Hätten Sie gewusst, dass die Wiege des Alpinismus am Ankogel steht? Bereits um 1762 - also gut 20 Jahre vor der Erstbesteigung des Mont Blanc, die gemeinhin als die Geburtsstunde des Alpinismus gilt - soll "der alte Patschg", ein einfacher Bauer aus dem Böcksteiner Anlauftal, den 3250 Meter hohen Tauerngipfel bestiegen haben.

Alpenvereinsjahrbuch BERG 2019 (c) Tyrolia Verlag
Alpenvereinsjahrbuch BERG 2019 (c) Tyrolia Verlag

Der höchste Gipfel der Gebirgsgruppe ist jedoch die Hochalmspitze, wegen ihrer majestätischen, ebenmäßigen Form gern auch als Tauernkönigin bezeichnet. Nicht nur deswegen ist die Ankogelgruppe, in den östlichen Hohen Tauern, im Grenzgebiet von Salzburg und Kärnten gelegen, ein unglaublich spannendes und vielseitiges Bergrevier, für das die Bergsteigerdörfer Malta und Mallnitz sowie Hüttschlag im Großarltal ideale Ausgangspunkte bilden.

BergWelten stellt das Gebiet und seine Erschließungsgeschichte vor, wandert von Hütte zu Hütte, betrachtet die Entwicklung von Gletschern und Permafrost, erkundet die unzähligen Klettermöglichkeiten und ist den naturkundlichen Besonderheiten der Region auf der Spur.

Der heurige BergFokus hingegen fragt: Was treibt uns an? Was motiviert einen, sich für eine Sache einzusetzen? Aus welchen Motiven haben sich vor bald 150 Jahren eine Handvoll Männer zusammengetan, um den Deutschen Alpenverein zu gründen? Wie ist es mit dem „Ehrenamt“ in unserer Gesellschaft heute bestellt? Und was treibt uns eigentlich – heute zahlreicher denn je – in die Berge?

BergMenschen stellt fünf außergewöhnlich engagierte und inspirierende Persönlichkeiten vor – vom „jugendbewegten“ Ernst Enzensperger, der vor etwa hundert Jahren die JDAV gründete bis hin zu Energiebündel Andrea Szabadi, die sich aus dem Rollstuhl heraus für inklusive Bergsportprojekte stark macht.

BergWissen schaut hinter die Kulissen des „Frau-Holle-Business“ und bringt ein Kaleidoskop von Schauplätzen und Aspekten zum Thema Schnee als Geschäftsmodell.

Spannend und aktuell auch das Thema Bergrettung: Ein Insider und aktiver Rettungsmann schaut sich die Entwicklungen und Trends der letzten Jahre an. Dazu zählt auch das veränderte Kommunikations- und Medienverhalten. Deswegen nehmen wir das Thema Bergsport und Social Media unter die Lupe. Welche Interessensgruppen spiegeln sich in Facebook & Co. wider und wie wirkt das wiederum auf den Sport selbst zurück?

BergKultur schließlich erzählt von erstaunlich ausgereifter Alpinausrüstung aus Ötzis Zeiten und von einem Bergsportgerät, das erst in den späten 1940er-Jahren erfunden wurde: den Firngleitern oder Figln. Darüber hinaus bringt es eine Fotoreportage zum Projekt „Koexistenzen“ des Südtiroler Künstlers Walter Niedermayr, der sich darin mit der Allmende-Praxis im Fleimstal beschäftigt – ein ebenso ästhetischer wie hochaktueller Beitrag zum zeitgenössischen Commons-Diskurs.

Kurzum: Das Jahrbuch BERG bietet einmal mehr überzeugende Themenvielfalt bei konstant hoher inhaltlicher und optischer Qualität und ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Herausgeber: DAV, ÖAV, AVS
Deutscher Alpenverein, München, Österreichischer Alpenverein, Innsbruck, Alpenverein Südtirol, Bozen unter der Redaktion von Anette Köhler, Tyrolia-Verlag Innsbruck

Alpenvereinsjahrbuch BERG 2019
BergWelten: Ankogel und Hochalmspitze
BergFokus: Motivation – Was treibt uns an?
Herausgeber: Deutscher Alpenverein,
Österreichischer Alpenverein und
Alpenverein Südtirol
Redaktion: Anette Köhler, Tyrolia-Verlag
256 Seiten, 261 farb. und 55 sw Abb., 21 x 26 cm, gebunden
Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2018
ISBN 978-3-7022-3695-3
€ 18,90

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