Fünf Jahre. So lange hat die Entwicklung unserer einzigartigen Kletterschuhe hier bei Black Diamond gedauert. Am Anfang war es ein gut gehütetes Geheimnis. Noch nicht einmal die Chefs wussten Bescheid.

Kletterschuhe von Black Diamond (c) Chris Parker, Black Diamond
Kletterschuhe von Black Diamond (c) Chris Parker, Black Diamond

„Wir wollten nicht warten, bis irgendwann einmal jemand auf die Idee kommt, Schuhe zu produzieren. Daher haben wir uns auf eigene Faust über die Sache hergemacht“, erzählt Kasey Jarvis, VP of Design bei Black Diamond

Die Begründung war einfach. Als Kletterer wollen wir die beste Ausrüstung für Kletterer herstellen. Und wir sind der Meinung, dass Kletterschuhe die einzigen Ausrüstungsgegenstände beim Klettern sind, die im Hinblick auf die Leistung tatsächlich eine Rolle spielen.

„Chalk und Schuhe wirken sich direkt auf Deine Leistung aus“, sagt Kasey.

Aus diesem Grunde machten sich die Designer heimlich ans Werk. Kasey tat sich mit dem erfahrenen Schuhdesigner Linh Nguyen zusammen – ein „alter Hase“ aus der Kletterbranche, der in der Vergangenheit mit Chris Sharma und Evolv zusammengearbeitet hat und nun als technischer Entwickler bei Black Diamond tätig ist. Nach der regulären Arbeitszeit arbeiteten die beiden an ihrem Projekt. Aber als die Chefs über einige Skizzen aus ihren heimlichen Meetings stolperten, wurden ihnen klar, dass ihr Team dabei war, etwas grossartiges auszuhecken.

„Wir wollten einfach ein von Grund auf neu aufgesetztes Design“, sagt Kasey.

Das bedeutet jedoch auch mehr Arbeit. In den vergangenen Jahren haben sich die Designer daher mehr als gründlich mit der Materie auseinandergesetzt.

Video: Black Diamond Kletterschuhe

Kombination von Technologie und Design

Für Kletterschuhe gibt es bereits seit langer Zeit ein traditionelles Rezept. Die Materialien sind seit Jahrzehnten weitgehend gleich geblieben. Leder, synthetisches Leder, wenn die Schuhe billiger sind, und Gummi. Als sich Kasey und Linh jedoch mit Herstellern der traditionellen Methode zusammensetzten, lautete die Antwort auf die Frage nach dem „Warum“: „Weil es schon immer so war“.

Kurz gesagt, ist die Neuauflage einer traditionellen Herangehensweise nicht die bevorzugte Black Diamond-Methode. Kasey und Linh begaben sich in den Designprozess und hinterfragten einfach alles. Und sie erkannten, dass sie neue, innovative Materialien in eine traditionelle Welt der Herstellung einführen konnten.

„Wir werden nicht gewinnen, indem wir wieder mit den selben Zutaten kochen“, erläutert Kasey. „Wir werden gewinnen, indem wir das Rezept verändern.“

Kletterschuhe von Black Diamond (c) Chris Parker, Black Diamond
(c) Chris Parker, Black Diamond

Engineered for the send

Als Kasey vor über sieben Jahren bei Black Diamond zu arbeiten begann, war er beeindruckt, wie viel detailliertes Fachwissen die Ingenieure und Designer über ihre Materialien besassen. Und Kasey war mit seinem Hintergrund bei General Motors und Nike selber immer auf Zack.

„Ich erinnere mich, dass ich fast schockiert war, dass jeder ein fundiertes Grundwissen zu Metall besass, ganz gleich ob es ums Schmieden, Stanzen, Giessen, Löten, Wärmebehandlung, usw. ging – einfach alles, was bei der Metallverarbeitung eine Rolle spielt.

Und als sich das Team schliesslich vollständig auf Kletterschuhe konzentrierte, stürzten sie sich kopfüber in die neue Materie.

„Es ist eine sehr technische Herangehensweise“, erklärt Kasey. „Normalerweise wollen sich die Leute nicht so intensiv mit einer Sache auseinandersetzen, aber bei Black Diamond ist das eine Selbstverständlichkeit.“

Gummiformteile aus einem Stück

Mit ihrem Hintergrundwissen zu Metall war der erste Durchbruch des Teams durch die Art und Weise inspiriert, wie die Karabiner von Black Diamond geschmiedet werden.

