Sandrine Levet und Kilian Fischhuber siegen beim Boulderweltcup in Erlangen

Podest Damen
Podest Herren
Vom 16.-17. April
2004 fand in Erlangen die zweite Veranstaltung zum diesjährigen
Boulderweltcup statt. Trotz schönen Wetters konnte dieser
Wettkampf zahlreiche Zuschauer in das Sportzentrum der Universität
locken, die von den dargebotenen Leistungen sicherlich nicht
enttäuscht wurden.

Nach der Qualifikation der Damen und Herren am Freitag blieben jeweils
nur 12 StarterInnen übrig. Traurigerweise schaffte es keiner der
neun angetretenen deutschen Herren in das Finale und daher lagen alle
Hoffnungen auf der einzigen deutschen Dame, der 25jährigen Nikki Haager, die sich für das Finale hatte qualifizieren können.

Nikki zeigte dann auch in den 6 Bouldern physische und psychische
Stärke und beendete den Wettkampf mit einem hervorragenden
sechsten Platz – ihrer bisher zweitbesten Platzierung bei einem
Boulderweltcup. Bei den Damen gewann die französische Favoritin Sandrine Levet, sehr dicht gefolgt von der Russin Ioulia Abramtcho und der Italienerin Jenny Lavarda.

Beim Finale der Herren wunderte sich nicht nur das anwesende,
fachkundige Publikum, sondern auch zwei der Hauptakteure selbst,
nämlich der Österreicher Kilian Fischhuber und das russische Wettkampf-Urgestein Salavat Rakhmetov.
Noch in der Qualifikation hatte Salavat seinen ärgsten
Konkurrenten Kilian in Schach halten und alle Boulder schneller
klettern können.

Somit erwartete man natürlich ein dichtes Kopf-an-Kopf-Rennen
für das Finale. Allerdings schien Salavat an diesem Tag “saft- und
kraftlos” zu sein. Selbst bei Bouldern, die ihm eigentlich hätten
liegen sollen, wirkte er hilflos, während Kilian ein TOP nach dem
anderen für sich verbuchen konnte. Da hatten selbst die
Hallensprecher Fabian Diesner und Dr. Guido Köstermeyer keine griffige Erklärung parat…

Schließlich siegte Kilian deutlich und verdient mit fünf gekletterten Finalbouldern, gefolgt vom Franzosen Jerome Meyer (mit lediglich zwei gekletterten Bouldern) und dessen Landsmann Ludovic Laurence. Salavat blieb hingegen lediglich der zehnte Rang.

Alles in allem ein spannender und durch den DAV sehr gut organisierter Wettkampf. Bleibt zu hoffen, dass es Bundestrainer Christoph Finkel
schafft, die deutschen KlettererInnen weiter aufzubauen, damit der
Anschluss an die Weltspitze auch im Bouldern nicht verloren geht. Der
nächste Wettkampf dieser Art findet Anfang Juni im russischen
Yekaterinburg statt. Ein wenig Zeit verbleibt also noch…

Die Ergebnisse findet ihr wie immer bei DigitalRock und im Laufe der
nächsten Woche werden hoffentlich auch ein paar Videos von diesem
Wettkampf den Weg auf meine Seite finden.


Nikki Haager

Siehe auch:
www.alpenverein.de
www.digitalrock.de

QuelleText & Fotos: Martin Joisten