Am 02.10.2010 erreichte Alix von Melle zusammen mit Rupert Hauer nach knapp siebenstündigem Aufstieg über die Tichyroute den Gipfel des 8201m hohen Cho Oyu - den sechsthöchsten Gipfel unserer Welt.

Alix von Melle glückt ihr vierter Achttausender

Damit gelang ihr nach Gasherbrum II (2006), Nanga Parbat (2008) und Dhaulagiri (2009) ihr vierter Achttausender.

Fotostrecke: Alix von Melle am Cho Oyu

Fotos: © Alix von Melle, Florian Reininger

Mehr als 20 Jahre war die Ulmerin Gaby Hupfauer mit drei bestiegenen Achttausendern (Gasherbrum II, Broad Peak, Cho Oyu) die erfolgreichste deutsche Höhenbergsteigerin, bevor sie nun von Alix abgelöst wurde.

Noch im Frühjahr 2010 musste die 39-jährige gebürtige Hamburgerin, die in Höhenkirchen bei München lebt, zusammen mit ihrem Lebensgefährten Luis Stitzinger am Makalu (8485m) auf 8050m umkehren und auch den vermeintlich leichtesten Achttausender, den Cho Oyu, bekam sie nicht geschenkt.

Schwierige Schnee- und Windverhältnisse sowie ein Sherpa-Streik in Bezug auf das Verlegen der Fixseile zwangen fast sämtliche Expeditionen im Tichy-Basislager im Nachmonsun 2010 unverrichteter Dinge zur Abreise.Von über 450 angereisten Bergsteigern gelang bisher neben Hauer und von Melle nur zwei weiteren Bergsteigern der erfolgreiche Gipfelgang.

Rupert und Alix starteten zusammen mit ihrem Teamkollegen Florian Reininger am 29.09.2010 im Basislager und erreichten am 01.10. nach Nächtigung im Hochlager 1 (6400m) und 2 (7100m) mit dem Hochlager 3 auf 7500m das Sprungbrett für die Gipfelbesteigung.Aufgrund starker Winde (am 02.10. im Gipfelbereich konstant um 50 km / h Windgeschwindigkeit) wurde die Aufbruchszeit in der Nacht auf den 02.10. mehrfach verschoben, ehe das Team dann letztendlich um 04.15h startete.

Florian kehrte aufgrund der extremen Kälte knapp unterhalb des „Gelben Bandes“ auf ca. 7600m um; Rupert und Alix erreichten bei Anbruch der Helligkeit das Ende der Fixseile nach dem Schneecouloir oberhalb des gelben Bandes und stiegen im Alpinstil weiter Richtung Gipfel.Mühsam zu überqueren war noch einmal das weitläufige Gipfelplateau, ehe die beiden Bergsteiger um 11.15h den höchsten Punkt des Cho Oyu erreichten.

Aufgrund des starken Windes war den beiden während des gesamten Aufstieges keine Pause möglich und auch am Gipfel hielten sie sich lediglich 15 Minuten auf, ehe sie sich an den beschwerlichen Abstieg machten.Noch am gleichen Nachmittag stiegen sie bis auf 6850m ab, am 03.10. erreichten sie wieder wohlbehalten das Basislager und sind inzwischen bereits nach Deutschland zurückgekehrt.