Symbolträchtiger könnte der erste Kletterwettkampf unter olympischen Vorzeichen kaum sein: Mit drei japanischen Spitzensportlern auf dem Siegertreppchen in der Tageswertung ging das Finale des IFSC-Boulderweltcup 2016 spektakulär über die Bühne.

Akiyo Noguchi beim Boulderweltcup 2016 in München
Akiyo Noguchi beim Boulderweltcup 2016 in München

Japanisch geprägt übrigens auch die Gesamtwertung: Neben der Britin Shauna Coxsey holte Tomoa Narasaki Gold. Insgesamt starteten 230 Athleten und Athletinnen unter dem Dach des Münchner Olympiastadions – und brachen damit erneut den Teilnehmerrekord aller Boulderweltcups bisher.

David Firnenburg sensationell im Finale

Das deutsche Team zeigte eine insgesamt sehr gute Leistung: Bei den Damen verpasste die Lokalmatadorin Monika Retschy (DAV München-Oberland) den Einzug ins Halbfinale denkbar knapp. Lilli Kiesgen (DAV Darmstadt-Starkenburg) hingegen durchstieg vier von fünf Bouldern in der Qualifikation problemlos, zog damit ins Halbfinale ein und musste sich dort schließlich geschlagen geben.

Bei den Herren schied der Top-Favorit und Sieger des Boulderweltcups 2014, Jan Hojer (DAV Frankfurt), ebenfalls überraschend bereits in der Quali aus. Für Moritz Hans (DAV Schwaben) und David Firnenburg (DAV Rheinland-Köln) lief es allerdings deutlich besser. Die Spitzenathleten zogen souverän ins Halbfinale ein.

Während für Hans hier Schluss war, überzeugte Firnenburg weiter mit einer unglaublich starken Leistung: Unter dem Applaus des Münchner Publikums zog er in die Endrunde der besten Sechs ein. Das erste Weltcup-Finale seiner Karriere schloss Firnenburg schließlich mit einem tollen vierten Platz ab.

Fotostrecke: Boulderweltcup 2016 in München

Miho Nonaka und Tomoa Narasaki als Tagessieger

Den Tagessieg bei den Damen sicherte sich in einem spannenden Wettkampf die Japanerin Miho Nonaka, dicht gefolgt von der Britin Shauna Coxsey und der Japanerin Akiyo Noguchi. Bereits vor dem Wettkampf in München stand die Ausnahmekletterin Coxsey nach fünf Siegen in der Weltcupserie bereits als Gesamtsiegerin fest.

Ein durchweg starkes Starterfeld im Finale der Herren sorgte bis zuletzt für Nervenkitzel: Der Russe Alexey Rubtsov kletterte knapp an Firnenburg vorbei auf Platz drei der Tageswertung, während Jongwon Chon Silber holte. Mit einem ersten Platz auch in der Tagesetappe machte Tomoa Narasaki aus Japan seinen Doppelsieg fix: Der Spitzenkletterer ist Gesamtsieger des IFSC-Boulderweltcup 2016 bei den Herren und macht das japanische Tripel perfekt.