Im Zuge des Kletterfestivals "Rock in the City" in Waidhofen a/d Ybbs wurde in den vergangenen zwei Tagen mehreren tausenden Besuchern bei perfekten äußeren Bedingungen Klettersport vom Feinsten geboten.

Kilian Fischhuber und Anna Stöhr bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften 2017 im Bouldern (c) gruberpictures.at
Kilian Fischhuber und Anna Stöhr bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften 2017 im Bouldern (c) gruberpictures.at

Bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften im Bouldern am Samstag sicherte sich Lokalmatador Kilian Fischhuber seinen siebenten Staatsmeistertitel im Bouldern. Bei den Damen gelang Routinier Anna Stöhr die erfolgreiche Titelverteidigung!
 
Rund 80 Starter bestritten gestern die ÖSTM-Bouldern in der Waidhofner Innenstadt. Neben den arrivierten Kletterern waren in der allgemeinen Klasse auch die Athletinnen aus den U20 und U18 Kategorien bei der ÖSTM zugelassen.

Und gerade bei den Damen zeigten die starken Nachwuchskletterinnen, wie groß die heimische Dichte in der neuen Olympiasportart ist. Über die Qualifikation qualifizierten sich jeweils die besten acht Damen und Herren für die Finaldurchgänge.

Schubert dominiert Herrenqualifikation

In der Qualifikation der Herren zeigte Vorstiegsweltmeister Jakob Schubert einmal mehr, dass er in Top-Form ist: Als einziger Athlet konnte Schubert sieben der acht Quali-Boulder toppen. „Die Qualifikation war sehr schwer gesetzt, aber ich konnte meine Leistung abrufen“, sagte der Qualisieger.

Kilian Fischhuber, der gesundheitlich etwas angeschlagen war, qualifizierte sich als Vierter souverän für das Finale. Neben allen Favoriten schaffte das auch Nachwuchshoffnung Nicolai Uznik als Achter. Pech hatte Titelverteidiger Lukas Ennemoser, der knapp scheiterte.

Kilian Fischhuber bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften 2017 im Bouldern (c) gruberpictures.at
Kilian Fischhuber bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften 2017 im Bouldern (c) gruberpictures.at

Fischhuber dreht im Finale auf

Im Finale der Herren zeichnete sich bald ab, dass die Boulder eher einen Tick zu leicht als zu schwer waren. „Somit war klar: Wer Gold wollte, musste möglichst alle vier Boulder bis zum Top schaffen – und das mit möglichst wenigen Versuchen.“, sagte KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm im Vorfeld. Und so war es dann auch: Der fünffache Boulder-Gesamtweltcupsieger Kilian Fischhuber erwischte als einer der Ersten einen Run.

Nachdem Georg Parma mit vier Tops in acht Versuchen in Führung ging, konnte ihn Fischhuber mit vier Tops in sechs Versuchen abfangen. Eine starke Vorstellung lieferte auch der Zillertaler Weltcupkletterer Alfons Dornauer, der ebenfalls alle Boulder top kletterte und nur einen Versuch mehr als Fischhuber benötigte. Das bedeutete Silber vor Georg Parma. „Beim zweiten Boulder hatte ich leichte Schwierigkeiten, das hat mich Gold gekostet“, sagte Dornauer, der beim Boulder-Weltcup in Nanjing das Halbfinale erreichte.
 
Der große Triumphator bei den Meisterschaften war der 33-jährige Kilian Fischhuber. Der zweifache Vize-Weltmeister und Europameister sorgte für eine tolle Show in seiner Heimatstadt: „Man hat gesehen, dass beim Bouldern nicht immer der Fitteste gewinnen muss. Im Finale habe ich einen richtigen Lauf erwischt und für die Leute hinter mir war es dann verdammt schwer, mit dem Druck umzugehen. Aber es war ein großartiger Erfolg vor so einer tollen Kulisse.“

Mit dem Druck im Finale konnte Jakob Schubert, der schließlich Sechster wurde, umgehen, aber: „Ich bin nicht wirklich reingekommen. Als Letzter im Finale habe ich mitbekommen, dass die man in die eher leichten Boulder schnell absolvieren muss. Gleich beim ersten habe ich die richtige Lösung übersehen und nach einem Fehler beim zweiten Boulder war es dann gelaufen.“

Anna Stöhr bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften 2017 im Bouldern (c) gruberpictures.at
Anna Stöhr bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften 2017 im Bouldern (c) gruberpictures.at

Nachwuchsathletinnen bei den Damen auf dem Vormarsch

In Abwesenheit der verletzten Weltcup-Athletin Jessica Pilz, die sich die Titelkämpfe als Zaungast nicht entgehen ließ, kam es zu einer spannenden Qualifikation, wo sich nicht weniger als vier Sportlerinnen vom KVÖ U18-Kader für das Finale qualifizierten. Halbzeitführende war die erst 15-jährige Sandra Lettner aus Vöcklabruck vor Anna Stöhr und der 16-jährigen Celina Schoibl aus Salzburg.

Die routinierten Katharina Saurwein und Berit Schwaiger sicherten sich in letzter Sekunde die Finaltickets. „Das Finale war für die Jungen dann nicht einfach, aber sie haben sich sehr gut verkauft. Es war für sie eine neue Situation, neben den Top-Stars Anna Stöhr oder Katharina Saurwein zu bouldern. Aber sie haben eine tolle Performance geboten, was sehr vielversprechend für die Zukunft ist“, analysierte Heiko Wilhelm.
 
Anna Stöhr, Doppel-Weltmeisterin und vierfache Gesamtweltcupsiegerin, schaffte als Einzige drei Boulder und siegte somit souverän vor der Innsbruckerin Berit Schwaiger. Bronze holte sich Katharina Saurwein, die beim Weltcup-Auftakt in Meiringen Zweite wurde. „Es waren spannende Meisterschaften und die Jungen haben uns ordentlich zugesetzt. Ich freue mich über meinen achten Boulder-Titel und es war toll, vor so vielen Leuten zu klettern“, freute sich Anna Stöhr.
 
Austria Cup ging an…

Die Boulder-Meisterschaften waren zugleich die vierte und letzte Station des Austria Cups 2017 im Bouldern. Hier setzte sich Elias Weiler (4. bei der Boulder-ÖSTM) vor Matthias Erber und Jakob Schubert durch. Bei den Damen siegte Laura Stöckler, die am Wochenende beim Europacup in Portugal im Einsatz ist, vor Katharina Posch und Hannah Schubert.

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