„Anstatt Teile aus einer Gummiplatte zu stanzen, nehmen wir das Rohmaterial und giessen es in eine bestimmte Form. So können wir die Geometrie, die Zusammensetzung des Gummis, die Wärme, den Druck und die Dicke genau bestimmen“, sagt Kasey. „Wir steuern sozusagen alle Parameter, und daher muss man sich eben viel intensiver mit der Materie auseinandersetzen.“

Der Vorteil dieser Herangehensweise besteht darin, dass alle Formteile genau aufeinander abgestimmt werden (im Gegensatz zu den Methoden anderer Hersteller). Wir können daher mit Unterschieden bezüglich Gewicht, Dicke und Konsistenz arbeiten und somit den Tragekomfort, die Strapazierfähigkeit und die Performance unseres Gummis steigern.

Kletterschuhe von Black Diamond (c) Chris Parker, Black Diamond
(c) Chris Parker, Black Diamond

Engineered Knit Technology

Aber unsere vertiefte Arbeit mit der Gummitechnologie ist nur die halbe Geschichte. Kasey und sein Team überdachten auch die traditionellen Obermaterialien von Kletterschuhen gründlich.

„Wir machen das Gleiche mit weichen Gewebearten“ sagt er. „Wir sehen uns an, wie sie gewoben, die Garne extrudiert und wie sie gestrickt werden.“

Das Team entdeckte dabei ein „Engineered Knit“-Obermaterial, das in den jeweils sinnvollen Bereichen eines Schuhs Elastizität oder Halt bietet und ausserdem über herausragende Atmungsaktivität verfügt. Der Prozess, dieses Strickmaterial zu entwerfen, stützt sich auch hier auf die vollständige Steuerung des Herstellungsprozesses.

„Wir können die Fadenspannung der Strickmaschine genau einstellen, um die Strapazierfähigkeit des Strickgewebes, die Haltekraft und die Durchlässigkeit für die Belüftung an den jeweils sinnvollen Positionen zu bestimmen. Wir haben somit alle Variablen unter unserer Kontrolle“, sagt Kasey.

Unsere Engineered Knit Technology kommt in allen Kletterschuhen zum Einsatz, beginnend beim Momentum, bei dem die Technologie exklusiv als atmungsaktives Obermaterial vor allem zum Hallenklettern verwendet wird. Der Shadow und der Aspect besitzen unser einmaliges Strickgewebe auch an der Zunge, um ihren Komfort zu erhöhen.

Kletterschuhe von Black Diamond (c) Chris Parker, Black Diamond
(c) Chris Parker, Black Diamond

Geformte Sohlenmitte

Dank der geformten Sohlenmitte sind unsere Schuhe formstabiler als die Schuhe anderer Hersteller. Dies ist ein weiteres Beispiel für unsere Herangehensweise, den Details der Entwicklung einen so grossen Stellenwert einzuräumen.

„Anstatt einfach Kunststoffteile aus einer Platte zu stanzen, die dann in die Konstruktion des Schuhs integriert werden, verwenden wir 3D-Formen, um eine Sohlenmitte herzustellen, die der Form des Leisten entspricht. Auf diese Weise bleibt die Form des Schuhs im Laufe der Zeit stabiler“, erklärt Kasey.

Die Sohlenmitte wird aus Pebax-Kunststoff hergestellt, der laut Kasey den besten Memory-Effekt besitzt und seine Form beibehält. Auch qualitativ hochwertige Skistiefel werden aus Pebax hergestellt.

„Du kannst sie einfach extrem belasten ohne sie dauerhaft zu verformen“, erklärt Kasey.

Das bedeutet – ganz gleich, wie viele Stunden Du auf Platten stehst, Routen in der Halle spulst oder Boulderprojekte bearbeitest – Deine Black Diamond-Kletterschuhe bleiben länger in Form

„Es geht uns um einen längerfristigen Paradigmenwechsel, bei dem sich Kletterer einen Schuh kaufen, von dem sie während der gesamten Lebensdauer auf dieselbe Art und Weise profitieren, bis er neu besohlt werden muss“, sagt Kasey.

Auf die Frage, was ihm an den neuen Kletterschuhen von Black Diamond am Besten gefällt, bring es Kasey in einer knappen Antwort auf den Punkt.

„Für mich sind es Schuhe, die Dir Vertrauen verleihen. Und das ist es, worauf es ankommt.“

eu.blackdiamondequipment.com