Jan Hojer beim Boulderweltcup 2015 in Vail (c) Thecircuitclimbing.com
Jan Hojer beim Boulderweltcup 2015 in Vail (c) Thecircuitclimbing.com

Damit konnte er seinen 27. Platz vom ersten Weltcup-Stop eine Woche zuvor in Toronto wieder ausbügeln. Das beste Ergebnis bei den deutschen Damen erreichte Monika Retschy vom DAV München-Oberland mit einem achten Platz. Vail zeigte einmal mehr das Überraschungspotenzial beim internationalen Wettkampfbouldern.

Besonders bei den Damen setzte sich das Podium fast komplett anders zusammen als noch in Toronto. Wer Mitte August in München nach fünf Wettkämpfen die Gesamtweltcup-Titel mit nach Hause nehmen wird, ist und bleibt also völlig offen.

Halbfinale ohne Juliane Wurm

In Toronto konnte sich Deutschlands Nummer eins im Bouldern, Juliane Wurm, noch über einen guten dritten Platz freuen. In Vail schienen ihr die Boulder aber deutlich weniger zu liegen. Mit drei von fünf erfolgreich gekletterten Problemen in der Qualifikation verpasste die Starterin für den DAV Wuppertal allerdings den Einzug ins Halbfinale und musste sich mit einem 23. Platz begnügen.

Wurm wird die nächsten beiden Weltcups aussetzen, um sich auf ihr Medizinstudium zu konzentrieren. Nur der letzte Weltcup-Stop in München bleibt ihr dann noch, um Punkte zu sammeln für die Gesamtwertung.

Fotostrecke: Boulderweltcup 2015 in Vail

Saison-Aus für Alex Puccio

Für Monika Retschy lief es in Vail besser als in Toronto. Sie kletterte souverän durch die Qualifikation und präsentierte sich auch im Halbfinale gut. Mit ihrem achten Platz erreichte sie ihr bisher zweitbestes Ergebnis bei einem Boulderweltcup. Das Gastgeberland hatte mit Alex Puccio eine der stärksten Boulderinnen der Welt ins Rennen geschickt.

Doch kurz vor dem Start der Qualifikation in Vail verletzte sich die Vizeweltmeisterin beim Aufwärmen am Knie und zog sich unter anderem einen Kreuzbandriss zu. Damit dürfte sie für den Rest der Saison ausfallen. Die Goldmedaille sicherte sich schließlich eine andere Amerikanerin, Megan Mascarenas, vor der Japanerin Akiyo Noguchi und Shauna Coxsey aus England.

Jan Hojer kämpft sich Runde um Runde weiter nach vorne

Auch der Franzose Alban Levier, der Gewinner von Toronto, zog sich in der Qualifikation in Vail eine Knieverletzung zu und konnte den Wettkampf nicht fortführen. Jan Hojer hingegen hatte in Vail mehr Glück. Der amtierende Europameister und Gesamtweltcupsieger des vergangenen Jahres legte einen sehr starken Wettkampf hin und kämpfte sich Runde um Runde weiter nach vorne. Nach der Qualifikation lag er auf Platz fünf in seiner Gruppe und kam damit ungefährdet eine Runde weiter.

Nach starken Leistungen im Halbfinale ging er mit Rang vier ins Finale. Dort zog er an seinen Konkurrenten vorbei und holte mit nur zwei Versuchen Vorsprung zwar knapp, aber verdient den Tagessieg vor dem US-Amerikaner Nathaniel Coleman. Dritter wurde Weltmeister Adam Ondra aus Tschechien. Simon Unger (DAV Augsburg), der in diesem Jahr seine erste Weltcup-Saison bestreitet, kam auf Rang 31. Mathias Conrad vom DAV Zweibrücken kletterte in Toronto noch ins Halbfinale, verpasste in Vail aber die Top 20 und musste sich mit Rang 37 begnügen.

Der BWC gastiert in China

Nach den ersten beiden Weltcup-Stops auf dem nordamerikanischen Kontinent zieht die Wettkampfserie nun weiter nach Asien. Am 20. und 21. Juni geht es im chinesischen Chongqing weiter. Das Wochenende darauf findet dann schon der vierte und vorletzte Weltcup in Haiyang statt, bevor das große Finale am 14. und 15. August im Münchner Olympiastadion ausgetragen wird.

Ergebnisse Boulderweltcup Vail/USA:

Herren
1. Jan Hojer (GER)
2. Nathaniel Coleman (USA)
3. Adam Ondra (CZE)

31. Simon Unger (DAV Augsburg)
37. Mathias Conrad (DAV Zweibrücken)

Damen
1. Megan Mascarenas (USA)
2. Akiyo Noguchi (JPN)
3. Shauna Coxsey (GBR)

8. Monika Retschy (DAV München-Oberland)
23. Juliane Wurm (DAV Wuppertal)

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