Den fünf jungen Männern des DAV-Expeditionskaders gelang im September eine äußerst erfolgreiche Abschlussexpedition nach Zentralasien. Dort konnten die Früchte von zweieinhalb Jahren fundierter Ausbildung und intensivem Training im Rahmen des DAV-Expeditionskaders geerntet werden.

Freude bei Andreas Hammerstingl und Josef Pfnür auf einem Gipfel in Kirgisistan. (c) DAV/David Göttler
Freude bei Andreas Hammerstingl und Josef Pfnür auf einem Gipfel in Kirgisistan. (c) DAV/David Göttler

Andreas Hammerstingl, Franz-Xaver Mayr, Josef Pfnür, Raffaele Sebastiani, Tobias Karpinski und Trainer David Göttler haben zwei Erstbegehungen an zwei 5000ern im Tien-Shan-Gebirge in Kirgisistan geschafft.

Einer für alle – alle für einen

Schon zu Beginn der Reise wurde der Zusammenhalt in der Gruppe unter Beweis gestellt: Das Gepäck von Teammitglied Josef Pfnür kam nicht rechtzeitig am Flughafen der kirgisischen Hauptstadt Bischkek an. Für ein gut eingespieltes und familiäres Team jedoch kein Problem. Kurzerhand wurde das Gepäck brüderlich aufgeteilt und die Expedition unter dem Motto „less is more“ fortgesetzt.

Zwei 5000er in einer Woche

Innerhalb nur einer Woche konnten die jungen Männer nach gelungener Akklimatisation zwei Gipfel besteigen. Am 11. September standen sie auf dem 5664m hohen Otkrytyj im Tien-Shan-Gebirge. Dieser Berg wurde zwar schon einmal bestiegen, doch dieses Mal konnte die noch nie durchstiegene Westflanke bezwungen werden.

Auch die nächste Erstbegehung ließ nicht lange auf sich warten: Bereits vier Tage später, am 15. September, erreichten die Teammitglieder den zuvor noch nie bestiegenen Tëhglavyj. In zwei Dreierseilschaften wurde der niedrigste von insgesamt drei Gipfeln mit stolzen 5250m erklommen.

Andreas Hammerstingl (c) DAV/David Göttler
Andreas Hammerstingl (c) DAV/David Göttler

Klettern im Ala-Artscha-Hochgebirgs-Nationalpark

Die zweite Halbzeit verbrachte das Team im Ala-Artscha-Gebiet im Norden Kirgisistans in der Nähe von Bischkek. Die Suche nach neuen Abenteuern brachte die Gruppe in das angeblich beste kirgisische Klettergebiet. „Es gibt dort wunderbare klassische Linien, die an viele Routen in Chamonix erinnern“, berichtet David Göttler. Dort konnten zwar keine Erstbegehungen mehr gemacht werden, aber der Spaß und die Motivation an diesen anspruchsvollen Routen ließen die Expedition erfolgreich ausklingen.

Freude bei Andreas Hammerstingl und Josef Pfnür auf einem Gipfel in Kirgisistan. (c) DAV/David Göttler
Freude bei Andreas Hammerstingl und Josef Pfnür auf einem Gipfel in Kirgisistan. (c) DAV/David Göttler

Platz machen für angehende Alpinisten

Anfang Oktober kehrten die jungen Alpinisten nach Hause zurück. Während der Zeit im Kader wurden die jungen Männer in das Expeditionsbergsteigen eingeführt und sind nun bestens ausgebildet für große alpinistische Herausforderungen unter eigener Verantwortung.

Schon im Sommer 2016 wird es ein neues Team geben, das 2018 zur nächsten Abschlussexpedition aufbrechen wird. Neben den Herren bildet der DAV auch starke Alpinistinnen aus: 2016 startet die Abschlussexpedition des derzeit laufenden Damen-Expeditionskaders unter der Leitung von Dörte Pietron, eine der momentan leistungsstärksten deutschsprachigen Alpinistinnen.