Patrick Höfling dominiert bei den Jungs

Florian Hecht (Wettkampfkader 3 M&O), der sich am Montag auf dem europäischen Jugendbouldercup in L'Argentière beweisen wollte, nahm lediglich am integrierten Kaderwettkampf in der Qualifikation teil; sein Ergebnis war deshalb weit entfernt vom erwarteten Finaleeinzug. Im Finale der männlichen Jugend trat dagegen wie bereits die letzten vier Jahre Guillermo Urzua aus Bamberg an. Über einen 5. Platz kam er aber leider nicht hinaus.

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Fotos: © Marco Kost (www.mountains-and-more.de)

Auch Luca Habelt (Wettkampfkader 2 M&O) konnte im Finale zum Bedauern vieler keinen Bonus erreichen, belegte aber wegen des besseren Vorrundenergebnisses Platz 4. Die drei aktuell stärksten Jugendboulderer der Region – Floh Mahler, Floh Lochner und Patrick Höfling (alle Wettkampfkader 2 M&O) – lieferten sich demzufolge im letzten Boulder ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Hier siegte Patrick Höfling (1.) vor Florian Lochner (2.) und Florian Mahler (3.). Patrick machte nach dem Titel Münchner Meister der Jugendklasse mit einem Doppelsieg in der Oberlandcupgesamtwertung klar, wer aktuell die Nase vorne hat. Lediglich die beiden Flohs tauschten in der Gesamtwertung die Plätze.

Drei starke Damen im 40+ Finale

In der Erfahrenenklasse der Damen hatten sich mit Bea Lochner (M&O) und Birgit Weiss – der Münchner Meisterin von 2008 (M&O) – am Morgen überraschend zwei weitere Favoritinnen angemeldet. Ursprünglich waren sich alle einig, dass Angelika "Geli" Lorenz (M&O) den Titel schon sicher in der Tasche hatte. Somit war auch der Ausgang des Damen-40+-Finales ungewiss. Im ersten Boulder kamen Jeanette Heinemann (5.) und Andrea Sturhahn (4./beide M&O) auf den 5. und den 4. Platz.

Der letzte Finalboulder war allerdings etwas zu schwer geraten. Keiner der drei starken, erfahrenen Damen gelang es ihn zu klettern. So differenzierten sich die drei nur hauchdünn aufgrund unterschiedlicher Anzahl der Versuche in der Bonuswertung. Geli Lorenz (1.) hatte einen Versuch weniger wie Bea Lochner (2.), und diese wiederum hatte einen Bonus mehr als Birgit Weiss (3.). Da Bea aber bei sonst keinem Oberlandwettkampf teilgenommen hatte, wurde Geli unangefochten Siegerin in der Gesamtwertung vor Birgit Weiss (2.) und Andrea Sturhahn (3.).

Thomas Stallinger verletzt – Martin Baumer gewinnt souverän

Bei den 40+ Herren fehlte der Favorit schlechthin. Thomas Stallinger (Trainer Wettkampfkader M&O) konnte wegen Verletzung (s.o.) zum Bedauern vieler nicht antreten. So waren auch hier die Karten neu gemischt, und es wurden Wetten abgeschlossen, wer von den fünf, etwa gleich starken Herren wohl letztlich vorne liegen würde. Doch schon im ersten Boulder zeigte sich Martin Baumer als besonders erfolgreich.

Er bewältigte das Problem im ersten Versuch, während seine Konkurrenten schon mit dem Erreichen der Bonuswertungen ihre Schwierigkeiten hatten. So schieden im ersten Boulder Joachim Thiel (M&O) und Bertram Schmidt trotz vollem Einsatz aus. Im zweiten Boulder kletterte Martin Baumer (1.) unter dem Jubel des Publikums erneut On sight und gewann vor Robert David (2.) und Stefan Alder (3./M&O). In genau derselben Ordnung reihten sie sich dann auch in der Gesamtwertung des Oberlandcups.

Sophie Arnold entführt den Wanderpokal nach Erlangen

Bei den Damen waren etwa sieben, ziemlich gleich starke Frauen angetreten. Eine große Überraschung war jedoch die Nichtqualifikation von Elisabeth "Eli“ Grünebach. Eigentlich Herzblutboulderin, war ihr Routenergebnis ausreichend für das Finale, alleine bei den Bouldern konnte sie nicht genug Punkte abholen. Natascha Baumhauer hatte aufgrund Schlafmangels in der Qualifikation mit ihrer schlechten Tagesform zu kämpfen und musste den Wettkampf deshalb leider abbrechen.

Tabitha Eckfeldt (5./Sichtungskader M&O) gelang im ersten Finalboulder nur ein Bonus, genauso wie Luisa Mangold (4./Bad Tölz). So traten im letzten Boulder Joana "Jojo" Melle (M&O), die Münchner Meisterin von 2011 sowie Tamara Seibold (M&O), die Münchner Meisterin von 2012, und die Erlangenerin Sophia Arnold gegeneinander an. Niemand hätte eine Prognose gewagt, denn es war nicht klar ersichtlich, welche der drei Damen die beste Tagesform aufwies.

