Jan Hojer (c) IFSC/Dimitris Tosidis
Jan Hojer (c) IFSC/Dimitris Tosidis

Alex und Jan lieferten einen guten Wettkampf ab, einmal beim Speedklettern sogar mit persönlicher Bestleistung für Alex Megos. Bei der hohen Leistungsdichte der Athleten reichte eine gute Leistung in der heißen Nacht von Tokio aber nicht ganz aus.

O-Töne des deutschen Teams

Jan Hojer:
“Schade, wäre mehr drin gewesen. Bouldern und Speed hätten besser sein müssen.”

Urs Stöcker, Bundestrainer:
“Das ist natürlich sehr bitter nun mit einem neunten und zwölften Platz nach Hause zu fliegen. Wir müssen das sicher genau analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen für den nächsten Zyklus.”

Martin Veith, Sportdirektor beim Deutschen Alpenverein:
“In so einem komplexen Wettkampfformat entscheidet es sich oft in Nuancen. Heute hat es den Ausschlag zum Besseren für die Konkurrenz gegeben. Das schmerzt im ersten Moment natürlich sehr. Wir können aber in der Rückschau dennoch stolz auf unsere Athleten sein. Sie haben sich hier mit viel Kampfgeist präsentiert. Auch wenn es sich für die beiden aktuell nicht so anfühlt, sie waren hier Teil von etwas Historischem. Für uns heißt es nun zwei Tage durchschnaufen und dann eine ordentliche Analyse des vergangenen Olympiazyklus anzustoßen.”

Alex Megos (rechts) bei der Speed Qualifikation (c) IFSC/Leo Zhukov
Alex Megos (rechts) bei der Speed Qualifikation (c) IFSC/Leo Zhukov

Die einzelnen Durchgänge: Speed

Nicht perfekt, aber ziemlich gut lief die erste Disziplin Speed für Alex Megos. Zwar landete er nur auf dem vorletzten Platz 19, lieferte aber seine persönliche Bestzeit ab. Psychologisch war das für ihn ein guter Start. Ein bisschen weniger gut lief es für Jan Hojer: Er kam zwar auch auf eine gute Zeit nicht weit entfernt von seiner persönlichen Bestmarke. Mit Rang 11 dürfte er allerdings nicht ganz zufrieden gewesen sein.

Bouldern

Ebenso nicht ganz optimal lief es bei Jan im Bouldern. Eine von vier Aufgaben konnte er komplett lösen, und zweimal schaffte er die Zone. Am Ende bedeutete das Rang neun. Einen super Einstieg erwischte Alex Megos: Schon sah es nach einem Flash im ersten Boulder aus, da kippte er kurz vor dem Topgriff doch noch raus. Im zweiten Anlauf machte er dann aber den Sack zu. Und auch im zweiten Boulder zeigte er seine ganze Stärke. Im Gegensatz zu allen vor ihm packte er die Zone und scheitert nur ganz knapp am Top. Boulder drei dann auch die Zone, der weite Zug zum Top wollte ihm auch in zwei Anläufen nicht gelingen. Schließlich der letzte Boulder, den er auch mit einer Zone abschloss. Ergebnis Alex Megos im Bouldern: Rang sechs.

Alex Megos bei der Boulder Qualifikation (c) IFSC/Dimitris Tosidis
Alex Megos bei der Boulder Qualifikation (c) IFSC/Dimitris Tosidis

Lead

15 Meter hoch ist die Wand am Aomi Urban Sports Park, 44 Griffe waren in der Qualifikationsroute zu bewältigen – bei immer noch 29 Grad in der Nacht von Tokio. Sichtlich schweißtreibend war es denn auch für alle Athleten. Teilweise leider nicht nur das: Bassa Mawem stürzte bereits an der dritten Sicherung und verletzte sich dabei schwer am Bizeps. Für Jan Hojer lief es ziemlich gut, er stieg mit viel Druck in die Route ein und erreichte eine Höhe von 29 Griffen – letztlich Platz neun im Lead. Alex hatte nicht den perfekten Lauf. Ein paar kleinere Fehler bereits im unteren Teil der Route führten dazu, dass ihm oben an Griff 36 die Kraft ausging. Er musste sich mit Platz sechs im Lead begnügen.