Katharina Saurwein (c) KVÖ
Katharina Saurwein (c) KVÖ

Die Vorfreude auf den Heim-Europacup in Klagenfurt am Wochenende (10./11. April) sowie den Weltcup-Auftakt im Schweizer Meiringen eine Woche später (17./18. April) ist groß.

„Die Corona-Pandemie hat uns nun schon lange beschäftigt und uns viel Flexibilität und Disziplin abverlangt. Wir haben den Wettkampf-Ausfall in der letzten Saison mit unserer Austria Climbing Summer Series gut kompensieren können – das war für unsere Athletinnen und Athleten sehr wichtig. Der letzte internationale Boulder-Weltcup liegt lange zurück, von daher freuen wir uns, dass die lange Zeit nun ein Ende findet“, blickt KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm noch einmal auf die vergangenen Monate zurück.

Lange Pause endlich beendet

Nun gilt der Fokus aber den anstehenden Aufgaben. Die Wettkampfpause war ungewöhnlich lange: Der letzte Boulder-Weltcup ging im Juni 2019 über die Bühne, 2020 stand lediglich ein Lead-Weltcup in Briancon (FRA) auf dem Programm. KVÖ-Nationalcoach Katharina Saurwein: „Es war für uns alle eine schwierige Zeit und in Hinblick auf die Motivation der Athletinnen und Athleten nicht immer einfach, vor allem wenn die Ziele wegfallen. Als Team haben wir das aber super gemeistert. Die Summer Series im letzten Jahr war für uns alle ein wichtiger Schritt. Die lange Vorbereitung ist gut gelaufen. Ich traue mich sagen, dass unsere Athletinnen und Athleten fit und definitiv bereit für den Auftakt sind.“

Jakob Schubert (c) KVÖ
Jakob Schubert (c) KVÖ

Die Athletinnen und Athleten können die ersten internationalen Bewerbe der Saison kaum erwarten. „Ich bin echt froh, dass es jetzt endlich wieder los geht. In den letzten Wochen hatten wir viele Selektionen und Simulationen, das macht definitiv Lust auf mehr. Das Thema Olympische Spiele ist natürlich schon jetzt sehr präsent. Es ist zwar nicht immer einfach alle drei Disziplinen unter einen Hut zu bekommen, aber das konnten wir bis jetzt gut managen. Es ist in allen Bereichen etwas weitergegangen, vor allem im Speed. Da konnte ich mich auf über eine halbe Sekunde verbessern“, sagt Jessica Pilz, die Österreich gemeinsam mit Jakob Schubert bei der olympischen Premiere des Sportkletterns in Tokio vertreten wird.

Voller Fokus auf auf Olympia-Premiere

Schubert legt den Fokus voll auf Tokio: „Die Olympischen Spiele sind natürlich unser großes Ziel. Für uns ist es nun wichtig, dass wir wieder in einen Wettkampf-Rhythmus kommen, von daher warten nun einige richtungsweisende Standortbestimmungen auf uns. Ich habe das Jahr jetzt genutzt und arbeite hart dran, um im Sommer in der Form meines Lebens zu sein. Wir haben ja den Großteil der Olympia-Vorbereitung bereits letztes Jahr absolviert. Da haben viele Dinge super funktioniert, von daher haben wir versucht viele Teile ähnlich zu machen. Ich habe mich sicherlich weiterentwickelt, bin vor allem ein schlauerer Kletterer geworden.“

Als Generalprobe für den ersten IFSC Boulder-Weltcup der Saison in Meiringen steigt am Wochenende ein stark besetzter IFSC Boulder-Europacup in Klagenfurt. Für den Kärntner Nicolai Uznik ein Heimspiel: „Ich kenne die Halle und die Wände sehr gut. Ich hoffe, dass ich den Heimvorteil nutzen und meine beste Performance zeigen kann. In unserem Team herrscht ein super Spirit und wir haben das Privileg, dass wir viel von Jakob (Anm.: Schubert) lernen können – da profitieren wir alle davon.“

Reinhold Scherer (c) KVÖ
Reinhold Scherer (c) KVÖ

Viele Highlights im Jahr 2021

Franziska Sterrer zeigte in den letzten Wochen im Training auf und sicherte sich so einen Startplatz in Klagenfurt und Meiringen. Ihr Ziel für die beiden Events: „In der langen Pause habe ich eine gute Entwicklung genommen. Ob ich die Form in die Wettkämpfe mitnehmen kann, wird man sehen. Ich möchte jedenfalls versuchen, vom Kopf her frei zu klettern und mein Potential voll auszuschöpfen.“

Nach dem Boulder-Weltcup in Meiringen stehen Ende Mai zwei IFSC Boulder-Weltcups und der IFSC Speed-Auftakt in Salt Lake City (USA) auf dem Programm, ehe im Juni (23.-26.) mit dem IFSC Austria Climbing Open in Innsbruck der erste ganz große Saison-Höhepunkt ansteht.

„Die Trainingsplanung war für uns eine richtige Herausforderung. Wir mussten sechs Trainingsbereiche und drei Disziplinen unter schwierigen Rahmenbedingungen unter einen Hut bringen. Wir haben lange im Team getüftelt, schlussendlich aber alles perfekt umgesetzt. Man muss logischerweise auf alle drei Disziplinen Rücksicht nehmen, die im Training nicht vermischt werden sollten – man will sich ja nicht um die Trainingseffekte bringen“, sagt KVÖ-Nationalcoach Reinhold Scherer zur Saison-Planung.