Im Sommer 2009 verbrachten Uli Strunz, Benno Wagner und Toni Lamprecht mehrere Wochen in der Verdonschlucht, um den fantastischen Kalkwänden Südfrankreichs eine weitere wunderschöne Erstbegehung abzuringen.

Toni Lamprecht: Der alte Mann und das Mehr...

Das Resultat: "Le Vieux et la mer", mit 7 Seillängen bis zum 10. Grad vielleicht eine der besten Erstbegehungen vom "alten Fuchs" Toni:

Fotostrecke: Toni Lamprecht: Der alte Mann und das Mehr…

Fotos: © Michael Schoefer

"Das Verdon ist immer wieder der Hammer. Fels überall! Da juckt es in den (Einbohr-)Fingern. Hat man z.B. einmal eine Route im Sektor "Ula" geklettert, so kommt man nicht umhin, rechts davon immer wieder mit staunenden Augen den glatten, vielleicht spektakulärsten Pfeiler der gesamten Schlucht zu bewundern. Bald schon ist man von ihm gedanklich gefangen – stets auf der Suche nach kletterbaren Linien.

Mehrmals war ich dem Lockruf bereits gefolgt und seilte vergeblich in das graue Meer aus Kalk an. Im vergangenen Sommer einmal mehr – und da konnte ich meinen Augen kaum glauben: Im Slalom durch leistiges Gelände war da was möglich. Ein absolutes Wunder!

Ein Jahr später, nämlich Mitte August 2009 bouldern Uli und ich bereits das erste Mal ernsthaft in den unteren Längen herum. Nach mehreren Tagen schweißtreibender Jümar-, Putz-, Boulder- und Kletter-Action haben wir 1 Woche später die schwerste Länge bereits gelöst. Aber trotz der Hilfe von Young-Gun Benno beginnt jedesmal ein zeitlicher Wettlauf zwischen Hitze und Dunkelheit, denn anstatt zu klettern, jümaren wir die oberen Längen nur noch im Dunklen raus.

Ein freier Durchstieg der gesamten Route rückt dennoch nahe und fast einen Monat nach unserer Ankunft ist es dann soweit: Keine der wackeligen schweren Stellen wirft mich diesmal ab, und so gelingt es, die letzte noch fehlende Länge zu Punkten.

Einen Moment bitte…
Haben Sie Flash installiert?



Fazit:
Obwohl die freie Begehung unserer Route "Le Vieux et le mer" (6b, 7a+, 8b, 8a, 6a, 7a, 7c+, 7a) nicht an einem Tag gelungen ist, stellt sie für mich trotzdem den größten Fang meines Lebens in der magischen Schlucht dar. Will man da noch (ans) Me(e|h)r?