Zwei neue Siegergesichter gab es am Sonntag beim Eiskletter Weltcup in Rabenstein. Denn im Schwierigkeitsklettern setzten sich in einem hochklassigen Finale der Slowene Janez Svoljšak und die Koreanerin Han Na Rai Song durch.

Han Na Rai Song (c) Patrick Schwienbacher
Han Na Rai Song (c) Patrick Schwienbacher

Bei strömendem Regen gab es bei den Männern einen packenden Zweikampf. Aber der fand nicht wie eigentlich erwartet zwischen dem russischen Weltmeister Maxim Tomilov und Vize-Champion Hee Yong Park (Korea) statt, sondern wurde zwischen dem Slowenen Janez Svoljšak und dem Schweizer Yannick Glatthard ausgetragen, zwei aufstrebende Talente im internationalen Eiskletterzirkus. Am Ende hatte Svoljšak das bessere Ende für sich, der es als einziger Teilnehmer bis ans Top – also ans Ende der Route – schaffte.

Der 22-jährige Slowene durfte sich über seinen ersten Weltcupsieg freuen und kürte sich zudem auch zum Europameister, denn dieser Titel wurde im Rahmen der Etappe in Südtirol vergeben. Park belegte im Weltcup den dritten Platz, während Alexey Tomilov aus Russland die EM-Bronzemedaille gewann. Die Weltcup-Gesamtwertung im Schwierigkeitsklettern holte sich hingegen Maxim Tomilov.

Fotostrecke: Eiskletterweltcup 2016 in Rabenstein

Rainer rutscht im Finale von einem Griff ab

Die Siegerin bei den Damen heißt indessen Han Na Rai Song. Die Koreanerin, die ebenfalls als einzige Finalistin das Top erreichte, gab Petra Klingler aus der Schweiz und der Russin Maryam Filippova das Nachsehen. Klingler kürte sich zur Europameisterin, vor Filippova und deren Landsfrau Ekaterina Vlasova. Angelika Rainer, die dreifache Weltmeisterin aus Meran, riskierte im Finale alles, rutschte aber von einem Griff ab und belegte den fünften Platz im Weltcup, bzw. Rang vier in der EM-Wertung.

Die Weltcup-Gesamtwertung im Schwierigkeitsklettern holte sich die Russin Maria Tolokonina. Sie stand schon vor der Etappe in Rabenstein, wo sie nach drei Siegen in Folge nicht über Rang acht hinauskam, als Gewinnerin fest.

Russland trumpft im Speedklettern auf

Im Speedklettern geht es darum, 15 Meter am Eisturm in der Horizontalen so schnell als möglich zurückzulegen. In dieser Disziplin sind die russischen Athleten eine Klasse für sich und sie wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Bei den Männern setzte sich bereits am Samstag Radomir Proshchenko mit einer Zeit von 8,29 Sekunden durch. Er verwies bei seinem ersten Weltcupsieg die beiden Landsmänner Egor Trapeznikov (8,77) und Pavel Batushev (8,97) auf die Plätze. Bester Nicht-Russe war der Iraner Mohammadreza Safdarian Korouyeh (9,42). Maxim Tomilov, der Weltcup-Gesamtsieger in dieser Disziplin, musste sich mit Rang 13 zufrieden geben.

Auch bei den Damen standen drei Klettererinnen aus dem flächenmäßig größten Land der Erde am Stockerl. Den Sieg holte sich Maria Tolokonina (11,44), die damit im Weltcup auch in dieser Disziplin drei von vier Wettkämpfen in dieser Saison gewonnen hat und sich somit auch diesen Disziplinen-Weltcup holte. Platz zwei ging an Ekaterina Koshcheeva (12,66), dritte wurde Maryam Filippova (12,96). Proshchenko und Tolokonina dürfen sich jetzt auch Europameister im Speedklettern nennen, denn der kontinentale Titel wurde auch hier im Rahmen des Weltcups in Rabenstein vergeben.

Nach dem Weltcup ist vor der Jugend- und Junioren-WM

Die Weltcupetappe in Rabenstein war auch in dieser Saison ein überwältigender Erfolg. Auf den Lorbeeren ausruhen können sich Reinhard Graf und seine vielen Helfer aber nicht. Denn schon in dieser Woche, von Freitag, 5. bis Sonntag, 7. Februar werden die Weltmeisterschaften in der Altersklassen U22, U19 und U16 ausgetragen.

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