Seit 1996 findet alljährlich der letzte Weltcup der Saison in Kranj, Slowenien statt.

Die
14 Meter hohe SintROC Wand hat also mittlerweile schon etliche
Generationen an Spitzenkletterern erlebt. Lediglich 6 Wettkämpfer
haben sämtliche 9 Wettkämpfe bisher bestritten: 4 Slowenische
Kletterer/innen und unsere deutschen Athleten Christian und Andreas
Bindhammer.

Insgesamt reiste das deutsche Team mit einer
starken Herrenbesetzung und einer Dame an. Das Team mit Markus Hoppe,
Daniel und Markus Jung, Felix Neumärker und Andreas und Christian
Bindhammer sowie Julia Winter zeigte auch gleich in der ersten Runde
eine überzeugende Vorstellung. Nur Markus Jung verpasste knapp den
Einzug ins Halbfinale. Trotz allem eine hervorragende Leistung für
amtierenden Deutschen Vizemeister bei seinem ersten Weltcup.

Im
Halbfinale ging es dann schon deutlich heftiger zur Sache. Die
Routensetzter um Simon Wandeler hatten eine anspruchsvolle, mit vielen
Kreuzzügen gespickte Route in die 10 Meter überhängende
Wand gesetzt. Nach knapp der Hälfte der Tour mussten leider Daniel
Jung (24.), Markus Hoppe (23.) und Felix Neumärker (25.) bereits
dem Weg der Schwerkraft folgen und kamen so nicht über eine
Platzierung knapp unter den Besten 25 hinaus.

Andreas Bindhammer
hingegen lieferte eine sehr gute Vorstellung und kippte erst an der
entscheidenden Schlüsselstelle für den Einzug ins Finale aus
der Wand. So trennten ihn nur 2 Züge, um in die Reihen der besten
8 zu kommen.

Optimal erwischte es aber dann Christian
Bindhammer, der die ca. 45 Züge bis ganz nach oben durchzog und
sich mit einem „TOP minus“ als 3- Platzierter für das Finale
qualifizieren konnte. Bei den Damen erkletterte sich die junge Julia
Winter, die ebenfalls zum ersten mal Weltcup Erfahrung sammeln durfte,
einen sehr guten 20. Platz.

Für die Finalrouten hatten
sich die Routensetzter dann eine Überraschung ausgedacht. Die
Griffe der beiden Finalrouten präsentierten sich auf der grauen
Wand in einheitlichem dunklen Rot. Das Auge klettert eben mit!
Großes Lob hier an die vorbildliche optische Präsentation.

60
Züge mussten in der Herren Route bewältigt werden. Das
Leistungsniveau der Finalisten  sehr eng beieinander liegt und
alle Teilnehmer  super stark klettern, zeigt das Ergebnis: Flavio
Crespi (1.), Jorg Verhoeven (2.), Cedric Lachat (3.) kletterten die
Finalroute Top, und  nur 2 Züge unterhalb scheiterte Tomas
Mrazek (4.). Alex Chabot (5.), Christian Bindhammer (6.) und der junge
Norweger Magnus Midtboe (7.) fielen knapp davor aus der Wand.

Die Entscheidung spielte sich also komplett auf den allerletzten Metern der anspruchsvollen und langen Route ab.

Aufgrund
der besseren Vorrunden sicherte sich so Flavio Crespi den Sieg und
damit auch endgültig den Sieg im Gesamtweltcup 2005.
Bei den
Damen war es da schon eindeutiger, wer das Rennen wohl machen wird. Zur
Krönung ihrer Saison konnte Angela Eiter einmal mehr als einzige
das Finale durchsteigen und holte sich somit ebenfalls auch den
Weltcup- Gesamtsieg in Kranj.

Ganze 8 der 9 Weltcups 2005 hat
Sie für sich entscheiden können und somit war „Angy“ der
Gesamtweltcup Sieg in dieser Saison schon lange nicht mehr zu nehmen.

Christoph Finkel

Siehe auch:
www.alpenverein.de
www.digitalrock.de

Bundestrainer Christoph Finkel