Exakt 80 Starter trafen am Samstag den 9. April 2011 zur 2. Ausgabe der Bodenseetrophy in der Scheidegger Sportalm ein.

Auftakt des Deutschen Sportklettercups 2011 im Rahmen der Bodenseetrophy

Starter aus der Schweiz, aus Österreich und aus Deutschland brachten internationales Flair in die steilste Halle des Allgäus, wenn nicht sogar ganz Deutschlands. Nackenstarre war bei den Zuschauern so gut wie garantiert!

Fotostrecke: Wettkampfwochende in Scheidegg 2011

Fotos: © Christoph Gabrysch/Deutscher Alpenverein

Leider fehlten auf Seiten aller Länder einige der Top Favoriten und bekannten Wettkampfgesichter. Durch den anstehenden Boulderworldcup in Mailand verzichteten so zum Beispiel Juliane Wurm, Markus Hoppe und Stefan Danker auf einen Start. Dies bedeutete aber auch gleichzeitig eine große Chance, für einige Underdogs sich zu beweisen, was auch genutzt wurde.

Schwierige Qualifikationsrouten bei den Herren und Damen

Bereits bei der Demonstration der Qualifikationsrouten für die Damen und Herren konnte man erkennen, dass das Routenbauerteam Robert Heinrich, Dirk Uhlig und Christoph Zöh keine Geschenke verteilen wollte. So kam es, dass in der ersten Qualifikationsroute der Herren eine in der Mitte der Wand angebrachte Markierung, welche einen zwingenden Clip markierte, als Zwischentop bei den Wettkämpfern gehandelt wurde. Nur wenige konnten diese Höhe überbieten.

Einer dieser wenigen war Florian Wientjes (München-Oberland). Ihn hatte wohl keiner auf dem Radar und so waren die Münder dementsprechend weit offen, als er nur wenige Züge vor dem Top der ersten Herrenquali den Weg nach unten antreten musste. Nur Jan Hojer (Frankfurt/Main) konnte hier noch weiterklettern.

Die Damen hatten ebenfalls hart an ihrer zweiten Qualifikationsroute zu knabbern. Hier schüttelte ein Untergriffzug an einem Volumen fast alle Aspirantinnen ab. Auch Ines Dull (Allgäu-Kempten) konnte diese Stelle nicht überwinden und konnte sich trotz eines Tops in der ersten Route nicht unter den ersten 8 Damen platzieren. Alleine die sehr stark kletternde Alexandra Eyer aus der Schweiz meisterte diesen Zug und kletterte fast doppelt so weit wie alle anderen Starterinnen.

Insgesamt am besten mit der schwierigen Qualifikation kamen bei den Damen  Alexandra Eyer (SUI), Magdalena Röck (ÖWK), Karoline Sinnhuber (ÖWK), Katharina Pöll (ÖWK), Tanja Lanz (ÖWK), Christina Stütz (ÖWK), Rebekka Stotz (ÖWK) und Luisa Deubzer (München-Oberland) zurecht.

Bei den Herren konnten sich Sandro Deutschmann (ÖWK), Mark Amann (ÖWK), Jan Hojer (Frankfurt/Main), Mathias Conrad (Zweibrücken), Florian Wientjes (München Oberland), David Firnenburg (Alpinclub Hannover), Nico Schrag (Schwäbisch Gmünd) und Markus Jung (Siegerland) für das Finale qualifizieren.

Finale

Im Finale zeigte sich dann insgesamt ein zweigeteiltes Bild.  Bei den Herren kamen sechs der acht Starter aus Deutschland. Bei den Damen war Luisa Deubzer die einzige Vertreterin des DAV im Finale.

Das Finale der Damen konnte dann abermals die weltcuperfahrene Alexandra Eyer aus der Schweiz für sich entscheiden und sicherte sich souverän den 1. Platz bei den Damen. Ihr folgten Magdalena Röck und Karoline Sinnhuber, beide ÖWK, auf den Plätzen 2. und 3.. Luisa Deubzer konnte sich leider nicht auf die vorderen Plätze schieben, am Ende belegte sie den 7. Platz.

Die Herren mussten in ihrer Finalroute vom Start weg Vollgas geben und alle Tricks auspacken. Auf sie wartete ein Kreuzer im Stile von „La rose et le vampire“, ein weiter Sprung, kräftige Züge durch den steilsten Teil der sowieso schon steilen Wettkampfwand und ein Mantler zum Abschluss.

Bouldernationalkadermitglied Mathias Conrad konnte hier als zweiter Starter bereits eine sehr gute Höhe abliefern und das obwohl er nach eigenen Angaben, erst zum zweiten Mal für dieses Jahr einen Klettergurt anhatte! Die Young Guns Florian Wientjes (München-Oberland) und David Firnenburg (Alpinclub Hannover) verkauften sich sehr gut und kamen weit, konnten aber nicht die Höhe von Conrad toppen. Erst Sandro Deutschmann vom ÖWK kletterte einige Züge weiter.

Letzter Starter im Finale war Jan Hojer. Hojer kletterte schnell und präzise und konnte sich unter dem Applaus der Zuschauer noch einige Züge weiter kämpfen. Damit gelang ihm nach dem Sieg des 1. Deutschen Bouldercups 2011 im Februar auf der ISPO in München nun auch der Sieg des 1. Deutschen Sportklettercups 2011 und der Bodenseetrophy.

Die Nationenwertung der Bodenseetrophy konnte Österreich knapp vor Deutschland sich entscheiden. Die Schweiz belegte somit den 3. Rang.

Die Kategorie der Junioren und Juniorinnen, welche ebenfalls am Samstag im Rahmen des Deutschlandcups gewertet wurden, konnten Chiara Clostermann und Jan Hojer gewinnen.