bouldermeister wurde Jakob Hoppstock, Leipziger Stadtmeisterin Lisa Victoratos.

Unter Anfeuerungsrufen und immer noch hundert Zuschauern fanden dann auch die Finale, sprich die Dresdner Stadtmeisterschaften, statt. Julia Winter und Markus Hoppe flashten 2 von 3 Finalbouldern und errangen den ersten Platz vor Luisa Neumärker, der Vorjahressiegerin Anna Böhm, Robert Leistner und Tobias Wolf.

Gewinne und Jedermannpreise im Gesamtwert von 2600 Euro verdanken wir der großzügigen Unterstützung des Guten Griffs Leipzig, Globetrotter Hamburg und dem Geoquest-Verlag Halle. T-Shirts wurden gesponsert von "Bufo Climbing Shoes" und der Kletterschule „Vertikal Team". Bei der Werbung hat uns das Team von Free-Solo.de maßgeblich unterstützt.Danke auch an die Schrauber Max Wörner vom Bodensee und Dirk Uhlig aus Erfurt, ohne deren professionelle Arbeit kein Finale möglich gewesen wäre. Und vielen Dank natürlich an das No Limit, dessen neue Boulderhalle im nächsten Jahr zu hoffentlich gemischten Finalen der „23 Boulder" führen wird. Die Leipziger kommen! (Wir haben alles gefilmt, und wissen jetzt, wie es geht.)