Elise Sethna und Jorg Verhoeven sind die Blocmaster 2011

Auch in der siebten Auflage geht die Erfolgsgeschichte des Innsbrucker Boulder Festivals weiter. Mit einem neuen Teilnehmerrekord setzte das erste und älteste Incity-Boulder Festival Europas eindrucksvoll seinen Erfolgslauf fort.

Mammut Blocmaster 2011 Das normalerweise "verflixte siebte Jahr" war für das Mammut Blocmaster Boulder Festival Innsbruck kein Stolperstein.

Mehr als 200 Boulderer waren dem Aufruf von Sportkletter-Ikone Reini Scherer gefolgt und kamen zu der eigens aufgestellten Kletteranlage inmitten der Innsbrucker Innenstadt. Traditionell beginnt das Boulder Festival am Freitag Abend mit einem Boulder-Jam für alle Hobby-Kletterer. Über 100 Kletterer von 6 bis 56 Jahre nutzten diese einmalige Gelegenheit, um in familiärer, gemütlicher Atmosphäre ihrem Hobby mitten in der Stadt zu frönen und eindrucksvoll Werbung für den Klettersport zu machen. "Der Breitensport ist uns genau so wichtig wie der Spitzensport und das spüren auch die Hobby-Kletterer kommen deswegen so gerne zum Boulder Jam" so OK-Chef und Klettertrainer Reini Scherer.

Video vom Blocmaster 2011

Am Samstag startete dann der Hauptbewerb: erstmals waren auch die Jugendklassen in Innsbruck vertreten. Mit viel Einsatz und noch mehr Können kämpfte der heimische Kletternachwuchs, ging es doch auch darum, einen der heißbegehrten Jugend-Europacupstartplätze zu ergattern.

"Wenn man hier die Leistungen des Nachwuchses beobachtet, so muss man um die nächste Generation an Fischhubers und Stöhrs in Österreich nicht bangen" so Kletter-Nationalcoach Heiko Wilhelm euphorisch. Österreichs Boulderaushängeschilder, Anna Stöhr und Kilian Fischhuber, pausierten an diesem Wochenende, um möglichst ausgeruht zur Boulder-WM, welche nur ein paar Tage darauf in Arco (Ita) beginnt, an den Start zu gehen. Das hielt den erfolgreichsten Wettkampfkletterer aller Zeiten aber nicht davon ab, dennoch beim Blocmaster dabei zu sein: Kilian fischte sich das Mikrofon und überzeugte, das wieder einmal sehr zahlreich erschiene Publikum, als redegewandter Moderator.

Durch das Nichtantreten des fünffachen Gesamtweltcupsiegers witterten dafür viele Andere ihre Chance, sich auch einmal zum Blocmaster in Innsbruck zu küren und so feierten viele bekannte Namen aus der Boulder-Szene ein Wettkampfcomeback: Tobias "Zlu" Haller, Emmi Moosburger, Kornelius Obleitner, Jörg Guntram, um nur einige Namen zu nennen, welche vor allem durch schwierigste Erstbegehungen oder Wiederholungen bekannter Boulderprobleme regelmäßig in der Fachpresse zu finden sind.

Bei den Herren zeiget jedoch der Wahl-Innsbrucker Jorg Verhoeven (Ned) eindrucksvoll, dass er nach seiner schweren Rückenverletzung wieder top-fit ist und man ab sofort wieder mit ihm am Weltcuptreppchen rechnen darf. Die beiden anderen Podiumsplätze gingen an die starken Locals Christian Feistmantl und Tom Neyer.

Bei den Damen gab es ein packendes Duell zwischen der Kanadierin Elise Sethna, der Innsbruckerin Martina Harnisch und der ebenfalls derzeit in Innsbruck beheimaten Marlene Graf aus Regensburg (Ger). Während Letztere in der Szene schon durch schnelle Wiederholungen schwierigster Boulder am Fels aufgefallen ist und sicherlich zu den stärksten deutschen Frauen im Bouldern zählt, war die Kanadierin in Europa bisher ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Mit ihrem Sieg beim diesjährigen Mammut Blocmaster in Innsbruck dürfte es damit aber wohl vorbei sein…

"Ich bin stolz, dass – selbst bei kleinen nationalen Bewerben – in Österreich die Kletterwettkämpfe generell nicht nur sportlich sondern auch organisatorisch auf einem sehr, sehr hohen Level sind. Innsbruck ist natürlich immer was ganz Besonderes: von der Anlage mitten in der Stadt und der einmaligen Kulisse der Nordkette, vom Zuseher-Interesse und vom ganzen Flair der Veranstaltung – von Kletterer für Kletterer und das spürt man, als Athlet, als Funktionär und selbst auch als Zuseher. Das Team des Alpenvereins Innsbruck, rund um Reini Scherer zeigt uns jedes Jahr aufs neue, was ein super organsierter Bewerb ist, mit dessen Niveau selbst Weltcupveranstalter in so mancher internationalen Metropole, bei weitem nicht mithalten können. Und so wünsche ich, mir, dass die Innsbrucker noch viele weitere Jahre die Motivation und Energie haben, das Blocmaster Boulder Festival auf die Beine zu stellen und Innsbruck ein langfristiger Fixpunkt und damit sicherlich auch ein absolutes Highlight im internationalen Kletterweltcup wird" so Dr. Eugen Burtscher, der stolze Präsident des Österreichischen Wettkletterverbandes.

Das Mammut Blocmaster Boulder Festival in Innsbruck ist auch abseits der Kletterwand ein Szenetreff – so wurden zahlreiche Vertreter der vertikalen High-Society gesichtet: ein frenetisch, seine kleine Schwester im Jugend B-Bewerb anfeuernder Jakob Schubert, die Kletterlegenden Stefan Glowacz und Gerhard Hörhager, Anna Stöhr, David Lama, Johanna Ernst, Dolomiten-Haudegen Roland Mittersteiner, Österreichs Wettkletter-Ikone Stefan Fürst und viele, viele mehr, welche zum Teil bei der mittlerweile legendären Blocmaster After Contest Party auch bis in die Morgenstunden mittendrin statt nur dabei waren…

2012 ist das Blocmaster Boulder Festival erstmals Bestandteil des Boulder-Weltcups und so macht der Kletterzirkus am 18. und 19. Mai 2012 Station in Innsbruck.

Dank geht an die zahlreichen Helfer und auch die treuen Sponsoren, ohne deren großzügige Unterstützung alles nicht möglich wäre: Mammut (Hauptsponsor), Sporthaus Okay, Tirol Werbung, Sportabteilung des Landes Tirol, Tourismusverband und Stadt Innsbruck, Fantasy Veranstaltungstechnik, Tiroler und Österreichsicher Wettkletterverband.

QuelleReinhold Scherer, Andreas Würtele, Foto: Würtele (Mammut)