Dass der Klettersport wächst, sieht man nicht nur an den Olympia-Ambitionen und am Befüllungsgrad der Kletterhallen, sondern auch an der Tatsache, dass ein immer größerer Personenkreis diesen Sport ausübt. So findet auch das Wettkampfklettern für Menschen mit Handicap, das "Paraclimbing" immer mehr Zuspruch.

DAV Paraclimbing Team beim Weltcup in Campitello di Fassa (c) Reichert

Seit den Anfängen der internationalen Wettkämpfe 2012 ist der DAV mit einem Team vertreten. Die Teilnehmerzahlen, wie auch die Teamgröße des DAV schwankten in den letzten Jahren, ebenso die Qualität der internationalen Wettkämpfe. Doch im Jahr 2016 hat sich sowohl im DAV als auch in der internationalen Organisation einiges getan.

So viele Athletenanfragen, wie nie gehen im Ressort Leistungssport des DAV dieses Jahr ein. Da trifft es sich gut, dass es seit 2016 mit Christoph Reichert einen Trainer gibt der einzig für das deutsche Paraclimbing Team zuständig ist und die Sportler bei Ihren Wettkämpfen mit Rat und Tat unterstützt.

IFSC überarbeitet die Regeln für das WM Jahr

Auch der internationalen Verband hat reagiert und das Regelwerk für die Paraclimbing Sparte neu aufgesetzt. Ein kopmpliziertes Thema, denn die Vergleichbarkeit der Athleten und die damit verbundene Einteilung der Startklassen ist eine Crux beim Paraclimbing, an der sicher auch in Zukunft noch gebastelt wird.

Hervorgehoben werden kann die Tatsache, dass internationale Titelkämpfe immer zusammen mit den Klettermeisterschaften der Athleten ohne Behinderung ausgetragen werden. Und so fiebert im WM Jahr 2016 das Team um Trainer Reichert dem Saisonhöhepunkt in Paris entgegen. Alte Hasen, wie Thomas Meier und Günther Grausam konnten beim ersten Weltcup der Saison in Campitello di Fassa ihre Form ebenso Testen, wie relativ neue Teammitglieder wie Nils Helsper und Korbinian Franck.

Christoph Reichert über den Weltcup-Auftakt in Campitello di Fassa

Am 25. Juni fand im italienischen Campitello di Fassa in den Dolomiten der erste Paraclimbing-Weltcup des Jahres 2016 statt. Am Start war auch das deutsche Paraclimbingteam mit fünf Startern. Nachdem die IFSC die Einteilung der Starterklassen  (vor allem für neurologisch bedingte Einschränkungen) 2016 neu vorgenommen hatte, herrschte für einige Starter noch bis kurz vor dem Start Ungewissheit, in welcher Kategorie sie starten würden.

In der Kategorie AL-2 der Männer mussten sich Günther Grausam und Thomas Meier mit einem sehr starken Teilnehmerfeld messen. Günther Grausam wurde in der sehr selektiven ersten Qualiroute ein Fußrutscher zum Verhängnis, sodass er als 6. das Finale verpasste.

Thomas Meier konnte mit einer starken Vorstellung ins Finale einziehen und erreichte dort hinter dem erstmalig gestarteten Überraschungssieger Julien Gasc (Frankreich) und dem langjährigen spanischen Seriensieger Urko Carmona den 3. Platz. Michael Füchsle konnte  in der Kategorie RP2 mit einer starken Leistung ebenfalls ins Finale einziehen und musste sich dort als 3. dem Franzosen Serge Laurencin und Alessio Cornamusini (ITA) geschlagen geben.

Nils Helsper und Korbinian Franck waren in der Startklasse RP1 leider die einzigen Starter, konnten aber in den 2 Qualirouten und der sehr schweren Finalroute gute Erfahrungen sammeln. Sie zeigten, dass sie sich im Vergleich zum Vorjahr noch einmal stark verbessert haben und lieferten sich einen guten Fight, in dem Nils knapp die Nase vorn hatte.

Insgesamt waren über 40 Teilnehmer in den gut und teils sehr selektiv geschraubten Routen am Start. Die Veranstalter in Campitello di Fassa haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, einen internationalen Wettkampf durchzuführen und immer die Belange der Athleten im Blick haben. Das deutsche Paraclimbingteam mit seinem neuen Trainer Christoph Reichert bereitet sich derzeit auf den nächsten Weltcup in Imst (16./17.Juli) und die WM in Paris im September vor.

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