Das IMS-Youth Camp war in diesem Jahr ein ganz entscheidender Bestandteil des International Mountain Summit. Drei Tage lang haben sich rund 1.800 Schüler und Maturanten mit dem Berg auf vielseitige, abenteuerliche und greifbare Weise beschäftigt.

Bewegende Gipfelerlebnisse beim IMS 2016 Youth Camp (c) Simon Toplak
Bewegende Gipfelerlebnisse beim IMS 2016 Youth Camp (c) Simon Toplak

Die Wanderung auf die Rossalm war der krönende Abschluss eines ausgefeilten Programms, das zeigt, wie relevante Bergthemen noch besser bei jungen Menschen ankommen können.

Ob die Jugendlichen heute noch zum Wandern mitgehen, ist die eine Frage. Ob sie sich noch mit Bergmenschen, Bergthemen und den eigenen Bergen im Leben auseinandersetzen, ist eine ganz andere. Das IMS-Motto „Meet.Mountain.People.Soul“ wurde auch im IMS-Youth Camp vielseitiger und ambitionierter denn je umgesetzt. 1.800 Schüler und Maturanten aus dem Euregioraum (Trentino, Su¨d-, Ost-, Nordtirol) kamen über drei Tage hinweg nach Brixen. Sie durften dort selbst Wege neu gestalten und haben sich mit den Themen Zielfindung, Motivation, Grenzen überwinden, kultureller Austausch, Berge entdecken, Bewegung und Natur beschäftigt.

Die Jugendwanderung auf die Plose war der krönende Abschluss beim IMS-Youth Camp. Bei Sonnenschein und lockeren Wolken konnten rund 500 Kinder und Jugendliche auf eine natürliche und greifbare Weise wahrnehmen, was das Erlebnis Berg auszeichnet. Mit Mütze, Rucksack und Wanderschuhen ausgerüstet, führte der Weg über den sanften Anstieg des WoodyWalk und vielseitige Stationen zum Ausprobieren bis zur Rossalm auf 1900 Metern. Dort konnten sich die jungen Abenteurer nicht nur ausgiebig stärken, sondern bekamen auch ein abwechslungsreiches Programm zu sehen.

Neben dem Musiker Markus „Doggi“ Dorfmann, der auch mit einer Schulklasse gemeinsam typisch südtirolerische Lieder zum Besten gab, trat der spanische Straßenmusiker Borja Catanesi auf. Die Veranstalter des IMS hatten ihn extra nach Brixen eingeladen, nachdem sie sein dynamisches musikalisches Talent und seinen Wunsch, Menschen glücklich zu machen, auf Facebook gesehen hatten. Der Höhepunkt des Wandertages war der beeindruckende Vortrag des Handbikers Felix Brunner. Er erzählte, wie er sich nach einem lebensbedrohlichen Bergunfall zurückkämpfte und heute trotz seines Rollstuhls das Leben lebt, dass er sich gewünscht hat. Aus seinen tief greifenden Erfahrungen hat er den jungen Menschen weitergegeben, wie sie die eigenen Täler akzeptieren und überwinden können, um ein vielversprechendes Leben mit Zielen zu führen.

Beim Bouldern in der Kletterhalle Vertikale/Brixen konnten Schülerinnen und Schüler der Volks-, Mittel- und Oberschule austesten, wo die eigenen Grenzen liegen und wo mit Willenskraft und Technik eigene Hindernisse überwunden werden konnten. Zudem brachten die Vorträge im Forum Brixen für die Kinder eindringliche Momente an Spannung, Liebe, Leidenschaft und Sehnsucht im Umgang mit Bergthemen zusammen. Mit den beiden Top-Bergsteigern Nives Meroi und Romano Benet standen zwei auf der Bühne, die durch ihre Bergerlebnisse zusammenfanden und heute eine gemeinsame Liebe teilen, die unter Bergsteigern ihresgleichen sucht.

Auch stellte einer der gefragtesten Persönlichkeitstrainer Deutschlands, Cristián Gálvez, ein Programm für angehende Helden vor. Die eigene Heldengeschichte wird in den vielfältigen Situationen im Alltag erlebt. Wie gerade junge Menschen neue Wege gehen und motiviert über sich hinaus wachsen können, wurde beim IMS-Youth Summit vertieft, der zugunsten der Stiftung LAUREUS (Oskar des Sports) veranstaltet wurde. Cristián Gálvez gab in der anschließenden Debatte weitere praxisnahe Inhalte zur eigenen Heldengeschichte weiter. Der Journalist Timo Gadde erzählte aus eigener Erfahrung davon, wie wichtig der innere Berg ist, um Krankheiten und Hindernissen zu überwinden.

Bewegend war der Auftritt der zwölffachen Paralympics-Goldmedailliensiegerin Verena Bentele, die den jungen Menschen die Augen öffnete für die besondere Bergerlebnisse, für die man sich im Alltag ganz bewusst entscheiden muss. Der Wanderer und Buchautor Simon Michalowicz hat genau eine solche Entscheidung getroffen, seinen Beruf gekündigt und ist 140 Tage vom Süden Norwegens bis zum Nordkap gewandert. Die Journalistin Johanna Stöckl hat ihn im Internet gefunden, seine eindrucksvolle Reise verfolgt und bekannter gemacht. Der Lehrer und Reiseleiter Martin Whittaker und der Journalist und Dokumentarfilmer Hans-Peter Stauber gaben anschließend Eindrücke über das Lehren von Bergthemen im Unterricht und über die Medien weiter.

Abschließend machten zwei junge Ausnahmesportler deutlich, wie sie ihre Leidenschaft trotz Brüchen und schweren Verletzungen weitergeführt und gelebt haben: Markus Eder wurde 2014 zum „European Skier of the Year 2014“ gekürt und gehört zu den besten Freestyle-Skifahrern der Welt. Mit ihm auf der Bühne stand Maximilian Huber, der nach einem Motoradunfall ein Bein verlor und durch seine unermüdlichen und außergewöhnlichen Antriebe heute ein Vorbild für junge Menschen ist, indem er als Fitnesstrainer und Sportlehrer Jugendlichen zur Seite steht.

Das IMS-Youth Camp hat Vorzeigecharakter. Junge Menschen sind die Berggestalter der Zukunft. Bei den verschiedenen Projekten erhielten sie die Möglichkeit, über den Tellerrand zu blicken, sich auszutauschen und von einmaligen und beeindruckenden Persönlichkeiten zu erleben und zu lernen. Das IMS-Youth Camp 2016 wurde zugunsten vom LAUREUS-Projekt „Wiff Zack“ abgehalten und unterstützt von Alperia, dem deutschen und italienischen Schulamt sowie dem Schulverbund Pustertal.

www.ims.bz