Der International Mountain Summit ist am Samstagabend mit dem neuen Film "Still Alive" und der anschließenden Diskussion zu Ende gegangen. Reinhold Messner feierte hierbei seine Premiere als Regisseur und stand gemeinsam mit den Protagonisten auf der IMS-Bühne.

Reinhold Messner, Oswald Oelz und Gert Judmaier beim IMS 2016 (c) Gehard Heidorn
Reinhold Messner, Oswald Oelz und Gert Judmaier beim IMS 2016 (c) Gehard Heidorn

„Still Alive“: Ein Film, der die Menschen bewegt

„Still Alive“ ist kein traditioneller Film über ein Unglück, das sich in den Bergen ereignet hat. Reinhold Messner wollte bei seiner Premiere als Regisseur eine Dokumentation schaffen, die alle Komponenten enthält, die den Menschen betreffen. Es geht um Freundschaft, Kameradschaft, Liebe, Überleben und Tod. Erzählt wird die dramatische Rettungsaktion am Mount Kenia rund um die Ärzte und Bergsteiger Gert Judmaier und Oswald Oelz aus dem Jahr 1970.

Die beiden Freunde werden in der filmischen Umsetzung von den beiden Brüdern Hansjörg und Vitus Auer dargestellt. Reinhold Messner erzählt in der anschließenden Diskussion, dass das Gelingen des Films auch maßgeblich von den beiden Zeitzeugen Judmaier und Oelz abhing: „Beide haben radikal ehrlich geantwortet.“ Zudem betont Messner, dass der Berg die Regie des Films wesentlich bestimmt hat: „Der Berg ist nicht berechenbar, wir Menschen müssen uns an die Begebenheiten anpassen.“

Zuvor wurde der traditionelle Paul-Preuss-Preis im Rahmen des IMS verliehen, der an außergewöhnliche Alpinisten vergeben wird und sportliche Leistung ebenso würdigt wie Ehrlichkeit, Überzeugung und den inneren Berg. In diesem Jahr geht die renommierte Auszeichnung an Hansjörg Auer, der als Schlüsselmoment den „Weg durch den Fisch“ revolutioniert hat wie kein anderer.

Fotostrecke: International Mountain Summit 2016

IMS setzt nachhaltige Schwerpunkte

Die 8. Ausgabe des IMS hat neben der Filmpremiere weitere zahlreiche Impulse in Gang gesetzt. Die Internationalität in diesem Jahr hat sich vielfältig widergespiegelt: Zuhörer aus mehr als 80 unterschiedlichen Ländern haben die Vorträge besucht, bei denen 64 Referenten aus acht Ländern, darunter Alpinisten, Persönlichkeitsberater und Weggestalter der Bergwelt ihre Geschichten rund um den Alpinismus weitergegeben haben.

In diesem Jahr stand das Erleben von Bergen, Bergmenschen und der Bergseele im Vordergrund. Noch nie haben so viele Kinder und junge Erwachsene am Rahmenprogramm des IMS-Programms teilgenommen. Das IMS-Youth-Camp hat 1800 jungen Menschen in vielseitiger Weise das Interesse am Berg nähergebracht und sie selbst spüren lassen, wie gut sportliche Betätigung tut.

Heute für die Nachwuchssportler von morgen

Die KIKU.Sports.Academy erlebte im Rahmen des IMS ihre Prämiere. Junge Nachwuchssportler kamen direkt mit Persönlichkeiten in Kontakt, die ihnen wichtige Impulse zum Thema Markenentwicklung, Sponsoring und Selbstvermarktung weitergaben. Viele sind selbst bereits im Sport aktiv und benötigen Unterstützung, die Sicherheit und Vertrauen gibt. Gemeinsam mit KIKU haben die Veranstalter auf das Prinzip Persönlichkeit, Medienkompetenz und Ausstrahlung gesetzt.

Bergweltverband UIAA

Die große Bedeutung des IMS hat sich auch international herumgesprochen und manifestiert. In Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Alpenverein AVS war es den Organisatoren des IMS gelungen, die Generalversammlung des Bergweltverbandes UIAA nach Brixen zu holen. 130 Delegierte aus 46 Ländern haben ein Wochenende lang über die Entwicklungen im Bergsport beraten.

Das Programm der nächsten Jahre sieht Pläne darüber vor, künftig eine international einheitliche Bild-Beschilderung im gesamten Alpenraum vorzunehmen. Außerdem wurde mit Frits Vrijlandt der neue Präsident des UIAA für die kommenden vier Jahre wiedergewählt. Mit Wang Yongfeng ist nun auch ein Vertreter aus China beim Entscheidergremium des Alpinismus im Vorstand.

Die Referentenliste des Bergfestivals ließ auch in diesem Jahr wieder keine Wünsche offen. Neben den Top-Bergsteigerin Nives Meroi und Romano Benet, Speed-Kletterer und Bergsteiger Ueli Steck und Hansjörg Auer, waren auch Persönlichkeiten wie der bekannte Persönlichkeitsberater Cristián Gálvez zu Gast oder die mehrfache Paralympics-Siegerin Verena Bentele.

Auch innere Berge von Menschen, die besondere Erlebnisse zu erzählen hatten, wie Simon Michalowicz, Felix Brunner und Timo Gadde begeisterten die knapp 7850 Besucher des Festivals. Traditionell fanden außerdem auch in diesem Jahr außergewöhnliche Erlebniswanderungen statt. Neben dem IMS-Youth-Walk mit über 500 Kindern und Jugendlichen gab es Ausflüge in ein Bergwerk, sowie Wanderungen zum Thema „Kräuter, Knödel, Kabarett“ und zu „Business.offline und Kühe“, die besonders an Unternehmer gerichtet war.

Der IMS 2017 ist vom 9. bis 16. Oktober in Brixen geplant.

Der IMS wird unterstützt von Dachmarke Südtirol, Region Trentino/Südtirol, KIKU, Raiffeisen, DJI, Stiftung Südtiroler Sparkasse, Pircher und Brixen/Plose.

www.ims.bz