Nach den ersten beiden Wettkampfstationen in Hannover und Köln fand am vergangenen Wochenende der dritte und letzte Deutsche Bouldercup dieser Saison in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) statt.

Deutschen Meisterschaft 2016 im Bouldern (c) Vertical Axis
Deutschen Meisterschaft 2016 im Bouldern (c) Vertical Axis

Das CAMP4 Kletterzentrum richtete zum ersten Mal einen Deutschen Bouldercup aus und stellte dafür seine neu errichtete Außenwand zur Verfügung. Mathias Conrad, der Deutsche Vizemeister im Bouldern 2015 und Mitbetreiber der Kletterhalle, griff am Wochenende selbst zum Schrauber und zauberte zusammen mit Jochen Perschmann und Robert Leistner vielseitige Boulder an die Wand.

Jan Hojer verteidigt den Deutschen Meistertitel

Seit Jahren ist Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main) äußerst erfolgreich als nationaler und internationaler Wettkampfkletterer im Geschäft. Nach dem Boulderweltcup-Gesamtsieg 2014 konnte er im letzten Jahr sowohl die Europameisterschaft im Bouldern, als auch den Gesamtsieg des Deutschen Bouldercups 2015 für sich entscheiden. Damit lautete das Ziel in diesem Jahr klar die Titelverteidigung der nationalen Wettkampfserie.

Deutschen Meisterschaft 2016 im Bouldern (c) Vertical Axis

Sowohl den ersten Deutschen Bouldercup in Hannover, als auch die zweite Station in Köln konnte Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main) mit einem ersten Platz beenden. Damit hatte er sich schon vor dem Finale in Zweibrücken ein gutes Punktepolster erarbeitet und lag fast uneinholbar vorn. Nur Thomas „Shorty“ Tauporn (DAV Schwäbisch-Gmünd) hätte ihm den Meistertitel noch streitig machen können.

Nach der Qualifikationsrunde beim dritten Deutschen Bouldercup in Zweibrücken lag Tauporn dann auch mit insgesamt zwei Versuchen weniger als Hojer knapp vorn und zog als Führender ins Halbfinale ein. Hier wurde er dann aber von Hojer überholt, der jeden der vier Halbfinalboulder spielend leicht im ersten Versuch kletterte.

Auch im Finale schienen dem amtierenden Europameister die Boulder keine größeren Probleme zu bereiten. Nur für den dritten Finalboulder brauchte er mehr als einen Versuch. Zehn Anläufe benötigte er, um sich an den abschüssigen Griffen nach oben zu hangeln, schließlich kletterte ihn aber als einziger bis zum Top. Damit baute er seine Führung weiter aus und sicherte sich den Tagessieg vor Stefan Danker (DAV Landshut) und Thomas Tauporn.

Mit deutlichem Punktevorsprung ging der Deutsche Meistertitel an Jan Hojer, Thomas „Shorty“ Tauporn wurde Vizemeister, Stefan Danker holte sich den dritten Platz in der Gesamtwertung der Deutschen Bouldercupserie 2016.

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Der Tagessieg bei den Damen geht an Alma Bestvater

Genau wie Jan Hojer hatte auch Monika Retschy (DAV München-Oberland) die ersten beiden Deutschen Bouldercup-Stationen gewonnen und damit einige Punkte in der Gesamtwertung gut gemacht. Der Meistertitel war ihr damit schon vor dem finalen Wettkampf so gut wie sicher. Daher war es auch kein allzu großer Verlust, dass sie bei der Tageswertung am Samstagabend nicht auf dem Podium stand. Nach einem erfolgreichen Start in der Qualifikation zog sie zwar souverän als erste ins Halbfinale ein, schied hier dann aber überraschend aus und musste sich mit Rang neun zufrieden geben.

„Ich bin schon ein bisschen enttäuscht dass es heute nicht fürs Finale gereicht hat, denn das ist ja schon immer das Ziel“, sagte Retschy nach dem Wettkampf. Dass ihr aber nach den vielen Weltcups der letzten Wochen in Asien und Indien die Anstrengung anzumerken ist, ist sicherlich verständlich. „Aber letztendlich bin ich einfach nicht gut genug geklettert“, gab die 24-Jährige zu.

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Nachdem Retschy nach der Qualifikation aus dem Rennen war, sah die Tageswertung im Halbfinale dann Lilli Kiesgen (DAV Darmstadt-Starkenburg) an der Spitze. Mit vier Tops in nur fünf Versuchen führte sie das Feld an und kletterte im Finale die ersten drei Boulder im ersten Versuch. Am vierten und letzten Finalboulder wendete sich aber das Blatt, Lilli Kiesgen konnte diesen nicht mehr toppen und wurde von Alma Bestvater (DAV Weimar) überholt. Ihr gelangen als einziger Finalistin alle vier Finalboulder, damit sicherte sie sich knapp aber verdient den Tagessieg vor Lilli Kiesgen auf Platz zwei und Johanna Holfeld (DAV Sächsischer Bergsteigerbund) auf Platz drei.

