Er ist nicht zu stoppen: Der blinde Bergsteiger Andy Holzer nimmt den vierten Berg der "Seven Summits" in Angriff. Im Mai tritt er mit Andreas Scharnagl die Expedition auf das Dach Nordamerikas an.

Vielen ist Andy Holzer bereits ein Begriff: Der blinde Bergsteiger erreichte in den vergangenen zweieinhalb Jahren nicht nur die Gipfel des Elbrus, des Kilimandjaros sowie des (Fast-)Siebentausenders Aconcagua, er begeisterte auch tausende von Zuschauern mit seinen Motivationsvorträgen. Sein Motto dabei: "Den Sehenden die Augen öffnen".
 
Einer, dem er nicht nur die Augen geöffnet, sondern zu einer unglaublichen Tat motiviert hat, ist Andreas Scharnagl. 2006 verlor Andy bei einer Skiüberschreitung im Kaisergebirge seine langjährige Lebensgefährtin Veronika und kam selbst nur knapp mit dem Leben davon, als eine Lawine die beiden 500 Meter mit sich riss.

Der geplante Gipfel des Elbrus, den zufällig auch Andy auf dem Programm hatte, war damit erst einmal gestorben. Das Schicksal wollte es jedoch, dass Andy – ohne von dem Unfall zu wissen – Andreas im Krankenhaus anrufen sollte, um über den Elbrus zu sprechen. Als er von dem schrecklichen Unglück erfuhr, gelang es ihm auf seine pragmatische Art, Andreas davon zu überzeugen, dass das Leben weiter geht.
 
Nun, rund zwei Jahre danach, wollen die beiden außergewöhnlichen Bergsteiger ein großes gemeinsames Ziel verwirklichen: Die Besteigung des Mount McKinley, dem höchsten Berg Nordamerikas (6.194 Meter). Nach erfolgreicher Besteigung des Kilimanjaro, des Elbrus und der Aconcagua wäre der Mount McKinley bereits Andys vierter Gipfel der Seven Summits. Für Andreas bedeutet der Berg ein schwer erarbeitetes Comeback zu den Gipfeln dieser Welt.
 
Die beiden Männer nehmen den Gipfel zwischen dem 13. Mai und 8. Juni 2008 in Angriff und werden vom Bergsportausrüster AustriAlpin bei ihrem Vorhaben durch Materialsponsoring unterstützt.
 
Der Denali ("Großer, Schöner"), wie der Berg in der Sprache der indianischen Ureinwohner heißt, ist nicht ganz ohne: In dieser nördlichen Breite (nur 60 Kilometer vom Polarkreis entfernt) ist die Gipfelregion an manchen Tagen bereits dem Jetstream ausgesetzt. Diese Ausgleichströmungen zwischen Hoch- und Tief- druckgebieten sind die stärksten natürlich auftretenden Winde der Welt. Zudem gilt der Berg als "kältester der Erde".  
 
Auf das Ziel Seven Summits angesprochen, winkt Andy bescheiden ab: Er konzentriere sich lieber auf das jeweils bevorstehende Ziel und gehe es Schritt für Schritt an. Auf diese Weise hat Andy schon viel erreicht und seine positive Einstellung wird ihn sicherlich noch ein ganzes Stück weiter bringen. Wir halten jedenfalls die Daumen!