Jojo (3.) kam noch bis zum ersten Bonus und Tamara (2.) konnte mit eiskalter Präzision gerade noch den zweiten Bonus abholen. Sophie (1.) dagegen machte mit einem astreinen On Sight (= Klettersprache: im 1. Versuch) den Sack zu. Beim Oberlandcup-Gesamtsieg hätte ihr eigentlich nur noch Eli Grünebach auf Grund der Vorergebnisse ernsthaft gefährlich werden können.Somit entführte Sophie den neu ausgelobten Wanderpokal für den Oberlandcup-Gesamtsieg nach Erlangen. Auf dem Pokal sind alle Siegerinnen des Oberlandcups seit 2007 eingraviert, im nächsten Jahr wird der Name Sophie Arnold dazu kommen. Bis dahin darf ihn sich die junge Erlangenerin daheim in die Vitrine stellen. Erneut haben die Erlanger damit den Münchnern auf der Münchner Stadtmeisterschaft einen begehrten Titel weggeschnappt.

Thomas Lindinger triumphiert

Bei den Herren war das Starterfeld im Finale stark wie nie. Selbst offensichtlichen Finalanwärtern wie Nico Krüger (Peissenberg) oder Fabian Werner (Trainer Wettkampfkader 3 M&O) gelang es nicht (wenn auch knapp) ins Finale vorzustoßen. Die Namen der Finalteilnehmer lesen sich allerdings wie das "who is who“ eines Halbfinales einer anständigen deutschen Bouldermeisterschaft. Christoph Gabrysch (5./Zweibrücken), Mitarbeiter im Ressort Spitzenbergsport des DAV Bundesverbandes, wollte testen, wie sich so ein Münchner Finale anfühlt und kam auf den 5. Platz.

Steffen Hilger (4./M&O) unterschied sich von Christoph nur aufgrund seines Vorrundenergebnisses und kam damit auf den 4. Rang. Somit kämpften im letzten Finalboulder Nicolai Buhl (M&O), der eine Woche zuvor auf dem deutschen Bouldercup bei den Herren einen fantastischen 4. Platz gemacht hatte, gegen Markus Herdieckerhoff (M&O), den Münchner Meister 2012, und gegen Thomas Lindinger (Trainer Wettkampfkader 2 M&O). Die Stimmung kochte als sowohl Nicolai als auch Markus Probleme mit dem Start hatten und nur Markus – freilich zu spät – die richtige Lösung für den mit schwarzen Riesenvulkanen gespickten Boulder fanden.

Das Problem im 10. UIAA Grad wartete auf seinen Vollstrecker und der kam schließlich in Gestalt von Thomas "Tomtom“ Lindinger. Tomtom machte kurzen Prozess und kletterte das Brett in einem Zug durch. Das Publikum explodierte und der neue Münchner Meister stand fest. Allerdings war dieser bei keinem der Oberlandcups zuvor angetreten. So ergatterte Markus (1.), der in Tölz Erster und in Gilching Zweiter gewesen war, den begehrten Wanderpokal für den Gesamtsieg im Oberlandcup.Der Wanderpokal der Männer bleibt damit in der Region München. Markus gelang übrigens als zweitem (nach Katrin Lindermann 2007, 2009 und 2011) der Hattrick im Oberlandcup nach seinem Sieg 2010 und 2012. Den Titel des Münchner Meisters dagegen hat bisher niemand drei Mal erklettern können, 12 Kletterer wurden jedoch bereits zwei Mal Münchner Meister in ihrer Klasse. Zweiter in der Oberlandgesamtwertung wurde in diesem Jahr Steffen Hilger (2.) vor Fabian Werner (3.).

Preise über 5000,- von großzügigen Sponsoren

Großzügige Sponsoren, allen voran das Sporthaus Schuster und die Stadtwerke München, haben die Münchner Stadtmeisterschaft erst möglich gemacht. Die Sieger des Oberlandcups erhielten zudem wertvolle Einkaufsgutscheine von Schuster.

Gesamtpreise über 5000,- wurden von Tenaya, The North Face, Edelrid, Directalpine, Urban Rock, Chillaz, Climbers Paradise – Tirol und Gore-Tex gespendet – vielen Dank nochmals an dieser Stelle!

Bernd Ritschel und Outdoor Kino

Das Finale verzögerte sich leider bis in die Veranstaltung mit Bernd Ritschel hinein, der mit seinem Multimediavortrag "Wilde Alpen" im großen Festzelt am Dietramszeller Platz die Zuschauer verzauberte. Am späten Abend schließlich konnten noch Viele beim kostenlosen Outdoorkino unterhaltsame Filme aus dem Berg-, Kletter- und Mountainbikebereich bis in die Nachstunden hinein genießen. So klang erneut ein großer Münchner Kletterwettkampftag aus. Viele große und kleine Kletterer werden sich sicherlich noch lange an diese tolle Münchner Stadtmeisterschaft erinnern.

Am nächsten Tag schon ging's mit dem Schuster FUN CUP weiter, an dem nicht nur Kletterer, sondern eine buntgewürfelte Schar von Outdoor- und Sportfreunden mit viel Spaß dabei war.