Der neunte Platz in der Tageswertung reichte Retschy aber aus, um die Spitzenposition auf der Punkteliste der Gesamtwertung zu verteidigen. Mit 30 Punkten Vorsprung sicherte sie sich den Gesamtsieg der Deutschen Bouldercupserie 2016 und damit gleichzeitig den Titel der Deutschen Meisterin. Lilli Kiesgen darf sich Vizemeisterin nennen, Alma Bestvater landete in der Gesamtwertung auf Rang drei.

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Deutscher Jugendcup 2016: letzte Station im Bouldern

Neben dem Finale des Deutschen Bouldercups fand am vergangenen Wochenende auch der letzte Deutsche Jugendcup Bouldern in Zweibrücken statt. Anders als bei den Erwachsenen müssen die Jugendlichen für den Deutschen Meistertitel in allen drei Disziplinen – Bouldern, Lead und Speed – Punkte sammeln. Nach insgesamt acht Stationen werden dann zum Saisonabschluss die Deutsche Jugendmeisterinnen und die Deutscherm Jugendmeister Klettern gekürt.

In der Jugend A konnte Johanna Holfeld (DAV Sächsischer Bergsteigerbund) den Tagessieg davontragen und damit ordentlich Punkte sammeln. Sie kletterte alle sechs Qualifikationsboulder in nur sieben Versuchen und alle vier Finalboulder im ersten Anlauf. Nach ihrem dritten Platz in der Seniorenwertung am Vortag kann sie mit diesem Ergebnis mehr als zufrieden sein! Auf Platz zwei in der Tageswertung landete die Lokalmatadorin Luna Friedrich (DAV Zweibrücken), die ebenfalls alle Qualifikations- und Finalboulder kletterte und nur wenige Versuche mehr als Holfeld benötigte. Der dritte Platz ging an Florence Grünewald (DAV Frankfurt/Main), die ebenfalls in der Erwachsenenwertung angetreten war und sich dort einen sehr guten siebten Platz geholt hatte.

Bei den Jungs der Jugend A gewann Max Prinz (DAV AlpinClub Hannover), der nur eine Woche zuvor beim Boulderweltcup in Innsbruck angetreten war. Silber ging an Stefan Schmieg (DAV Heilbronn), Bronze holte Linus Raatz (DAV Berlin).

Deutschen Meisterschaft 2016 im Bouldern (c) Vertical Axis

Unter den jüngeren Kolleginnen der Jugend B lieferten sich Frederike Fell (DAV Freising) und Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln) erneut ein Kopf an Kopf-Rennen. Beide konnten alle vier Finalboulder im ersten Versuch klettern, somit entschied das Qualifikationsergebnis die Medaillenverteilung. Hier hatte Frederike Fell am zweiten Qualifikationsboulder zwei Versuche mehr liegen lassen als ihre Konkurrentin. Gold ging damit an Hannah Meul, Silber an Frederike Fell. Bronze holte Käthe Atkins (DAV Frankfurt/Main).
Bei der männlichen Jugend B war Christoph Schweiger (DAV Ringsee) der einzige, der alle vier Finalboulder bis zum Top klettern konnte. Damit holte er den ersten Platz vor Jonas Brandenburger (DAV Wuppertal) und Thomas Nibler (DAV Hochland).

Ergebnisse 3. Deutscher Bouldercup Zweibrücken

DAMEN:
1. Alma Bestvater (DAV Weimar)
2. Lilli Kiesgen (DAV Darmstadt-Starkenburg)
3. Johanna Holfeld (DAV Sächsischer Bergsteigerbund)

HERREN:
1. Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main)
2. Stefan Danker (DAV Landshut)
3. Thomas Tauporn (DAV Schwäbisch-Gmünd)

Gesamtwertung Deutscher Bouldercup 2016:

DAMEN:
1. Monika Retschy (DAV München-Oberland)
2. Lilli Kiesgen (DAV Darmstadt-Starkenburg)
3. Alma Bestvater (DAV Weimar)

HERREN:
1. Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main)
2. Thomas Tauporn (DAV Schwäbisch-Gmünd)
3. Stefan Danker (DAV Landshut)

Ergebnisse Deutscher Jugendcup Bouldern

WEIBLICHE JUGEND A:
1. Johanna Holfeld (DAV Sächsischer Bergsteigerbund)
2. Luna Friedrich (DAV Zweibrücken)
3. Florence Grünewald (DAV Frankfurt/Main)

MÄNNLICHE JUGEND A:
1. Max Prinz (DAV AlpinClub Hannover)
2. Stefan Schmieg (DAV Heilbronn)
3. Linus Raatz (DAV Berlin)

WEIBLICHE JUGEND B:
1. Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln)
2. Frederike Fell (DAV Freising)
3. Käthe Atkins (DAV Frankfurt/Main)

MÄNNLICHE JUGEND B:
1. Christoph Schweiger (DAV Ringsee)
2. Jonas Brandenburger (DAV Wuppertal)
3. Thomas Nibler (DAV Hochland)

www.alpenverein.de